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Linux: Linus Torvalds veröffentlicht Kernel 3.0 rc1

Linus Torvalds hat die erste Vorabversion des nächsten Linux-Kernels unter der Versionsnummer 3.0.0 veröffentlicht. Der Kernel-Entwickler betont, dass er den Versionssprung nicht wegen neuer Funktionen vorgenommen hat.
/ Jörg Thoma
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Das Linux-Maskottchen Tux (Bild: Larry Ewing)
Das Linux-Maskottchen Tux Bild: Larry Ewing

Linus Torvalds hat die Versionsnummer des Linux-Kernels auf 3.0.0 erhöht(öffnet im neuen Fenster) . Vorher hatte er bereits angedeutet , dass er die Nummerierung der aktuellen Kernel-Reihe ändern wolle. Zunächst hatte er überlegt, von 2.6 auf 2.8 umzusteigen, entschied sich aber, nun gleich auf Version 3.0 zu wechseln. Als einer der Gründe nennt er das bevorstehende runde Jubiläum des Kernels: Am 17. September 1991 erschien Version 0.0.1.

Freilich ist es nicht so einfach, die Versionsnummer so grundlegend zu ändern. Das gibt auch Torvalds zu, der den Kernel zudem nur noch zweistellig statt wie bisher dreistellig nummerieren will. Sämtliche Verweise in dem Quellcode müssen angepasst werden, darunter auch die zahlreichen Skripte. Deshalb versah Torvalds die erste Vorabversion auch noch mit drei Stellen: 3.0.0rc1. Bis zur finalen Version sollen dann alle Anpassungen für 3.0 erfolgt sein.

Die dritte Stelle wird für die Updates reserviert, die nach der finalen Version nachgereicht werden, etwa bei Long-Term-Versionen.

Quick Fair Queueing

Zu den wichtigsten neuen Funktionen in Kernel 3.0 gehört das Quick fair Queueing(öffnet im neuen Fenster) im Netzwerkstack, das für eine effizientere Verteilung von Netzwerkpaketen sorgen soll. Mit der ICMP-Sockets-Funktion(öffnet im neuen Fenster) können künftig auch nicht privilegierte Anwendungen Echo-Requests senden.

Für den Hypervisor Xen wurde als letzte wichtige Funktion der Backend-Treiber für Block-Devices hinzugefügt. Damit kann der Linux-Kernel in Xen auch ohne Patches verwendet werden.

Zudem kann das Dateisystem Tmpfs auf erweiterte Attribute zugreifen. Posix kennt die Clock-Types CLOCK_REALTIME_ALARM und CLOCK_BOOTTIME_ALARM(öffnet im neuen Fenster) , um Systeme zu vorherbestimmten Zeiten aus dem Ruhezustand aufzuwecken.

Außerdem bringt der neue Kernel zahlreiche neue Treiber mit, etwa für MIPS-SoCs von Lantiq, Apples iSight-Mikrofone sowie für 8787-Bluetooth-Chips von Marvell oder Controller in Nvidias Tegra-Reihe. Zudem wurde der ARM-Zweig weiter aufgeräumt.

Der aktuelle Entwicklungszweig steht unter kernel.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit.


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