Abo
  • IT-Karriere:

Lingodroid

Australische Roboter entwickeln ihre eigene Sprache

Lingodroids heißen in Australien entwickelte Roboter, die sich mit Sprache verständigen. Allerdings nicht in einer für Menschen verständlichen: Sie haben eine eigene entwickelt.

Artikel veröffentlicht am ,
Lingodroids spielen das Wo-sind-wir-Spiel
Lingodroids spielen das Wo-sind-wir-Spiel (Bild: Screenshot)

Roboter nutzen zur Kommunikation normalerweise andere Mittel als der Mensch - was auch ein Problem in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine darstellt. Wissenschaftler in Australien haben Roboter entwickelt, die sich durch Sprache verständigen. Allerdings nicht unbedingt mit Wörtern, die der Mensch versteht.

Erfundene Wörter

Stellenmarkt
  1. mWGmy World Germany GmbH, Köln
  2. Modis GmbH, Berlin

Lingodroids haben die Wissenschaftler von der Universität des australischen Bundesstaates Queensland und der Queensland University of Technology, beide in Brisbane, um Ruth Schulz die Roboter getauft. Diese kommunizieren, wie der Name nahelegt, mit Sprache. Das macht allerdings die Kommunikation mit ihnen nicht unbedingt einfacher: Sie erfinden sich ihre Wörter nämlich selbst.

Die Lingodroids bestehen aus einer Plattform mit Rädern zur Fortbewegung. Dazu sind sie mit einer Kamera, einem Laserentfernungsmesser und einem Sonar zur Hinderniserkennung und zur Kartierung ausgestattet. Um mit einem anderen Lingodroid sprechen zu können, verfügt der Roboter über Lautsprecher und ein Mikrofon.

Orte benennen

Eine Lingodroid fährt nun beispielsweise durch einen Raum und legt dabei eine kognitive Karte davon an. Bestimmte Plätze in dem Raum benennt er mit einer beliebigen Silbe. In einem Versuch von Schulz etwa bezeichnete ein Lingodroid die Mitte des Raumes als Jaya. Diesen Begriff teilt er dem anderen mit und so legen sie fest, dass die Mitte des Raumes Jaya heißt.

Wo-sind-wir-Spiel nennen das die Wissenschaftler. Die Roboter spielen es, um ein Toponym-Lexikon anzulegen, also eine Liste mit Ortsnamen. Auf diese Weise geben die Roboter ihrer Umgebung Namen. Um diese Begriffe zu testen, spielen sie dann Gehe-zu-Spiele: Ein Roboter sagt etwa Jaya, und beide fahren in die Mitte des Raumes. So verfestigen sie die Verbindung von Ort und Namen.

Begriffe für Entfernung und Richtung

Im nächsten Schritt entwickelten die Roboter Begriffe für Entfernung und Richtung, so dass sie die Zonen, die sie benannt hatten, auch räumlich eingrenzen konnten. Das ermöglicht es ihnen, Aussagen zu treffen wie "Kuzo ist nahe bei Reya" oder "Ich bin gerade bei Kuzo und schaue nach Pize, also ist Reya rechts von mir" - wobei sie für nahe bei und rechts eigene Begriffe entwickelt haben. Auf Basis dieses Austauschs erstellten die Roboter recht genaue und übereinstimmende Karten des Raumes sowie angrenzender Räume.

Schulz und ihre Kollegen haben ihre Arbeit in der vergangenen Woche auf der International Conference on Robotics and Automation (Icra) in Schanghai vorgestellt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. mit Gutschein: NBBX570
  2. 64,90€ (Bestpreis!)
  3. 69,90€ (Bestpreis!)

Katana Seiko 30. Mai 2011

Vielleicht sollten die Forscher statt ner Horde Roboter ne Horde Jugendlicher aus Berlin...

Katana Seiko 30. Mai 2011

Auf jeden. Ich bin darauf gespannt, ob ich die Singularität noch erlebe (Ein Computer so...

ThommyWausE 24. Mai 2011

Nö, der einfache aber entscheidende Unterschied ist: Wenn Computer miteinander...

Trollversteher 23. Mai 2011

Vielleicht werden wir auch eines Tages mit ihnen verschmelzen - Stichwort Cyborg oder...

Shimitsu 23. Mai 2011

Also mein Droide ist schon Level 80!


Folgen Sie uns
       


iPhone 11 - Test

Das iPhone 11 ist das günstigste der drei neuen iPhone-Modelle - kostet aber immer noch mindestens 850 Euro. Dafür müssen Nutzer kaum Kompromisse bei der Kamera machen - das Display finden wir aber wie beim iPhone Xr antiquiert.

iPhone 11 - Test Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Rohstoffe: Lithium aus dem heißen Untergrund
Rohstoffe
Lithium aus dem heißen Untergrund

Liefern Geothermiekraftwerke in Südwestdeutschland bald nicht nur Strom und Wärme, sondern auch einen wichtigen Rohstoff für die Akkus von Smartphones, Tablets und Elektroautos? Das Thermalwasser hat einen so hohen Gehalt an Lithium, dass sich ein Abbau lohnen könnte. Doch es gibt auch Gegner.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Wasserkraft Strom aus dem Strom
  2. Energie Wie Mikroben Methan mit Windstrom produzieren
  3. Erneuerbare Energien Die Energiewende braucht Wasserstoff

Gemini Man: Überflüssiges Klonexperiment
Gemini Man
Überflüssiges Klonexperiment

Am 3. Oktober kommt mit Gemini Man ein ambitioniertes Projekt in die deutschen Kinos: Mit HFR-Projektion in 60 Bildern pro Sekunde und Will Smith, der gegen sein digital verjüngtes Ebenbild kämpft, betreibt der Actionfilm technisch viel Aufwand. Das Seherlebnis ist jedoch bestenfalls komisch.
Von Daniel Pook

  1. Filmkritik Apollo 11 Echte Mondlandung als packende Kinozeitreise

    •  /