Abo
  • IT-Karriere:

Nach Serverbeschlagnahmung

Piratenparteien wollen sich gegenseitig schützen

Die Piratenparteien planen eine international verteilte und damit besser geschützte Kommunikationsinfrastruktur. Damit sollen sich Serverbeschlagnahmungen wie in Deutschland weniger stark auf die politische Arbeit auswirken.

Artikel veröffentlicht am ,
Pirates to the rescue! Das Logo der Piratenpartei im bewölkten Himmel
Pirates to the rescue! Das Logo der Piratenpartei im bewölkten Himmel (Bild: Torsten Krahn/Piratenpartei Deutschland)

Nach der Serverbeschlagnahmung der Piratenpartei durch das deutsche Bundeskriminalamt wird mit den Piratenparteien aus dem Ausland über eine gemeinsame, international verteilte und damit besser gegen Ausfälle geschützte Infrastruktur nachgedacht. Die Piratenpartei Deutschland hat am Tag der Beschlagnahmung ihrer Server bereits Hilfe von einigen Piratenparteien aus dem Ausland zugesagt bekommen. Außerdem wurde eine engere technische Zusammenarbeit vereinbart.

Stellenmarkt
  1. Badenoch + Clark, München
  2. BWI GmbH, Weiden in der Oberpfalz

"Die Parteivorstände aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg waren sich einig, dass eine internationale Verteilung der Infrastruktur der Partei dringend erforderlich ist", so der Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Sebastian Nerz. Die Piratenparteien aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg sind deshalb bereits dabei, eine redundante Technikinfrastruktur aufzubauen. Unterstützung erhalten sie dabei vom Internationalen Weltverband der Piratenparteien, Pirate Parties International (PPI).

Die Abschaltungen der Kommunikationseinrichtungen "einer demokratischen Partei ohne Rücksicht auf die rechtliche Situation und in einer verfassungswidrigen Weise" dürfe sich nicht wiederholen, so Nerz. "Wird es doch versucht, werden wir mit Hilfe der internationalen Piratenparteien verhindern, dass uns staatliche Behörden zum Schweigen bringen", so Nerz weiter.

Überreaktion des BKA?

Die Piratenpartei Deutschland beschreibt die am Morgen des 20. Mai 2011 erfolgte Abschaltung und Beschlagnahmung ihrer Server als undemokratisch, rechtlich bedenklich und unverhältnismäßig. Die Piratenpartei sei damit unmittelbar vor den Landtagswahlen in Bremen ihrer zentralen Kommunikationswege und Meinungsbildungsinstrumente beraubt worden.

Mittlerweile ist auch mehr zu den Hintergründen bekanntgeworden: "Unbekannte Dritte sollen im vergangenen April in einer frei zugänglichen Textablage auf der IT-Infrastruktur der Piraten einen kryptographischen (SSH-) Schlüssel abgelegt haben, der zum Angriff auf einen Server des französischen Energiekonzerns EDF hätte verwendet werden können", heißt es in der gemeinschaftlichen Piratenparteienankündigung vom 21. Mai.

Laut Piratenpartei Deutschland werde damit der Eindruck erweckt, dass durch die Aktion der Staatsanwaltschaft ein Angriff verhindert worden sei, kritisiert Piratenparteisprecher Christopher Lang. Die Abschaltung der Server der Piratenpartei habe aber nicht zu einer Verbesserung der Sicherheitssituation beigetragen. Lang: "Die Vorstellung, ein SSH-Schlüssel sei eine Angriffswaffe, ist Unsinn." Werde ein SSH-Schlüssel kompromittiert, so sei die einzig sinnvolle Reaktion, den Schlüssel auf allen betroffenen Servern zu ändern, um einen Angriff zu verhindern.

Piratenpartei erinnert an Attac-Razzia

"Nach den Hausdurchsuchungen bei Attac ist dies bereits der zweite Fall einer massiven und unnötigen Überreaktion deutscher Behörden, die demokratische Grundprinzipien verletzt. Der Vorfall zeigt auch, dass die gesetzliche Lage zur Providerhaftung dringend überarbeitet werden muss", heißt es seitens der Piratenpartei Deutschland.

Das Büro der Bürgerrechtler von Attac wurde am 14. April 2011 wegen der Veröffentlichung eines geheimen Gutachtens durchsucht. Das staatliche Gutachten war vom Bayerischen Landtag in Auftrag gegeben worden und analysiert die mögliche Haftbarkeit der Vorstände und Verwaltungsräte der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Die BayernLB geriet Anfang 2008 infolge der im Vorjahr ausgebrochenen Finanzmarktkrise unter finanziellen Druck. Sie hatte in Immobilienkredite am Subprime-Markt investiert. Attac vermutet hinter der Durchsuchung eine Drohgebärde der Finanzindustrie und von Politikern, "die sich ihrer Verantwortung nicht stellen wollen". Attac hatte nach der Razzia seinerseits rechtliche Schritte eingeleitet.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 249€ + Versand
  2. 94,90€ + Versand mit Gutschein QVO20
  3. 99,90€

supertoolerfrei... 23. Mai 2011

hier mal exemplarisch ein ssh key, für alle befürworter solcher actionen! ssh-rsa...

OSX808 23. Mai 2011

Aua, sowas tut weh. *lol*

laZee 23. Mai 2011

Nur wenn du ein Backup hast, hast du nicht gleich eine ausfallsichere Infrastruktur. Und...

snapy666 22. Mai 2011

Das stimmt natürlich und meine Stimme haben Sie jetzt auch, nachdem ich mich auf Ihrer...

Anon 22. Mai 2011

Die deutsche Polizei biedern sich da wohl als anachronistische Ordnertruppe an...


Folgen Sie uns
       


iPad Mini (2019) - Fazit

Nach vier Jahren hat Apple ein neues iPad Mini vorgestellt. Das neue Modell hat wieder einen 7,9 Zoll großen Bildschirm und unterstützt dieses Mal auch den Apple Pencil.

iPad Mini (2019) - Fazit Video aufrufen
Adblock Plus: Adblock-Filterregeln können Code ausführen
Adblock Plus
Adblock-Filterregeln können Code ausführen

Unter bestimmten Voraussetzungen können Filterregeln für Adblocker mit einer neuen Funktion Javascript-Code in Webseiten einfügen. Adblock Plus will reagieren und die entsprechende Funktion wieder entfernen. Ublock Origin ist nicht betroffen.
Von Hanno Böck

  1. Urheberrecht Axel-Springer-Verlag klagt erneut gegen Adblocker
  2. Whitelisting erlaubt Kartellamt hält Adblocker-Nutzung für "nachvollziehbar"
  3. Firefox Klar Mozilla testet offenbar Adblocker

Swobbee: Der Wechselakku kommt wieder
Swobbee
Der Wechselakku kommt wieder

Mieten statt kaufen, wechseln statt laden: Das Berliner Startup Swobbee baut eine Infrastruktur mit Lade- und Tauschstationen für Akkus auf. Ein ähnliches Geschäftsmodell ist schon einmal gescheitert. Dieses kann jedoch aufgehen.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Elektromobilität Seoul will Zweirad-Kraftfahrzeuge und Minibusse austauschen
  2. Rechtsanspruch auf Wallboxen Wohnungswirtschaft warnt vor "Schnellschuss" bei WEG-Reform
  3. Innolith Energy Battery Schweizer Unternehmen entwickelt sehr leistungsfähigen Akku

Passwort-Richtlinien: Schlechte Passwörter vermeiden
Passwort-Richtlinien
Schlechte Passwörter vermeiden

Groß- und Kleinbuchstaben, mindestens ein Sonderzeichen, aber nicht irgendeins? Viele Passwort-Richtlinien führen dazu, dass Nutzer genervt oder verwirrt sind, aber nicht unbedingt zu sichereren Passwörtern. Wir geben Tipps, wie Entwickler es besser machen können.
Von Hanno Böck

  1. Acutherm Mit Wärmebildkamera und Mikrofon das Passwort erraten
  2. Datenschutz Facebook speicherte Millionen Passwörter im Klartext
  3. Fido-Sticks im Test Endlich schlechte Passwörter

    •  /