Office: Calligra greift Openoffice an
Das vor rund fünf Monaten von zahlreichen Koffice-Entwicklern gegründete Projekt Calligra(öffnet im neuen Fenster) hat eine erste Vorabversion seiner Office-Suite veröffentlicht. Calligra basiert auf Koffice, der neue Name soll aber deutlich machen, dass es nicht um Büroapplikationen für KDE geht, denn Calligra soll auf verschiedenen Plattformen laufen. Man wolle die beste freie und plattformübergreifende Office-Suite entwickeln, heißt es in der Ankündigung des ersten Snapshots von Calligra 2.4. Damit greift Calligra nicht nur Koffice an, sondern auch Openoffice und das davon abgespaltene Libreoffice.
Seit der Gründung des Calligra-Projekts wurden laut den Entwicklern die Kernbibliotheken der Office-Suite sowie sämtliche Applikationen verbessert. Künftig soll jeden Monat ein neuer Snapshot veröffentlicht werden, bis im Oktober 2011 die Veröffentlichung der Finalversion ansteht. Die Snapshots sollen in Form fertiger Pakete von den gängigen Linux-Distributionen zum Download angeboten werden.
Neue Applikationen: Flow und Braindump
Der erste Calligra-Snapshot enthält zwei neue Applikationen: Flow und Braindump. Bei Flow handelt es sich um ein Programm zum Erstellen von Flussdiagrammen, das sich an Microsoft Visio orientiert. Braindump ist eine Notizapplikation auf Basis der Calligra-Frameworks. Damit lassen sich neben Texten auch Bilder und Videos in die Notizen einbetten.
Viel Arbeit stecken die Entwickler in die Verbesserung des Userinterface. Hier wurden Schwachstellen identifiziert und begonnen, die dabei entstandenen Ideen umzusetzen. Noch sei man aber weit von der Fertigstellung der Pläne entfernt, heißt es in der Ankündigung. Daher bitten die Entwickler diesbezüglich noch um Geduld, denn das Userinterface (UI) des aktuellen Snapshots sei weit davon entfernt, gut zu sein.
Spezielle UIs für Tablets und Smartphones
Spezielle UIs namens Calligra Active und Calligra Mobile stehen für den Einsatz auf Tablets und Smartphones bereit. Calligra Active ist Teil der Initiative Plasma Active und soll demnächst unter Meego laufen. Calligra Mobile hieß früher Freoffice und kann auf dem Smartphone Nokia N900 verwendet werden, lässt sich aber auch für andere Smartphones anpassen.
Schneller und mit besserem Dateiimport
Darüber hinaus soll die Software deutlich schneller sein, was auf Verbesserungen der Kernbibliotheken zurückgeht. Das soll helfen, Calligra auch auf Smartphones und älteren Rechnern zu nutzen.
Verbessert wurden auch die Plugins zur Dateiumwandlung. So wird nun auch Smart Art aus MS Office 2007 und folgenden Versionen unterstützt.
Die Bibliothek für Textlayout und -rendering wurde komplett überholt. So lassen sich nun auch Tabellen mit Seitenumbrüchen und Tabellen in Tabellen darstellen. Fuß- und Endnoten sind editierbar. Auch gibt es eine erste Unterstützung von "Sections", wie sie im Open-Document-Format (ODF) definiert sind.
Trennung zwischen Office-Engine und UI
Attraktiv für Gerätehersteller soll Calligra sein, da sich die Software weitgehend anpassen lässt. Dazu wurde der Calligra-Kern, die sogenannte Office-Engine, weitgehend vom Userinterface getrennt. Dadurch sollen sich neue UIs künftig einfacher umsetzen lassen.
Neben Calligra Active und Calligra Mobile steht derzeit noch ein weiteres mobiles UI auf Basis von Qt Quick zur Verfügung. Dieses soll sich später leicht auf neue Geräteklassen wie Tablets übertragen lassen. Darüber hinaus soll es mindestens drei weitere UIs von Firmen geben, die bislang aber noch nicht veröffentlicht wurden.
Wenig Ballast
Calligra sei im Vergleich zu anderen freien Office-Suites ein Leichtgewicht, so die Entwickler. Gemeint sein dürften damit in erster Linie Openoffice und Libreoffice. Man gehe daher davon aus, dass Calligra die dominierende freie Office-Suite auf mobilen Geräten werden wird.
Der Calligra 2.4 Snapshot 1(öffnet im neuen Fenster) steht ab sofort unter kde.org(öffnet im neuen Fenster) im Quelltext zum Download bereit. Diverse Linux-Distributionen sollen demnächst fertige Pakete zur Verfügung stellen.
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