Audiofilter: Der Klang der Liebe
Software, die XXX-Inhalte erkennt und den Zugang dazu blockiert, ist nichts Besonderes. Die Erkennung der sogenannten Pornofilter erfolgt auf optischer Basis, indem Bilder analysiert und klassifiziert werden, auf denen zu viel Haut zu sehen ist. Die Programme arbeiten jedoch sehr ungenau.
Ton statt Bild
Chonghyon Kim und Myungjong Kim(öffnet im neuen Fenster) , zwei Wissenschaftler aus Südkorea, haben einen anderen Zugang gewählt. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist(öffnet im neuen Fenster) . Sie filtern auf der Basis von Tönen.
Die Wissenschaftler erzeugten zunächst mit Hilfe der Radon-Transformation(öffnet im neuen Fenster) Spektrogramme von verschiedenen Audiodateien. Die jeweils eine halbe Sekunde langen Schnipsel enthielten Musik, Sprache und Pornogeräusche. Anschließend verglichen die beiden Forscher vom Speech Recognition Lab des Korea Advanced Institute of Science and Technology (Kaist) die Dateien.
Unterschiedliche Tonlagen
Dabei stellten sie fest, dass Sprache eine relativ niedrige Tonlage hat, wohingegen Musik ein breites Spektrum an Tonhöhen aufweist. Diese Muster ändern sich nur wenig. Die Geräusche aus den Pornovideos hingegen sind eher hoch, ändern sich schnell, wiederholen sich aber regelmäßig.
Auf der Grundlage dieser Muster entwickelten die beiden eine Software, die Pornografie am Ton erkennt. Sie testeten die Software anhand von verschiedenen Videos, die sie aus dem Internet geladen hatten, darunter Musik-, Nachrichten-, Film-, Sport- und natürlich Pornovideos. Die Software konnte Letztgenannte mit hoher Genauigkeit richtig zuordnen: Die Trefferquote lag bei 93 Prozent.
Lachen ist wie Stöhnen
Allerdings ist auch der Audiofilter nicht fehlerfrei: Ist das lustvolle Stöhnen mit Musik unterlegt, lässt sich die Software täuschen und hält das entsprechende Video für harmlos. Umgekehrt klassifiziert sie manche Sitcoms fälschlicherweise als Pornografie: Das zuweilen eingeblendete Gelächter weist ein ähnliches Muster auf wie das Stöhnen.
Die beiden Kims wollen ihre Erkenntnisse beim International Workshop on Content-Based Multimedia Indexing(öffnet im neuen Fenster) vorstellen, der Mitte Juni 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfindet.



