Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Hochspannung: Das Tesla Orchestra spielt Bach auf Resonanztransformatoren

Das Tesla Orchestra aus Cleveland, Ohio, spielt Bach und andere Musik nicht auf klassischen Instrumenten, sondern auf Resonanztransformatoren. Diese erzeugen neben Tönen auch beeindruckende Blitze.
/ Werner Pluta
27 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Tesla Orchestra: Diese Musik elektrisiert. (Bild: Paul Sobota)
Tesla Orchestra: Diese Musik elektrisiert. Bild: Paul Sobota

Eine wahrhaft elektrisierende Musikdarbietung hat das Tesla Orchestra(öffnet im neuen Fenster) auf Lager: Statt auf herkömmlichen Instrumenten, spielen die Musiker auf zwei elektrischen Transformatoren. Rein akustisch ist der Genuss etwas eingeschränkt, aber optisch macht das Konzert so einiges her.

Elektromusik

Das Instrumentarium des Tesla Orchestra besteht aus zwei Tesla-Transformatoren oder -spulen(öffnet im neuen Fenster) . Das sind Resonanztransformatoren, die eine hochfrequente Wechselspannung erzeugen. Entladen sich die Spulen, entstehen Lichtblitze. Mit einer herkömmlichen Tastatur bringen die Musiker die Resonanztransformatoren zum Schwingen – und dabei entstehen eben nicht nur Töne, sondern auch recht beeindruckende Blitze, die bis zu 4,5 Meter lang werden können.

 
Video: Konzert des Tesla Orchestra

Die dabei entstehenden Klänge erinnern an Wellenformen im Sägezahn-Muster, wie sie durch frühe Gitarrenverzerrer und einige Synthesizer bekanntwurden. Der Sinusklang einer Wechselspannung, den viele Musikliebhaber unfreiwillig als Netzbrummen kennen, ist aus dem Generator nicht zu vernehmen.

Musik für Transformatoren

Im Rahmen des Open Sparc Projects(öffnet im neuen Fenster) (OSP) hatte das Tesla Orchestra Musiker aufgerufen, Stücke für die Aufführung zur Verfügung zu stellen. Das Problem: Ein Tesla-Transformator kann immer nur eine Note erzeugen. Die Musiker müssten also monophone Stücke abliefern. Außerdem empfehlen(öffnet im neuen Fenster) die Organisatoren "lange Legato-Noten" , da ein Staccato auf einer Tesla-Spule nicht gut klinge.

 
Video: Fuge von Johann Sebastian Bach

Die eingereichten Stücke waren bis auf zwei Ausnahmen aber Kompositionen, die eigens für OSP geschrieben wurden, bei denen also die Eigenschaften der Tesla-Transformatoren berücksichtigt sind. Schwieriger wurde es bei dem Stück This Is The Remix des Musikers Girl Talk, das aus Remixes anderer Stücke von Bananarama bis Beastie Boys besteht.

Bach mit Blitz

Der Elektrosound macht aber auch vor der deutschen Klassik nicht halt: Die Musiker haben die Passacaglia und Fuge in c-Moll(öffnet im neuen Fenster) (BWV 582) von Johann Sebastian Bach unter Hochspannung gesetzt. Auch das Stück Poker Face von Lady Gaga haben die Musiker bereits auf ihren Tesla-Transformatoren gespielt.

 
Video: Poker Face von Lady Gaga

Das Tesla Orchestra ist eine Gruppe von Musikern der Case-Western-Reserve-Universität in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio. Dort findet auch das nächste Konzert statt: Am 11. Juni 2011 führt das Tesla Orchestra die besten OSP-Stücke auf.


Relevante Themen