Abo
  • Services:

Sebastian Nerz

Piratenpartei soll 2013 die 5-Prozent-Hürde nehmen

Der neue Chef der Piratenpartei, Sebastian Nerz, erklärt im Interview, warum die Piraten in den vergangenen zwei Jahren in der Versenkung verschwanden - und wie er sie nun aufbauen will.

Artikel veröffentlicht am ,
Sebastian Nerz: Piratenpartei soll 2013 die 5-Prozent-Hürde nehmen

Zeit Online: Warum führen Sie lieber eine kleine Partei, statt in einer etablierten Netzpolitik zu machen?

Inhalt:
  1. Sebastian Nerz: Piratenpartei soll 2013 die 5-Prozent-Hürde nehmen
  2. Netzpolitik allein reicht nicht

Sebastian Nerz: Eine etablierte Partei hat immer eine große Menge alter Mitglieder, die alte Diskussionen schon geführt haben oder nicht führen möchten. Von daher hinkt sie der Gesellschaft ungefähr 30 Jahre hinterher. Das Internet ist die vermutlich tiefste Veränderung seit der Industrialisierung. Wenn wir 30 Jahre warten, bis die Politik das versteht, entstehen zu tiefe Gräben zwischen ihr und der Gesellschaft.

Zeit Online: Sie sind den anderen also 30 Jahre voraus?

Nerz: (lacht) So gesehen, ja. Was das Bild der Gesellschaft angeht, hängt eine etablierte Partei circa 30 Jahre hinterher.

Stellenmarkt
  1. abilex GmbH, Berlin
  2. HB Technologies AG, Tübingen

Zeit Online: Wie sieht denn Ihr Gesellschaftsbild aus?

Nerz: Früher war es völlig normal, dass man von Kriegen Tage später gehört hat, heute hat man eine halbe Minute später ein Youtube-Video. Das bedeutet auch, dass die Menschen stärker gewohnt sind, ihre Meinung zu sagen. Man wartet nicht mehr darauf, dass sich ein Experte, eine Zeitung sich dazu äußert, sondern loggt sich in seinem Lieblingsforum ein.
Der Streit um Stuttgart 21 war nicht nur ein Streit um einen Bahnhof, sondern darum, wie sich Bürger selbst sehen. Es gibt einen Graben zwischen Politik und Bürgern.

Zeit Online: Glauben Sie, dass Sie Politikverdrossenheit mit Liquid Feedback entgegenwirken können?

Nerz: Ich bin kein überzeugter Liquid-Feedback-Fan. Es ist ein interessantes Tool, um Meinung zu erheben, aber ich halte es nicht für sinnvoll, um Beschlüsse zu fassen. Man hat dort keine Möglichkeit, anonym abzustimmen. Es gibt also keine Möglichkeit, Meinungsfreiheit wirklich umzusetzen. Ich glaube, generell geht es den Menschen darum, angehört zu werden, um ihre Meinung gefragt zu werden. Ich glaube nicht, dass es Politikverdrossenheit gibt, nur Parteienverdrossenheit. Eine Partei, die sich dem Feedback der Bevölkerung öffnet, kann dieser Verdrossenheit schon entgegenwirken.

Zeit Online: Bei der Bundestagswahl 2009 holten die Piraten zwei Prozent, seitdem hat man von ihnen nicht mehr viel gehört. Wie wollen Sie als Vorsitzender die Partei an die Bürger heranführen?

Nerz: Bei der Bundestagswahl waren wir 800 Leute, dann sind wir rasant auf über 12.000 Mitglieder angewachsen. Die ganze Kommunikationsstruktur musste sich verändern, es mussten neue Ortsverbände gegründet werden. Dann haben wir Fehler gemacht, wir haben Einladungen zu politischen Podiumsdiskussionen nicht beantwortet, sind nicht direkt auf die Presse zugegangen. Wir als Partei müssen uns stärker vernetzen und weiter öffnen.

Netzpolitik allein reicht nicht 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 9,99€
  2. (u. a. The Equalizer Blu-ray, Hotel Transsilvanien 2 Blu-ray, Arrival Blu-ray, Die glorreichen 7...

Jochen_0x90h 17. Mai 2011

also nicht rein kommerzielles kann ja auch ohne zwang entstehen, sogar in den usa, wo es...

nero negro 17. Mai 2011

Wenn der sowas gemacht hat, ist davon auszugehen, dass er psychisch nicht ganz normal...

nero negro 17. Mai 2011

JA, und sobald man kein Student mehr ist, hat man sofort in allen Dingen eine komplett...

taudorinon 16. Mai 2011

Zwischen sollten und müssen gibt es einen Unterschied. Evtl. weil die Leute nicht die...

samy 16. Mai 2011

Gegen die Pirateneinheitspartei für die Grauen Panther....


Folgen Sie uns
       


OLKB Planck - Test

Die Planck von OLKB ist eine ortholineare Tastatur mit nur 47 Tasten. Im Test stellen wir aber fest, dass wir trotzdem problemlos mit dem Gerät arbeiten können - nachdem wir uns in die Programmierung eingearbeitet haben.

OLKB Planck - Test Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Miix 630 Lenovos ARM-Detachable kostet 1.000 Euro
  2. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  3. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018

Disenchantment angeschaut: Fantasy-Kurzweil vom Simpsons-Schöpfer
Disenchantment angeschaut
Fantasy-Kurzweil vom Simpsons-Schöpfer

Mit den Simpsons ist er selbst Kult geworden, und Nachfolger Futurama hat nicht nur Sci-Fi-Nerds mit einem Auge für verschlüsselte Gags im Bildhintergrund begeistert. Bei Netflix folgt nun Matt Groenings Cartoonserie Disenchantment, die uns trotz liebenswerter Hauptfiguren in Märchenkulissen allerdings nicht ganz zu verzaubern weiß.
Eine Rezension von Daniel Pook

  1. Streaming Wachstum beim Pay-TV dank Netflix und Amazon
  2. Videostreaming Netflix soll am Fernseher übersichtlicher werden
  3. Quartalsbericht Netflix verfehlt eigene Prognosen um 1 Million Neukunden

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Parker Solar Probe Sonnen-Sonde der Nasa erfolgreich gestartet
  2. Parker Solar Probe Nasa verschiebt Start seiner Sonnen-Sonde
  3. Raumfahrt Die neuen Astronauten für SpaceX und Boeing

    •  /