Digitales Vergessen: Deutsche würden persönliche Daten im Internet gern löschen

Eine große Mehrheit der Deutschen würde gern alle persönlichen Informationen über sich im Internet löschen. Das ergab eine Studie von Strategyone, die der IT-Sicherheitsanbieter Symantec(öffnet im neuen Fenster) beauftragt hat. Die Umfrage wurde im März 2011 unter 1.000 Befragten ab 18 Jahren durchgeführt.
Die Frage: "Würden Sie einen Knopf drücken, der alle Informationen über Sie online löschen würde und einen Neustart ermöglicht?" , beantworteten demnach 62 Prozent der Deutschen mit "Ja" . Eine Google-Suche nach dem eigenen Namen bliebe damit erfolglos. 38 Prozent der Befragten wollten ihre persönlichen digitalen Spuren nicht loswerden.
Fast drei Viertel der Befragten gehen davon aus, dass Informationen über sie im Netz verfügbar sind, obwohl gut 63 Prozent selbst keine persönlichen Informationen aktiv posten. Geschlecht (68 Prozent) und Geburtsdatum (52 Prozent) sind die Art von Informationen, von denen die meisten der Befragten annehmen, dass sie online zu finden sind.
40 Prozent der Befragten glauben, dass es nicht nötig sei, noch aktiver den "guten Ruf" und ihre persönlichen Informationen im Netz zu schützen. Neun Prozent finden dies zu kompliziert und sechs Prozent fehlt dafür die Zeit. 29 Prozent sind nach einer Aussage "sehr aktiv" dabei, den persönlichen Ruf sowie private Informationen, die online existieren, zu schützen.
Jüngere, Singles und Befragte mit Kindern sind deutlich eher dazu bereit, selber persönliche Informationen im Internet zu hinterlassen.
"Jeder Einzelne ist hier gefordert, seine persönlichen Grenzen zu finden" , sagte Janice Chaffin, Group President der Sparte Consumer Business von Symantec. Ilse Aigner, Ministerin für Verbraucherschutz, propagiert einen "digitalen Radiergummi" . Mit der an der Universität des Saarlandes entwickelten Software X-Pire soll jeder Bürger Einfluss darauf nehmen können, wie lange Informationen von ihm im Netz zugänglich sind. Die Forderung nach einem solchen digitalen Vergessen stammt vom Wissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger .