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Möglicher Angriff: Server der Polizei und des Bundeskriminalamts offline (Upd.)

Hacker greifen zum Wochenende die Server der Polizei und des Bundeskriminalamts an. Die Piratenpartei vermutet, dass das Kollektiv Anonymous hinter den Angriffen steckt.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Achim Sawall
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Gebäude des Bundeskriminalamts (BKA) (Bild: Reuters/Fabrizio Bensch)
Gebäude des Bundeskriminalamts (BKA) Bild: Reuters/Fabrizio Bensch

Für einige Zeit war am 20. Mai 2011 die Webseite des Bundeskriminalamts(öffnet im neuen Fenster) nicht erreichbar. Polizei.de, die offizielle Webseite der deutschen Polizei, ist weiterhin offline. "BKA.de und Polizei.de sind down, nach Vermutungen war Anonymous am Werk" , heißt es in einem Twitter-Beitrag(öffnet im neuen Fenster) der Netzpolitikpartei.

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts bestätigte Golem.de den Ausfall. "Die Seite war tatsächlich zwischendurch offline. Ob es Angriffe gegeben hat, müssen wir prüfen. Das können wir noch nicht beurteilen."

Bernd Schlömer über die Beschlagnahmung der Server der Piratenpartei Deutschland
Bernd Schlömer über die Beschlagnahmung der Server der Piratenpartei Deutschland (04:31)

Den Hackerangriffen auf die Polizei- und BKA-Webseiten ging die Beschlagnahmung der Server der Piratenpartei voraus, die heute morgen um 9:15 Uhr auf Grund eines Durchsuchungsbefehls der Staatsanwaltschaft Darmstadt auf richterliche Anordnung hin abgeschaltet wurden. Die Ermittlungen richteten sich laut Angaben der Piratenpartei gegen unbekannte Nutzer der IT-Angebote und den Inhalt eines Piratenpads. Dahinter soll nach Informationen aus informierten Kreisen Anonymous stehen.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden sei darüber ein SSH-Key veröffentlicht worden, der zu einem Angriff auf einen Server des französischen Energiekonzerns Électricité de France verwendet werden könne.

Die Piratenpartei distanzierte sich von den Attacken auf die Webseiten des Bundeskriminalamts und der Polizei. "Dass die gesamte Informationsstruktur der größten außerparlamentarischen Oppositionspartei mit einem Streich vom Netz genommen wird, ist ein einmaliger Vorfall. Wir kritisieren und verurteilen das völlig unangemessene Vorgehen der Ermittlungsbehörden zwar, aber die Geschehnisse sind kein Grund, andere Webseiten anzugreifen. Davon distanzieren wir uns ausdrücklich" , sagte Sebastian Nerz, Vorsitzender der Piratenpartei. Der stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland, Bernd Schlömer, hat sich ähnlich in einem Videostatement auf Youtube(öffnet im neuen Fenster) geäußert.


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