Risen 2: Schiff ahoi für Rollenspieler

Ein abgeschirmtes Gebiet unter einer magischen Käseglocke oder eine Insel: Seit dem ersten Gothic ist fast ein Markenzeichen der Rollenspiele von Piranha Bytes aus Essen, dass sich der Spieler frei in einer großen, aber eben klar begrenzten Welt bewegen kann. In Risen 2 ist das ein bisschen anders. Zwar fängt das Abenteuer rund um den verzweifelten Kampf gegen die bösen – und schon aus Teil 1 bekannten – Titanen wieder auf einer Insel an. Dann gelangt der Held aber rasch an sein eigenes Schiff, auf dem er Segel setzen und zu neuen Ufern aufbrechen kann.

Der Pott dient zum einen der Fortbewegung, zum anderen als Lager, in dem der Spieler neue Kräfte sammeln und Gegenstände verstauen kann. Wichtigste Figur ist Patty, die in einer Nebenrolle bereits im ersten Risen aufgetaucht ist. Sie hat den Job der Steuerfrau: Sobald der Spieler an Bord ist, soll er ihr per Klick auf eine Seekarte befehlen können, zu welcher Insel Schiff und Besatzung als Nächstes segeln. Dort legt die Fregatte entweder im Hafen an oder wirft den Anker in Strandnähe aus – die restlichen paar Meter überbrückt der Spieler per Ruderboot.
















Patty ist nicht die einzige Begleitung des Spielers. Auch an Land gibt es Gefährten, die ihn begleiten, sich mit ihm unterhalten und ihm natürlich auch im Kampf zur Seite stehen. Etwa der Vater von Patty, ein waschechter Freibeuter mit dem Namen Stahlbart. Direkte Kontrolle über ihn und die weiteren Begleiter hat der Spieler nicht – er kann sie auf Wunsch zurücklassen, um auf eigene Faust voranzukommen, aber sonst keine Anweisungen erteilen.
Nahkampf-Papagei statt Feuerball
Beim Kampfsystem von Risen 2 soll es spürbare Detailänderungen geben. Statt Feuerbällen und Schilden gibt es besser zum Piratenszenario passende Kriegspapageien oder Duellpistolen. Das mit den Papageien ist ernst gemeint: Bei einer kurzen Präsentation war zu sehen, wie sich der Vogel auf ein Kommando hin auf den Feind stürzte.
















Sichtbar viel tut sich auch bei der Grafik: So wirken die Texturen wesentlich kräftiger und feiner aufgelöst – obwohl letztlich die gleiche Engine im Hintergrund werkelt, wirkt das Ergebnis wirklich wie ein neues Spiel. Auch die Charaktere sehen wesentlich schicker aus. Die Figuren sind, anders als im ersten Risen, nicht quasi aus einem Stück aufgebaut. Stattdessen bestehen sie in Teil 2 aus mehreren Modulen etwa für Kopf, Arme und Rumpf, was wesentlich bessere Animationen und mehr Abwechslung bei der Bekleidung erlaubt.
Risen 2 erscheint laut Publisher Deep Silver im ersten Quartal 2012. Das Spiel erscheint für Windows-PC und für Konsole – diesmal auch für die Playstation 3. Aus der technisch extrem schwachen Fassung für die Xbox 360 hat Piranha Bytes nach eigenen Angaben gelernt; die Fassung von Risen 2 für die Konsole soll deutlich besser sein.