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Vergleich: Filesharingdienst Limewire zahlt 105 Millionen Dollar

Die Musikindustrie hat 105 Millionen US-Dollar von dem Filesharingdienst Limewire erstritten. Limewire-Anwalt Joseph Baio machte die Unfähigkeit und Gier der Plattenbosse für die Misere der Major Labels verantwortlich.
/ Achim Sawall
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Warner-Music-Chef Edgar Bronfman (Bild: Reuters)
Warner-Music-Chef Edgar Bronfman Bild: Reuters

Der ehemalige Filesharingdienst Limewire(öffnet im neuen Fenster) und sein Gründer Mark Gorton haben sich mit der Musikindustrie geeinigt. Wegen Urheberrechtsverletzung zahlt das Unternehmen 105 Millionen US-Dollar an den Branchenverband Recording Industry Association of America (RIAA). Das geht aus Stellungnahmen von Limewire und der RIAA vom 12. Mai 2011 hervor.

Im Oktober 2010 hatte ein New Yorker Gericht die Schließung der Tauschbörse angeordnet. Das Unternehmen wurde angewiesen, seinen Dienst einzustellen. Im Mai 2010 hatte das Gericht befunden, dass Limewire Urheberrechte verletze und andere dazu angestiftet habe. Die zuständige Richterin Kimba Wood machte den Multimilliardär Gorton persönlich dafür haftbar. 2006 hatte die RIAA gegen Limewire geklagt.

"Wir freuen uns, dass der Fall jetzt abgeschlossen ist" , erklärte Gorton. Die Einigung sei weit niedriger ausgefallen als die 1,4 Milliarden US-Dollar, die die Kläger gefordert hätten, betonte er. Limewire-Anwalt Joseph Baio sagte, dass sein Mandant kein Schuldeingeständnis unterschrieben habe. Baio rechnet vor, dass Gorton mit vermeintlich illegalen Downloads nur ungefähr sechs Millionen US-Dollar verdient habe. Gorton habe mit Limewire altruistische Absichten verfolgt, "um den Menschen zu ermöglichen, miteinander in Verbindung zu treten und zu teilen."

An rückläufigen Umsätzen der Musikindustrie seien nicht allein Filesharingdienste schuld, sondern die Unfähigkeit der Manager, Verkaufskonzepte für das Internet zu entwickeln und ihre Geldgier, sagte Baio. Der Anwalt legte vor Gericht Dokumente der Börsenaufsicht vor, nach denen Warner-Music-Chef Edgar Bronfman sich 50 Millionen US-Dollar auszahlen ließ, als es dem Unternehmen schlecht ging, während Mitarbeiter entlassen und Verträge mit Künstlern beendet wurden.

Mitch Bainwol, Aufsichtsratschef der RIAA, nannte den Vergleich "einen Grund zum Feiern für die gesamte Musikbranche, ihre Fans und die legalen Anbieter, die sich an die Regeln halten" .


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