Diebstahlsvorwurf: Paypal klagt wegen neuem Bezahlsystem Google Wallet

Paypal hat Google wegen Diebstahls geistigen Eigentums und Betrugs verklagt. Google stellte gestern in New York sein mobiles Bezahlsystem Google Wallet vor. Im Zentrum der 28-seitigen Klageschrift (PDF)(öffnet im neuen Fenster) des eBay-Zahlungsdienstleisters steht Osama Bedier, Googles Vice President Payments, der neun Jahre für Paypal gearbeitet hatte. Bedier gehörte zu dem Team, das Google Wallet präsentierte.
Google habe Bedier vor vier Monaten angestellt, um Paypals Geschäftsgeheimnisse zu stehlen, so der Vorwurf. Bedier soll vor seinem Weggang bei Paypal internes Know-how kopiert haben. Weiter erhebt Paypal Vorwürfe gegen die frühere eBay-Managerin Stephanie Tilenius, die seit 2009 für Google arbeitet. Sie habe im vergangenen Jahr begonnen, Bedier abzuwerben. Tilenius ist Google Vice President of Commerce. Der damalige Google-Chef Eric Schmidt und Mitbegründer Larry Page sollen sich im letzten Herbst persönlich mit Bedier getroffen haben, behauptet Paypal.
"Manchmal macht das Verhalten von Menschen und Konkurrenten eine Klage einfach unerlässlich, um eines der wichtigsten Besitztümer eines Unternehmens zu schützen: seine Geschäftsgeheimnisse" , erklärte Paypal in seinem Firmenblog(öffnet im neuen Fenster) .
Google setzt bei der mobilen App Google Wallet(öffnet im neuen Fenster) auf die drahtlose Kommunikationstechnologie Near Field Communication (NFC) in Android-basierten Smartphones. Google kooperiert dabei mit dem Finanzdienstleister Citigroup, der Kreditkartenorganisation Mastercard und dem US-Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel. "Eine Tages werden auch Dinge wie Bordkarten, Tickets, IDs und Schlüssel in Google Wallet gespeichert werden" , erklärte Google.