Tierfilm: Drohnen über der Serengeti

Wildtieraufnahmen mit langen Brennweiten sorgen zwar dafür, dass die Tiere nicht gestört werden, doch ein Wechsel der Perspektive ist aus dem Versteck heraus kaum möglich, ohne die Szene zu stören.

Mit den Kleinstdrohnen des deutschen Unternehmens Microdrones wurden nun Filmaufnahmen für den japanischen Sender TBS Television Japan(öffnet im neuen Fenster) gemacht. Dabei überflog eine Drohne des Typs Microdrone md4-1000 Zebraherden, Flusspferde, Elefantenherden und Raubtiere – und filmte sie dabei.
Die Drohnen operierten in der Masai Mara(öffnet im neuen Fenster) genannten Gegend der Serengeti. Zum Einsatz kam das Modell Microdrone md4-1000. Das Fluggerät mit vier Luftschrauben in Kreuzanordnung weist eine Steigrate von 7,5 Metern pro Sekunde auf und kann maximal 15 Meter pro Sekunde horizontal zurücklegen. Das entspricht 54 Kilometern pro Stunde. Sie kann je nach Temperatur bis zu 70 Minuten mit ihren Akkus in der Luft bleiben.
Die Drohne(öffnet im neuen Fenster) wiegt leer 2,6 kg und kann eine Nutzlast von maximal 1,2 kg mit sich führen. Mit rund einem Meter Größe von Rotornabe zu Rotornabe ist sie recht kompakt und lässt sich für den Transport zerlegen. Ein "Pilotenkoffer" mit Notebook und Empfangstechnik für die Telemetriedaten gehört zum Lieferumfang dazu.
Die Route kann vor dem Flug über eine Karte mit Wegpunkten festgelegt werden. Diesen fliegt sie nach dem Start autonom ab. Wahlweise ist aber auch die manuelle Steuerung, optional auch mit Sucherkontrolle über eine Videobrille möglich, was bei Tieraufgaben sicherlich sinnvoller ist, um die Drohnenkamera auch entsprechend auf die Tiere auszurichten.
Die Lautstärke der vier Motoren liegt nach Herstellerangaben im Schwebeflug bei 3 Metern Entfernung allerdings bei rund 68 db(A). In dem Video ist auch eine Fluchtbewegung bei manchen Tieren zu sehen, die sich offenbar durch die Drohne gestört fühlen. Im Vergleich zu Aufnahmen, wie sie von Tierfilmern gelegentlich auch aus Hubschraubern oder gar niedrig fliegenden Flugzeugen gemacht werden, scheint die Bedrohungssituation jedoch deutlich schwächer zu sein.