Urheberrecht

EU verteidigt Beförderung von Ex-Musikindustrie-Vertreterin

Für die Europäische Union ist es nicht belastend, dass Maria Martin-Prat, die neue Referatsleiterin der Urheberrechtsabteilung, vor Jahren stellvertretende Chefjustiziarin der Musikindustrie war. Branchenerfahrungen seien für EU-Vertreter "völlig normal".

Artikel veröffentlicht am ,
Urheberrecht: EU verteidigt Beförderung von Ex-Musikindustrie-Vertreterin
(Bild: Europäische Union)

Die EU verteidigt die Ernennung einer ehemals hochrangigen Mitarbeiterin des Musikindustrieverbandes IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) zur neuen Referatsleiterin ihrer Urheberrechtsabteilung. "Es ist nicht davon auszugehen, dass Maria Martin-Prat voreingenommen sein wird, weil sie für einen Zeitraum ihres Berufslebens den Behördendienst verlassen hat, um für die Musikindustrie zu arbeiten", sagte Chantal Hughes, Sprecherin der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen (GD Markt) Golem.de auf Anfrage. Martin-Prat, eine aus Spanien stammende Anwältin, wurde im Jahr 2004 zur stellvertretenden Chefjustiziarin der IFPI ernannt. Am 16. April 2011 wurde sie zur Referatsleiterin der Urheberrechtsabteilung der EU befördert.

Stellenmarkt
  1. Portfolio Demand & Roadmap Manager (m/w/d)
    Vodafone GmbH, Düsseldorf
  2. Manager Systeme, Anwendungen und Daten (m/w/d)
    MVV Netze GmbH, Mannheim
Detailsuche

Hughes erklärte weiter, dass Martin-Prat seit fast sieben Jahren nicht mehr für die Musikindustrie tätig sei und seitdem wichtige Aufgaben wahrgenommen habe. Sie habe sich zudem zur Einhaltung der "höchsten Standards der persönlichen Integrität" verpflichtet. "Ihre Erfahrungen im Bereich Urheberrecht, durch die Tätigkeit für die Musikindustrie, aber auch als Rechtsberaterin und als Beamtin, werden für die künftige Entwicklung des europäischen Urheberrechts von großer Bedeutung sein." Es sei völlig normal für Beamte, dass sie Erfahrungen in Bereichen gesammelt hätten, für die sie zuständig seien.

Martin-Prat war in der Vergangenheit bereits für die EU tätig, wechselte zur IFPI und kehrte wieder zur EU zurück. Vor ihrer Beförderung war Martin-Prat Referatsleiterin der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen (GD Markt) der EU.

Bei einer Diskussionsrunde im Jahr 2003 (PDF), auf der Martin-Prat für die IFPI sprach, vertrat sie die Auffassung, dass ein Recht auf Privatkopie keine Existenzberechtigung habe und weiter eingeschränkt werden sollte. Bei der EU-Kommission war auf Nachfrage von Golem.de keine Angabe dazu zu erhalten, wie Martin-Prat heute das Recht auf Privatkopie bewertet.

Golem Akademie
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10. November 2021, virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    13.–16. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

"Die Nominierung von Martin-Prat ist eine große Enttäuschung", sagte Christian Engström, der für die schwedische Piratenpartei im Europaparlament sitzt, Golem.de im April 2011. "Das ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir die Entscheidungen der europäische IT-Politik den Interessen der Aktionäre und Interessengruppen überlassen."

Die EU erwägt möglicherweise, die Internet Service Provider dazu anzuhalten, ihre Netzwerke zu überwachen, um illegale Downloads zu bekämpfen. Die umstrittene Maßnahme soll derzeit vom Europäischen Gerichtshof geprüft werden. Wie das Onlinemagazin Euractiv.com aus kommissionsnahen Kreisen berichtete, wird begutachtet, ob dafür ein bereits existierendes spanisches Gesetz übernommen werden kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


nero negro 19. Mai 2011

Das ist Politik

unsigned_double 18. Mai 2011

Nicht solange es noch Karlsruhe gibt. Und würde man das BVerfG abschaffen so träte was...

ThadMiller 17. Mai 2011

Weil es IMMER ums Geld geht. Wie alt bist du? Da macht doppelverdienen umso mehr Sinn...

nero negro 17. Mai 2011

Nein, der wird in einigen Jahren genausowenig bemerken, was vorgeht, wie jetzt. Weil das...

redex 17. Mai 2011

...trotz der einschlägigen Branchenerfahrung!



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Prozessoren
Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus

Tausende ältere CPUs und andere Hardware lagern bei Intel in einem Lagerhaus in Costa Rica. Damit lassen sich Probleme exakt nachstellen.

Prozessoren: Intel lagert zehn Jahre alte Hardware in geheimem Lagerhaus
Artikel
  1. Zu wenig Triebwerke: Musk warnt vor SpaceX-Pleite
    Zu wenig Triebwerke
    Musk warnt vor SpaceX-Pleite

    Elon Musk sieht sich der nächsten "Produktionshölle" ausgesetzt. Dieses Mal stockt die Fertigung im Raumfahrtunternehmen SpaceX.

  2. 470 - 694 MHz: Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu
    470 - 694 MHz
    Streit um DVB-T2 und Veranstalterfrequenzen spitzt sich zu

    Nach dem Vorstoß von Baden-Württemberg, einen Teil des Frequenzbereichs an das Militär zu vergeben, gibt es nun Kritiken daran aus anderen Bundesländern.

  3. Fleet: Jetbrains bringt neuen leichtgewichtigen Editor
    Fleet
    Jetbrains bringt neuen leichtgewichtigen Editor

    Die IDE-Spezialisten von Jetbrains reagieren auf den Druck durch Visual Studio Code. Zudem gibt es nun Remote-Entwicklung.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: Bis zu 75% auf Switch-Spiele • AOC 31,5" WQHD 165Hz 289,90€ • Gaming-Sale bei MediaMarkt • G.Skill 64GB Kit DDR4-3800 319€ • Bis zu 300€ Direktabzug: u. a. TVs, Laptops • WD MyBook HDD 18TB 329€ • Switch OLED 359,99€ • Xbox Series S 275,99€ [Werbung]
    •  /