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Tera angespielt: Echtzeitkampf im Fantasyland

Von Onlinerollenspielen wie World of Warcraft soll sich Tera unter anderem durch actionreiche Kämpfe unterscheiden: Gefechte laufen nicht rundenweise ab, sondern Geschicklichkeit und Tempo sind entscheidend. Golem.de hat die ersten Level in dem MMORPG bereits bewältigt.
/ Peter Steinlechner
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Tera (Bild: Frogster)
Tera Bild: Frogster

Der erste Kampf in einer neuen Onlinewelt ist meistens etwas Besonderes. Zum einen müssen auch erfahrene Spieler oft noch lernen. Zum anderen wäre es doch zu peinlich, vor den Augen der anderen Serverbesucher gleich beim ersten Gegner ins Gras zu beißen. In Tera(öffnet im neuen Fenster) ist diese Gefahr zwar nicht sehr groß, aber ein bisschen größer als bei Titeln wie World of Warcraft oder Runes of Magic : Ein besonderes Merkmal der Onlinewelt ist schließlich, dass Kämpfe in Echtzeit ausgetragen werden und nicht rundenweise auf Basis von Statistiken.

Tera - Trailer( Flythrough Southern Shara)
Tera - Trailer( Flythrough Southern Shara) (02:08)

" Tera " steht für "The Exiled Realm of Arborea". Das Programm des südkoreanischen Entwicklerstudios Bluhole(öffnet im neuen Fenster) ist in Teilen von Asien seit Anfang 2011 online. Hierzulande will Publisher Frogster eine stark angepasste Version im Laufe des Jahres veröffentlichen. Ungewöhnlich ist, dass Frogster nicht auf ein Free-2-Play-Geschäftsmodell setzt, wie bei Runes of Magic, sondern auf monatliche Abogebühren.

Die erste halbe Stunde in Tera geht locker von der Hand: Auftrag bei Person mit Ausrufezeichen über dem Kopf abholen, dann Gegenstände über die Hügel transportieren oder ein paar schick animierte Monster in Wäldern, an Seen oder im Tal verkloppen und dann Mission bei Person mit Fragezeichen über dem Kopf abschließen. Das Programm zieht den Spieler recht zügig aus dem Startgebiet in eine größere Siedlung und erklärt dabei die spielerischen Details - etwa, dass man sich Lagerfeuer kaufen kann, um die eigene Gesundheit besonders stark zu verbessern.

Selbst die Kämpfe gegen Elitegegner sind zumindest nach dem Start noch keine große Herausforderung. Ein besonders kräftiges Baumwesen donnert zwar tüchtig mit der Faust in unsere Richtung, aber wir weichen aus, und so trifft das hölzerne Biest meist nur den Boden. Wir hingegen kommen, obwohl es keine Zielaufschaltung gibt, mit dem Echtzeitzuschlagen prima zurecht und reduzieren schnell die feindlichen Lebenspunkte. Apropos Kampfsystem: Es ist ein kleiner Treppenwitz der MMORPG-Geschichte, dass Tera ganz ähnlich wie das grandios gescheiterte The Chronicles of Spellborn auf Echtzeitprügeleien setzt - auch Spellborn, hinter dem ein niederländisches Studio steckte, erschien bei Frogster.

Tank als Türstopper

Ein kleines, aber langfristig wahrscheinlich wichtiges Detail: Charaktere können in Tera nicht durch andere Figuren hindurchlaufen, es gibt grundsätzlich eine Kollisionsabfrage. Das bedeutet, erklärte Frogster, dass sich beispielsweise ein als Tank antretender Spieler mit seiner dicken Rüstung in eine Tür stellen kann und damit die feindlichen Truppen tatsächlich vom Zugriff auf den Rest des Teams abhält.

Spieler treten in Tera als Mitglieder eines der sieben Völker an, darunter Hochelfen und Menschen. Besonders beliebt scheinen die Popori zu sein, die ein bisschen wie zu gut gefütterte Hamster aussehen. Außerdem müssen sich die Spieler für eine von acht Klassen entscheiden. Im Angebot sind unter anderem Bogenschützen, Zauberer, Priester und Krieger.

Die Grafik von Tera basiert auf der Unreal 3 Engine von Epic Games. Sie ermöglicht eine riesige Spielwelt mit schönen Texturen und guter Fernsicht. Spieler sind auf zwei Kontinenten unterwegs. Es gibt Gebiete mit Schnee, mit Wäldern und Wüsten, aber auch mehrere Hauptstädte. Wer größere Distanzen überwinden möchte, kann sich für ein paar Taler von geflügelten Pferden durch die Luft transportieren lassen. Das System namens Pegasus steht von Anfang an zur Verfügung, allerdings gibt es für sehr viel höhere Areale gewisse Levelbeschränkungen.

Die Entwickler legen Wert darauf, dass Tera kein sogenannter "Grinder" ist - also ein MMOG, in dem es vor allem darum geht, Massen der immer gleichen Monster zu töten. Stattdessen soll es mit den rund 600 für die Startphase geplanten Quests möglich sein, bis zur Levelobergrenze von 50 zu gelangen. Wer ganz hoch hinaus möchte und Chef einer Gilde ist, der kann sich von anderen Spielern in einer Region zum obersten Anführer wählen lassen. Dann gibt es ein besonderes Reittier, eine spezielle Rüstung und unter anderem die Möglichkeit, Steuern zu erheben oder das Gebiet zur "PvP"- oder "PvE"-Zone zu machen. Überhaupt: Wem Multiplayer besonders am Herzen liegt, der kann in den Battlegrounds kämpfen, und zwar mit fünf oder zehn Kumpels gegen genauso viele Gegner. Im Angebot sind unter anderem Deathmatch, Capture the Flag und eine Art King of the Hill.


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