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Zu viel Text in Anführungszeichen

In der TV- und Radiowoche vom 23. bis 29. Mai macht das ZDF zu viel auf virtuelle Jugend; Arte demonstriert, wie ein Fernsehsender mit einem umstrittenen Film umgehen kann, und Deutschlandfunk versucht sich mit subtilem Food-Horror zur besten Hörzeit.

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Golem.de guckt: Zu viel Text in Anführungszeichen

X:enius gucken macht die Woche hungrig. Mal geht es um Milch, mal um Wurst, dann um Käse und der unvermeidliche Biokost-Track ist auch dabei.
(Arte, täglich, 8:45 - 9:15 Uhr)

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Diese Web-2.0-Hippness-Stilisierung im ZDF geht einem langsam auf den Docht. Wo in amerikanischen TV-Serien Blogs und soziale Netzwerke über die letzten Jahre langsam in die Skripte einsickerten - mal mehr realistisch (Criminal Intent), mal etwas abstrus (CSI), mal als umgebender Rahmen (Gossip Girl), da knallt einem das ZDF jetzt ständig überdrehte Hipster-Filme vor, um so etwas wie Zeitgeist zu demonstrieren. Pixelschatten läuft in dieser Kategorie, in der recht authentisch die Bloggergeneration "porträtiert" wird und wo die Namen der Protagonisten irgendwie immer ganz "nerdy" und/oder sehr simpel sind. Und die Geschichte kommt einem auch langsam bekannt vor: Blogger verschwindet und wird gesucht... (Dass das ZDF ständig Blogger verschwinden lassen will, könnte der geneigte Zuschauer aber auch ganz anders interpretieren.)
(ZDF, 24.5.2011, 0:30 - 1:55 Uhr)

Als Spätaufsteher aus Passion findet der Autor es regelmäßig eine Katastrophe, wenn er die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt passiert und lesen muss Land der Frühaufsteher. Selbst wenn dann die Blase drückt, weigert er sich partout, auch nur irgendwo kurz anzuhalten. Der Länderreport erkundet die regionalen Selbstvermarktungssprüche und fragt, was die Einheimischen eigentlich von diesen Selbststilisierungen halten.
(Dradio Kultur, 24.5.2011, 13:07 - 13:30 Uhr)

Das muss kesseln! Das Journal am Vormittag will aber keine Betonmischer oder Motorräder tunen, sondern tatsächlich den heimischen Heizkessel. Pünktlich zum (vorläufigen) Ende der Heizsaison gibt die Sendung Tipps für die Verbesserung der Leistung der eigenen Heizanlage oder ob sich nicht ein neuer Kessel lohnt.
(DLF, 26.5.2011, 10:10 - 11:30 Uhr)

Und noch mal Länderreport, diesmal am Donnerstag: Die Erde knurrt wie ein hungriger Bach, ständig und überall. Recht untypisch für das Magazin geht es in das geologische Observatorium in Schiltach. Dort horchen Wissenschaftler auf die Geräusche, die durch geologische Prozesse entstehen und durch verschiedenste natürliche und künstliche Hohlräume im Erdmantel verstärkt werden.
(Dradio Kultur, 26.5.2011, 13:07 - 13:30 Uhr)

Geradezu medienpädagogisch wertvoll benimmt sich Arte am Donnerstag: Statt Clockwork Orange einfach so zu zeigen und damit eine Verrohung der Zuschauer zu riskieren, bringt der Sender vor dem Film eine einstündigen Dokumentation über ihn. In dieser kommen die Protagonisten und Anthony Burgess, der Autor der Romanvorlage, zu Wort, um über ihre Sicht des Films zu sprechen und dem Zuschauer eine Analyse des Films zu geben.
(Arte, 26.5.2011, 22:05 - 23:00 und 23:00 - 1:10 Uhr)

Human Nature - Die Krone der Schöpfung interpretiert Tarzan neu und vor allem um. Beziehungsweise erinnert die Geschichte noch am ehesten an Bingo Bongo mit Adriano Celentano. Ein neurotisches Forscherehepaar findet einen bei Affen aufgezogenen Menschen - er will ihn zivilisieren und ihm die menschliche Kultur beibringen, sie würde lieber seine animalische Ader bewahren und lieber den edlen Wilden aus ihm machen. Der Film nutzt diese Konstellation, um auf humorvolle und stets unterhaltsame Art und Weise die verschiedenen Naturen des Menschen zu illustrieren.
(3Sat, 27.5.2011, 22:25 - 23:55 Uhr)

Die Pixelmacher - nicht zu verwechseln mit dem obigen Pixelschatten - begeben sich ins Real Life und treffen die Macher Berliner Streetgames. Dabei werden alle (legalen) Möglichkeiten ausgenutzt, um aus einem öffentlichen Platz eine Spielarena zu machen, auf der Computerspiele-Ideen in der Realität umgesetzt werden. Die nächste große Streetgame-Veranstaltung ist übrigens die You Are GO! Mitte Juni. Dazu gibt es in der Sendung noch einen Ausflug ins Computerspielmuseum.
(ZDFkultur, 27.5.2011, 21:30 - 22:00 Uhr)

Das Schönste an philosophischen Diskussionsrunden im Radio und TV sind allein schon die stets langen Titel, ohne ihnen dabei irgendein erschlagendes Buzzword voranzustellen: Die Kunst des Vergessens im digitalen Zeitalter. Wie üblich zu einer unmöglichen Uhrzeit, nämlich Sonntagfrüh, wird mit Viktor Mayer-Schöneberger diskutiert, einem Professor am Internet Institute der Oxford University über - nomen est omen - das Thema Vergessen im Internet.
(3Sat, 29.5.2011, 9:15 - 10:15 Uhr)

Neues beschäftigt sich mit den (Anti-)Helden des Internets und meint damit die 15-Minuten-Berühmtheiten à la Rebecca Black.
(3Sat, 29.5.2011, 16:30 - 17:00 Uhr)

Quasi passend dazu berichtet Yourope über Menschen, die dank des Internets zwar nicht unbedingt berühmt wurden, aber wenigstens eine nachhaltige Karriere in kurzer Zeit aufbauen konnten.
(Arte, 29.5.2011, 17:20 - 17:45 Uhr)

Sie haben Mut und sind ein Meister antivegetarischer Machosprüche? Dann riskieren Sie doch, in das Freistil-Feature Fleisch - Vom Zicklein, das auf den Teller geriet hineinzuhören. An sich geht es in der Sendung nur um den Fleischkonsum, seine Verarbeitung und wie es letztlich auf dem Teller landet. Roter Faden der Sendung ist allerdings die akustische Begleitung eines Lamms vom Herumtollen auf dem Bauernhof bis zum Bolzenschuss beim Schlachter.
(DLF, 29.5.2011, 20:05 - 21:00 Uhr)

Alle Termine sind als ics-Datei verfügbar: https://www.golem.de/guckt/GoGu_20110523.ics
Dauerlink: https://www.golem.de/guckt/GoGu.ics
(Hinweis: Die Aktualisierung des Dauerlinks erfolgt erst am 22.5.2011 gegen Mitternacht.)



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Keridalspidialose 21. Mai 2011

Das heißt doch nur: Die jungen Leute ziehen so schnell wie möglich weg und der...


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