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Asus Eee Pad Transformer im Test: Wandlungsfähiges Android-Tablet im Bronzelook

Das Transformer ist das erste Honeycomb-Tablet von Asus . Mit der optionalen Dockingstation wandelt es sich zum Netbook. Im Test entdeckten wir nur wenige Besonderheiten – eigenwillig ist vor allem das Design.
/ Jörg Thoma
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Das Eee Pad Transformer von Asus samt Dockingstation (Bild: Golem.de)
Das Eee Pad Transformer von Asus samt Dockingstation Bild: Golem.de

Das Asus Eee Pad Transformer ist ein schnelles Tablet mit Android 3.0.1 alias Honeycomb. Mit seinem 10,1-Zoll-IPS-Display reiht sich das Asus-Tablet in die großen Tablets ein, die in den vergangenen Wochen erschienen sind. Intern arbeitet eine CPU mit zwei Kernen mit 1,0 GHz von Nvidias Tegra-Reihe. Mit der als optional angebotenen Dockingstation wandelt sich das Tablet zu einem Netbook samt Tastatur und Touchpad.

Asus Eee Pad Transformer – Test
Asus Eee Pad Transformer – Test (02:48)

Antiker Bronzelook

Das Transormer hat einen Rahmen aus Aluminium, die leicht gewölbte Rückseite besteht aus Plastik mit einem eigenwilligen eingeprägten Muster. Farblich ist das Gerät im Bronzelook gestaltet. Das Tablet ist mit 13 mm genauso dünn wie das Samsung 10.1V , aber dicker als das iPad 2 . Mit 689 Gramm wiegt es auch rund 100 Gramm mehr als das Tablet von Samsung (580 Gramm) und das iPad 2 (600 Gramm).

Neben dem aus dem Hause Nvidia stammenden Tegra 2 SoC mit zwei Kernen, die mit jeweils 1 GHz getaktet sind, hat Asus dem Tablet 1 GByte Arbeitsspeicher spendiert. Intern stehen 16 GByte Speicher zur Verfügung, die mit einer externen Micro-SD-Karte erweitert werden können. Zusätzlich bietet Asus unbegrenzten Cloud-Speicher an(öffnet im neuen Fenster) , der im ersten Jahr kostenlos ist.

MT-Protokoll für den Datentransport

Für den Datentransfer verwendet das Transformer das Media Transfer Protokoll (MTP)(öffnet im neuen Fenster) , das auch Motorolas Xoom und das Samsung 10.1V nutzt. Damit können unter Windows im Explorer Dateien auf das Gerät übertragen werden. Andere Dateimanager können mit dem Protokoll allerdings nicht umgehen, etwa der Total Commander. Unter Mac OS X wird die Software Android File Transfer benötigt. Linux-Benutzer müssen gegenwärtig selbst die entsprechenden Udev-Beschreibungen(öffnet im neuen Fenster) nachliefern. Dafür muss die ID des Geräts bekannt sein. Spätere Versionen von Udev dürften die entsprechenden ID-Informationen nachliefern.

Satte Farben auf dem IPS-Display

Das 10,1 Zoll große IPS-Display schafft eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln und ist blickwinkelstabil. Die Farbqualität ist fast vergleichbar mit dem PLS-Display des Samsung 10.1V, das aber sattere Rot- und Blautöne zeigt. Allerdings wirkt das Samsung-Display farblich kühler, da es einen bläulichen Stich hat. Das kleine Display des iPad 2 zeigt ebenfalls sattere Farben als das Transformer, wenn auch geringfügig. Die automatische Helligkeitsregulierung des Transformer macht allerdings Probleme. Über einen Mini-HDMI-Anschluss kann das Transformer mit einem externen Monitor verbunden werden.

Schlechte Helligkeitssteuerung durch Android

Im Halbschatten reduziert das Gerät die Helligkeit so weit, dass der Bildschirminhalt kaum noch lesbar ist. Das gilt allerdings für alle anderen Android-Tablets auch, die wir bisher getestet haben. Denn Android 3.0 bietet lediglich zwei Einstellungen für die Helligkeit, "Automatik" oder "Manuell", und keine Semiautomatik wie iOS oder WebOS.

Die Tonqualität ist in Ordnung. Die seitlich platzierten Lautsprecher werden bei normaler Nutzung verdeckt. Der Klang leidet darunter aber nicht, denn er entweicht auch über die an der unteren Seite des Rahmens eingefrästen Öffnungen für die Dockingstation. Dezidierte Klangeinstellungen, etwa wie beim Acer Iconia, fehlen indes: Es lassen sich weder Höhen noch Tiefen regulieren.

Unterdimensionierte Kamera ohne Blitz

Die verbaute Kamera, deren Objektiv sich auf der Rückseite des Geräts befindet, ist mit 5 Megapixeln im Vergleich zu Samsungs Galaxy 10.1V unterdimensioniert. Außerdem fehlt ein Blitzlicht. Für die Videotelefonie mit Google Talk ist auf der Vorderseite eine 1,2-Megapixel-Kamera eingebaut.

Die Akkulaufzeit ist ordentlich, bei normaler Benutzung reicht sie durchaus für einen Tag. Bei intensiver Benutzung, etwa beim Abspielen von hochauflösenden Flash-Videos im Internet und Spielen von grafisch anspruchsvollen Games bei hundertprozentiger Helligkeit sinkt die Akkulaufzeit allerdings deutlich, was wir auch beim Acer Iconia bemerkt haben . Das lässt sich aber auch auf die Leistungsfähigkeit der Chipsätze der Tablets zurückführen. Ordentlich aufladen lässt sich das Eee Pad Transformer nur mit dem mitgelieferten Ladegerät. Zwar zieht es über den USB-Port auch von einem Rechner Strom, allerdings lädt sich der Akku dabei nur auf, wenn sich das Tablet im Ruhezustand befindet. Selbst über Nacht ließ sich das Gerät so nicht vollständig aufladen. In der Dockingstation ist ebenfalls ein Akku enthalten, der die Laufzeit verdoppeln soll.

Flash-Inhalte machen Probleme

Im Browser dargestellte Webseiten ohne Flash-Inhalte ließen sich flüssig und schnell auf und ab bewegen. Flash-Inhalte auf einer Webseite verlangsamten das Scrollen, und es kam zu Rucklern. Das ist aber bei anderen Tablets genauso. Beim ersten Aufrufen einer Webseite mit Flash-Inhalten erscheint ein Hinweis, dass der Flash-Player aus dem Android-Market nachinstalliert werden muss.

Das Transformer verbindet sich per WLAN mit dem Netzwerk. Das verbaute Modul unterstützt Single-Band-WLAN nach IEEE 802.11b/g/n. Zusätzlich bietet das Tablet von Asus Bluetooth 2.1. Außerdem können sich weitere mobile Geräte mit dem Transformer über USB, WLAN oder Bluetooth verbinden. Damit lässt sich das Transformer auch als WLAN-Hotspot nutzen. Ein 3G-Modem fehlt komplett.

Mit Dockingstation zum Netbook

Mit der Dockingstation wandelt sich das Transformer zu einem Netbook. Das Dock hat dafür einen Anschluss mit Scharnieren, in dem das Tablet angeschlossen wird. Eine Arretierung fixiert das Tablet, das dann lediglich als Bildschirm dient. Die Dockingstation enthält eine Tastatur mit speziellen Funktionstasten für Android Honeycomb. Zusätzlich bietet das Dock einen Touchpad und auf dem Tabletbildschirm erscheint ein Mauszeiger.

An der Dockingstation ist ebenfalls ein Anschluss für das Ladegerät, mit dem der dort verbaute Akku aufgeladen werden kann. Zusammen mit dem Akku im Tablet soll das Netbook bei normaler Benutzung 16 Stunden durchhalten. Das Dock bietet zusätzlich zwei Standard-USB-Anschlüsse und einen Einschub für Standard-SD-Karten. Zusammen mit dem Tablet wiegt das Dock genauso viel wie das NC10-Netbook von Samsung, nämlich 1.326 Gramm.

Verfügbarkeit

Erste Geräte sollen Mitte Juni 2011 noch mit Honeycomb 3.0.1 erscheinen. Ein Update auf das für Juni 2011 angekündigte Android 3.1 will Asus nachliefern. Dann sollten auch USB-Peripheriegeräte wie Kameras direkt an das Transformer angeschlossen werden können. Das Asus-Tablet soll es in zwei Varianten geben: Die Version mit 32 GByte Speicher soll 499 Euro kosten, die kleinere Variante mit 16 GByte Speicher 399 Euro. Wann die 16-GByte-Variante in Deutschland erhältlich sein wird, steht noch nicht fest. Die Dockingstation wird für 149 Euro optional erhältlich sein.

Fazit

An dem Transformer ist wenig auszusetzen. Als Tablet hat es aber keine herausragenden Eigenschaften, sieht man von dem etwas eigenwilligen Design ab. Die schwachen Kameras und das fehlende Blitzlicht trüben den Gesamteindruck etwas. Ansonsten zeigt es sich genauso leistungsfähig wie seine Konkurrenten. Das IPS-Display ist nur etwas weniger farbintensiv als das iPad 2 und farblich wärmer als das PLS-Display des Samsung 10.1V.

Die Dockingstation erweist sich allerdings als sinnvolle Ergänzung. Mit Tastatur und Touchpad und dem zusätzlichen Akku lässt sich das Transformer wie ein Netbook nutzen.


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