Abo
  • Services:

Keine Logfiles

Beschlagnahmung der Server der Piraten technisch unsinnig

Das Piratenpad zeichnet keine IP-Adressen auf, was die Piratenpartei auch öffentlich gemacht hat. Die Begründung für die Beschlagnahmung der Festplatten der Server der Partei durch das Bundeskriminalamt ist damit hinfällig.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Piratenpad
Das Piratenpad (Bild: Piratenpartei / Golem.de)

Die Beschlagnahmungsaktion des Bundeskriminalsamts gegen die Server der Piratenpartei am 20. Mai 2011 war technisch offenbar sinnlos. Laut Durchsuchungsbeschluss wollten die Ermittler aus den Logdateien der Server, auf denen das Kommunikationstool Piratenpad liegt, Erkenntnisse dazu gewinnen, wer eine Distributed-Denial-of-Service-Attacke gegen die Webpräsenz des französischen Energiekonzerns Électricité de France (EDF) organisiert hatte. Doch IP-Adressen werden vom Piratenpad gar nicht aufgezeichnet.

Stellenmarkt
  1. alanta health group GmbH, Hamburg-Jenfeld
  2. Cluno GmbH, München

Piratenpad ist ein freier Etherpad-Server, der das gemeinsame Bearbeiten von Text im Browser in Echtzeit ermöglicht. Aleks Lessmann, ein Sprecher der Piratenpartei, sagte Golem.de: "Das Piratenpad ist für jeden nutzbar. Jeder gibt sich da seinen eigenen Namen, und die IP-Adressen werden grundsätzlich nicht aufgezeichnet. Die einzige IP-Adresse, die es da gibt, ist die 127.001, die bekommt jeder."

Auch im Impressum des Dienstes Piratenpad sei der Datenschutzhinweis zu lesen, dass die IP-Adressen der Nutzer anonymisiert würden, erklärte die Partei. Deshalb verwundere es, dass der Durchsuchungsbeschluss vom Amtsgericht Darmstadt ausgestellt wurde, da das BKA sich keine neuen Erkenntnisse erhoffen konnte. Betroffen von der Beschlagnahmung waren außer der Piratenpartei die Organisatoren der sozialen Proteste in Spanien, die Demokratiebewegung in Tunesien und der Dresdner Kirchentag, die alle das frei zugängliche Piratenpad nutzen. In dem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Darmstadt vom 19. Mai 2011 steht zudem, dass die französischen Behörden die Übermittlung eines Rechtshilfeersuchens lediglich angekündigt hatten, es lag den deutschen Behörden nicht vor.

Die Piratenpartei fordert lückenlose Aufklärung des Übergriffs auf ihre Infrastruktur, durch die alle bundesweiten Mailinglisten, das Forum, das Instant Messaging, das Wiki und der Online-Textverarbeitungsdienst der Partei abgeschaltet wurden. Wie Golem.de aus informierten Kreisen erfahren hat, könnte im hessischen Landtag durch einen Untersuchungsausschuss die Serverbeschlagnahmung zum Thema werden. Auch im Bundestag sei eine Anfrage möglich.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 319,90€ (Bestpreis!)
  2. (aktuell u. a.Transcend 256-GB-SSD 41,49€, Chieftec 550/600W Netzteile ab 42,90€)
  3. 229,99€

unsigned_double 01. Jun 2011

falsch, jede Adresse zwischen 127.0.0.0 und 127.255.255.255 allerdings sind die...

Der Kaiser! 01. Jun 2011

:)

Der Kaiser! 31. Mai 2011

Der Überwachungsstaat ist die Idee der EU. Es liegt an den Mitgliedern/Staaten diese...

Heho 31. Mai 2011

Gut wenigstens keine großen Überraschungen heute...

Der Kaiser! 31. Mai 2011

Dafür ist ein Forum super. :D


Folgen Sie uns
       


Energie: Warum Japan auf Wasserstoff setzt
Energie
Warum Japan auf Wasserstoff setzt

Saubere Luft und Unabhängigkeit von Ölimporten: Mit der Umstellung der Wirtschaft auf den Energieträger Wasserstoff will die japanische Regierung gleich zwei große politische Probleme lösen. Das Konzept erscheint attraktiv, hat aber auch entscheidende Nachteile.
Eine Analyse von Werner Pluta


    ANC-Kopfhörer im Test: Mit Ach und Krach
    ANC-Kopfhörer im Test
    Mit Ach und Krach

    Der neue ANC-Kopfhörer von Audio Technica ist in einem Bereich sogar besser als unsere derzeitigen Favoriten von Sony und Bose - ausgerechnet in der entscheidenden Disziplin schwächelt er aber.
    Ein Test von Ingo Pakalski

    1. Surface Headphones Microsofts erster ANC-Bluetooth-Kopfhörer kostet 380 Euro
    2. Sonys WH-1000XM3 Oberklasse-ANC-Kopfhörer hat Kälteprobleme
    3. Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

    Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
    Linux
    Wer sind die Debian-Bewerber?

    Nach schleppendem Beginn stellen sich vier Kandidaten als Debian Project Leader zur Wahl. Zwei von ihnen kommen aus dem deutschsprachigen Raum und stellen Golem.de ihre Ziele vor.
    Von Fabian A. Scherschel

    1. Betriebssystem Debian-Entwickler tritt wegen veralteter Werkzeuge zurück
    2. Linux Debian-Update verhindert Start auf ARM-Geräten
    3. Apt Bug in Debian-Paketmanager feuert Debatte über HTTPS an

      •  /