Barrierefreiheit

Computersystem soll Blindenstock ersetzen

Ein computergestütztes System soll Blinden die Orientierung ermöglichen. Eine Kamera nimmt die Umgebung auf. Ein Computer wertet deren Bilder aus und geleitet den Nutzer um Hindernisse herum.

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Hindernisse werden erkannt und umgangen.
Hindernisse werden erkannt und umgangen. (Bild: University of Southern California)

Wissenschaftler der Universität von Südkalifornien in Los Angeles haben ein Navigationssystem entwickelt, das Blinden die Orientierung in einer unbekannten Umgebung erleichtern soll. Eine Kamera erkennt Hindernisse und macht den Nutzer mit Hilfe fühlbarer Signale darauf aufmerksam.

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Das System besteht aus einer Kamera, die der Nutzer auf dem Kopf trägt. Die Bilder werden in einen Computer gespeist, wo sie von einer speziellen Software, einem Simultaneous-Localization-and-Mapping-System (deutsch etwa: Simultane Lokalisierung und Kartenerstellung, Slam), ausgewertet werden. Die Software erstellt eine Karte, nach der der Nutzer geleitet wird.

  • Aktuelle Version des Navigationssystems. Die Kamera soll durch eine kleinere ersetzt werden. (Bild: University of Southern California)
  • Die Software erkennt Hindernisse und leitet den Nutzer vorbei. (Bild: University of Southern California)
Aktuelle Version des Navigationssystems. Die Kamera soll durch eine kleinere ersetzt werden. (Bild: University of Southern California)

Der Nutzer trägt eine Weste, in die vier kleine Motoren eingenäht sind, die vergleichbar einem Mobiltelefon vibrieren. Sie sitzen an den Schultern und an der Taille und sollen den Träger der Weste dirigieren. So könnte einer der Motoren an den Schultern beispielsweise auf ein Hindernis hinweisen, das sich nicht auf dem Boden befindet.

Das System sei viel effizienter als ein Blindenstock, erklärt Gérard Medioni, einer der Entwickler. Manche Hindernisse, etwa niedrig hängende Zweige, seien damit nur schwer auszumachen. "Wir wollten ein effektives System schaffen, das Sehbehinderte neue Möglichkeiten eröffnet."

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In der derzeitigen Fassung sei die Kamera jedoch noch zu klobig, sagen die Wissenschaftler. Sie wollen sie durch eine kleinere ersetzen, die an einer Brille befestigt werden kann. Bis Ende des Jahres soll das überarbeitete System fertig sein.

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