Microsoft: Mit Crowdsourcing gegen Patenttrolle

Microsoft ist der erste Kunde des neuen Programms "Litigation Avoidance" von Article One Partners. Es soll das Vorgehen gegen Patenttrolle erleichtern, indem über ein Netz aus Wissenschaftlern Belege für die Ungültigkeit von Patenten gesammelt werden. Innerhalb weniger Wochen will Article One Partners so das notwendige Material sammeln können, das zur Verteidigung gegen Patentangriffe notwendig ist.
Dabei geht es vor allem um Patenttrolle, also um Unternehmen, die sich auf Patentklagen beschränken, ohne selbst ein operatives Geschäft zu betreiben. Denn hier versagt die übliche Verteidigungsstrategie von großen Konzernen: Auf Patentklagen mit eigenen Klagen wegen Patentverletzung zu antworten, um letztendlich einen Patenttausch zu erreichen. Ein Weg, den Microsoft mit seinem großen Patentprofilio erfolgreich bestreitet und dabei zudem noch gut verdient.
Nur, wenn das klagende Unternehmen sich ausschließlich auf Patentklagen beschränkt und kein weiteres Geschäft betreibt, bleibt keine Angriffsfläche für diese Strategie. Und in vielen Fällen sind die dabei angeführten Patente ungültig. Laut Article One Partners sind 46 Prozent der in Klagen angeführten Patente ungültig.
Dabei setzt Article One Partners(öffnet im neuen Fenster) auf Netzwerkeffekte: Alle Nutzer von Litigation Avoidance haben Zugriff auf alle darüber gesammelten Daten. Je mehr Kunden sich beteiligen, desto geringer werden die Kosten für die einzelnen Unternehmen. Die Wissenschaftler lockt das Unternehmen mit Geldprämien für gute Recherche. Bislang wurden dabei 1,3 Millionen US-Dollar an Wissenschaftler ausgeschüttet, so Article One Partners.



