Abo
  • Services:

Forschung

Bienensterben durch Handys möglich

Spielen die Funkemissionen von Handys eine aktive Rolle beim Bienensterben? Davon ist Wissenschaftler Daniel Favre überzeugt. Er beobachtete bei Bienenvölkern Stresssignale, wenn in ihrer Nähe Handys genutzt werden. Doch es gibt auch andere Theorien.

Artikel veröffentlicht am ,
Biene
Biene (Bild: Andreas Donath)

Daniel Favre ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Swiss Federal Institute of Technology (EPFL) in Lausanne und arbeitet im Laboratory of Cellular Biotechnology (LBTC). Er hat im Rahmen einer Studie die Theorie aufgestellt, dass Handys einen negativen Einfluss auf Honigbienenvölker haben.

  • Biene (Foto: Andreas Donath)
  • Versuchsaufbau im Foto (aus: Mobile phone-induced honeybee worker pipingDaniel Favre - Creative Commons Attribution Noncommercial License)
  • Versuchsaufbau schematisiert  (aus: Mobile phone-induced honeybee worker pipingDaniel Favre - Creative Commons Attribution Noncommercial License)
Versuchsaufbau im Foto (aus: Mobile phone-induced honeybee worker pipingDaniel Favre - Creative Commons Attribution Noncommercial License)
Stellenmarkt
  1. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld
  2. Seitz Rechtsanwälte Steuerberater, Köln

In einem Versuch wurden direkt auf Bienenstöcken zwei Handys im Standbymodus betrieben und dann eine Verbindung zwischen beiden aufgebaut. Die beiden Geräte hatten in Summe eine spezifische Energieabsorptionsrate unterhalb der offiziellen internationalen Maximalwerte (2 Watt pro Kilo Gewebe).

Das Summen der Arbeiterbienen

Die Geräusche der Bienen wurden zunächst ohne Handys aufgezeichnet, um einen Referenzwert zu erhalten. Um Fehler durch natürliche Einflüsse auszuschließen, wurde zu verschiedenen Jahreszeiten gemessen. Im Standbybetrieb gab es keine Veränderungen. Bei aktiv kommunizierenden Handys erhöhte sich nach 25 bis 40 Minuten die Tonfrequenz stark. Wurden die Handys ausgeschaltet, beruhigten sich die Bienen nach wenigen Minuten.

Favre schließt daraus, dass die Arbeiterbienen empfänglich für die Funkwellen sind und sich durch die aktiven Mobiltelefone gestört fühlen. Als Reaktion erzeugen sie stark erhöhte Summtöne, die nach Angaben des Forschers normalerweise für die Schwarmvorbereitung genutzt werden oder eine Reaktion auf Störungen im Volk sind. Sollten die Bienen zu einer ungünstigen Zeit ausschwärmen, in der zum Beispiel noch keine neue Königin herangewachsen ist, kann das Volk zugrunde gehen.

Einen Beleg, dass der Mobilfunk einen konkreten Einfluss auf den Schwund von Bienenvölkern hat, blieb Favre schuldig. Sein Aufsatz wurde im Bienenmagazin Apidologie unter dem Titel "Mobile phone-induced honeybee worker piping" veröffentlicht (PDF).

Umstrittene Theorien

Die Langzeitstudie "Deutsches Bienen-Monitoring" der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung geht davon aus, dass eine Milbenart zumindest in Deutschland der Grund für den Verlust vieler Bienenvölker im Winter ist. Doch auch diese Studie ist umstritten, wie der Naturschutzbund Nabu schreibt (PDF).



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Prypjat 13. Mai 2011

Dann würde auf den Mobiltelefonen stehen, "Achtung, telefonieren kann tödlich sein" oder...

Prypjat 13. Mai 2011

Beurteilen wohl weniger. Aber man kann doch mal seinen Standpunkt darlegen und darüber...

Prypjat 13. Mai 2011

In Berlin wäre es dann Kastanienallee 21.

antares 12. Mai 2011

Die erlaubten 2W/kg erreichst du bei den Meisten Sendemasten in direkter nähe schon...

antares 12. Mai 2011

durch die Verbindung der beiden Handys miteinander wird es eine Rückkopplung gegeben...


Folgen Sie uns
       


Apple iPhone Xr - Test

Das iPhone Xr kostet 300 Euro weniger als das iPhone Xs, bietet aber das gleiche SoC und viele andere Ausstattungsmerkmale des teureren Modells. Unterschiede gibt es bei der Kamera und dem Display: Das iPhone Xr hat keine Dualkamera und anstelle eines OLED-Bildschirms kommt ein LCD zum Einsatz.

Apple iPhone Xr - Test Video aufrufen
E-Mail-Verschlüsselung: 90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir
E-Mail-Verschlüsselung
"90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir"

Der Entwickler des beliebten OpenPGP-Addons für Thunderbird, Patrick Brunschwig, hätte nichts gegen Unterstützung durch bezahlte Vollzeitentwickler. So könnte Enigmail vielleicht endlich fester Bestandteil von Thunderbird werden.
Ein Interview von Jan Weisensee

  1. SigSpoof Signaturen fälschen mit GnuPG
  2. Librem 5 Purism-Smartphone bekommt Smartcard für Verschlüsselung

Icarus: Forscher beobachten Tiere via ISS
Icarus
Forscher beobachten Tiere via ISS

Dass Vögel wandern, ist seit langem bekannt. Wir haben auch eine Idee, wohin sie ziehen. Aber ganz genau wissen wir es nicht. Das wird sich ändern: Im Rahmen des Projekts Icarus wollen Forscher viele Tiere mit kleinen Sendern ausstatten und so ihre Wanderrouten verfolgen. Die Daten kommen über die ISS zur Erde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Tweether Empfangsmodul für 94 GHz kommt aus Kassel
  2. Tweether 10 GBit/s über einen Quadratkilometer verteilt
  3. Telekommunikation Mit dem Laser durch die Wolken

Nasa: Mit drei Lasern und einem Helikopter zum Mars
Nasa
Mit drei Lasern und einem Helikopter zum Mars

Die Landestelle des Mars 2020 Rovers wurde bekanntgegeben. Im Jezero-Krater soll er ein altes Flussdelta untersuchen und Proben für eine spätere Mission sammeln. Allerdings überschreitet die Sparversion vom Mars-Rover Curiosity ihr geplantes Budget bei weitem.

  1. Autodesk University Nasa stellt Vierbeiner für die Planetenerkundung vor
  2. Weltraumforschung Auch die Asteroidenmission Dawn ist am Ende
  3. Parker Solar Probe Sonnen-Sonde der Nasa erfolgreich gestartet

    •  /