Youtube: Immer mehr Abrufe und verärgerte Telekom-Nutzer
Youtube vermeldet, dass bei seinen täglichen Videoabrufen erstmals die Drei-Milliarden-Marke geknackt wurde. Das entspricht dem Unternehmen zufolge im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 50 Prozent. Youtube läuft damit langsam aber sicher den Fernsehsendern den Rang ab – und will das mit eigenen professionellen Videoinhalten noch steigern.
Auch die Zahl der über Youtube veröffentlichten Videos hat sich deutlich gesteigert. Im Schnitt werden laut offiziellem Youtube-Blog 48 Stunden Video pro Minute hochgeladen(öffnet im neuen Fenster), was eine Steigerung um 37 Prozent innerhalb der letzten sechs Monate und eine Steigerung um 100 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate bedeute.
Das Youtube-Team fragt sich nun, wie lange es dauern wird, bis das erste Mal 72 Stunden Video pro Minute hochgeladen werden. Derweil fragen sich Telekom-Nutzer, wann sie Youtube-Videos endlich ohne lange Wartezeiten und ohne Unterbrechungen sehen können.
Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus versprach ein Telekom-Sprecher kürzlich, dass die Kapazitäten verdreifacht(öffnet im neuen Fenster) werden sollen. Allerdings erwarte die Telekom weiterhin, "dass verkehrsintensive Anbieter wie Youtube dafür bezahlen, dass ihre großen Datenströme [...] gemanagt werden", so der Unternehmenssprecher.
Wenn Internetprovider datenintensive Dienste gegen Bezahlung bevorzugen, könnte das die Netzneutralität gefährden und zu einem Zwei-Klassen-Internet führen, befürchten Kritiker. Ähnlich sieht es aus, wenn datenintensive Dienste gedrosselt werden oder absichtlich oder unabsichtlich nicht genug Bandbreite zur Verfügung haben.
Bereits auf der Cebit 2011 hatte Golem.de den Telekom-Technikchef Bruno Jacobfeuerborn gefragt, ob die Telekom aktiv die Bandbreite für Youtube reduziere. Jacobfeuerborn verneinte das. Ein Leser hatte kurz zuvor berichtet, dass er über die Telekom-Leitung mit testweise aktiviertem VPN Youtube-Videos merklich schneller abrufen konnte. Die gemessenen Werte zeigten das eindeutig.
Davon berichtete kürzlich auch der Blogger Carsten Knobloch: "Ich kenne Menschen, die nutzen mittlerweile BlackVPN, damit sie störungsfrei Youtube ansurfen können, ohne horrende Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen.". Knobloch schrieb in seinem privaten Blog stadt-bremerhaven.de unter der Überschrift "Youtube ist bei der Telekom langsam(öffnet im neuen Fenster)" von seinem Ärger über die Telekom.
"Youtube macht keinen Spaß. Total lahm. Kurioserweise habe ich dies nur festgestellt, wenn ich mit der Telekom unterwegs bin. Andere Provider funktionieren besser", schrieb Knobloch. Er kenne kaum Nutzer, die nicht über die mangelnde Geschwindigkeit meckern würden. Der Golem.de-Redaktion geht es da nicht anders.
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