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Interview: Anwender reagieren positiv auf Gnome 3

Linuxtag 2011 Die Benutzer sind mit der neuen Version des Gnome-Desktops weit zufriedener, als das Gnome-Team erwartet hat. Das sagte der bisherige Release-Manager Vincent Untz in einem Interview mit Golem.de.
/ Jörg Thoma
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Gnome-Release-Manager Vincent Untz auf dem Linuxtag 2011 (Bild: Golem.de)
Gnome-Release-Manager Vincent Untz auf dem Linuxtag 2011 Bild: Golem.de

Das Gnome-Team(öffnet im neuen Fenster) hat mit viel negativem Feedback zu der aktuellen Version des Gnome-Desktops gerechnet, jetzt ist es positiv überrascht: "Natürlich gab es auch Kritik an dem Wechsel, aber weit weniger, als wir erwartet haben", sagt Vincent Untz vom Gnome-Projekt in einem Interview am Rande des Linuxtags 2011.

Interview Vincent Untz vom Linuxtag 2011
Interview Vincent Untz vom Linuxtag 2011 (08:09)

Mit unerwartet wenig Widerstand reagierten die Nutzer auf das fast völlig neue Layout und die veränderte Funktionalität, sagt Untz. Trotz des vollkommen neuen Konzepts zeigten sich die meisten bereits kurz nach Erscheinen von Gnome 3 zufrieden mit dem neuen Layout und Design.

Insgesamt 20 Kernentwickler haben an der Umsetzung von Gnome 3 gearbeitet. Dazu kamen hunderte von Freiwilligen, die an den Übersetzungen, der Dokumentation und dem Aufspüren von Bugs beteiligt waren. Erste Konzepte für Gnome 3 entstanden bereits 2008 und wurden weitgehend umgesetzt. An dem ursprünglichen Design wurde nur einmal etwas geändert: Im Oktober 2010, nachdem eine Terminverschiebung fällig war, beschloss das Gnome-Projekt, die Gnome-Shell nochmals leicht zu verändern.

Gnome 3 – Ausprobiert
Gnome 3 – Ausprobiert (02:06)

Konfiguration für Poweruser

Auf die Kritik, Gnome sei nicht so konfigurierbar wie andere Desktops, entgegnet Untz, dass die vielen Konfigurationsoptionen lediglich versteckt seien und für Poweruser durchaus zur Verfügung stünden. Einige wichtige Änderungsoptionen gibt es bereits im Konfigurationswerkzeug Gnome-Tweaktool. Aber das Gnome-Team werde auch auf Benutzerwünsche eingehen und dort weitere Optionen einpflegen.

Ziel des Gnome-Teams bleibe aber, dem Anwender einen einheitlichen Desktop zu bieten, erklärt Untz. Er und sein Team seien davon überzeugt, mit Gnome 3 auf dem richtigen Weg zu sein. Den Kritikern rät er: "Die Anwender, die mit den Änderungen nicht einverstanden sind, sollten zumindest paar Tage damit arbeiten, um zu urteilen."

Engere Anbindung an das Internet geplant

In den nächsten Monaten wollen die Gnome-Entwickler vor allem Bugs entfernen und wesentliche Kritikpunkte der Benutzer prüfen und gegebenenfalls beheben.

Das Gnome-Team will zusätzlich an einer zentralen Verwaltung für Kontaktdaten arbeiten. Sie soll beispielsweise zur Verwaltung von Webaccounts dienen und auch die Anmeldung bei Webdiensten wie Google oder Yahoo integrieren. Ziel ist es, Gnome nahtlos ans Netzwerk anzubinden, etwa um Bilder auf Flickr hochzuladen. Die Funktion soll in die nächste stabile Version integriert werden, die für September 2011 geplant ist.

Semantische Suche mit Tracker

Zudem ist geplant, die Dokumentverwaltung auf den Desktop zu bringen. Zuletzt genutzte Dateien sollen dort direkt angezeigt werden, eine Funktion, die dem angestrebten Konzept noch fehlt. Der Dateimanager soll nur noch zur Verwaltung geöffnet werden müssen, wenn beispielsweise Dokumente verschoben und umbenannt werden müssen.

Später soll die Suchfunktion erweitert werden, etwa um eine semantische Suche mit dem Werkzeug Tracker. Benutzer würden die Suche nicht nutzen, wenn sie mit zu vielen Eingabemasken versehen wäre, sagt Untz. Das Designteam werde dafür sorgen, dass der durchschnittliche Anwender nicht durch zu viele Optionen verwirrt werde: "Die meisten Benutzer sind davon begeistert, dass die neue Benutzeroberfläche zwar völlig anders, aber trotzdem intuitiv zu benutzen ist."


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