Bundesregierung

Open-Source-Software zu wartungsintensiv

In einer Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen zur Verwendung von freier Software gibt die Bundesregierung an, die Kosten für die Wartung seien zu hoch. Außerdem führe die unterschiedliche Implementierung des ODF-Formats zu Verwirrung.

Artikel veröffentlicht am ,
Der deutsche Bundestag
Der deutsche Bundestag (Bild: Deutscher Bundestag / Marc-Steffen Unger)

Die Bundesregierung hat auf die Kleine Anfrage der Grünen zum Einsatz von freier Software geantwortet. Grund für die Anfrage war die Rückmigration des Auswärtigen Amts von Linux zu Windows. Als Grund gibt die Bundesregierung neben Schwierigkeiten beim Dokumentenaustausch nun an, die Wartung von freier Software sei zu kostenintensiv.

Softwareaktualisierung zu aufwendig

Nach der letzten Kleinen Anfrage zu dem Thema Open-Source-Software durch den SPD-Abgeordneten Oliver Kaczmarek war bekanntgeworden, dass die Mitarbeiter des Auswärtigen Amts teils mit veralteten Mailclients und Openoffice-Versionen arbeiteten. Die Bundesregierung begründet das nun damit, dass der Aufwand, quelloffene Software auf dem aktuellen Stand zu halten, unwirtschaftlich sei, weil das darunterliegende Betriebssystem ebenfalls hätte aktualisiert werden müssen.

Außerdem binde das Prüfen, das Anpassen, die Wartung und die Pflege neuer Anwendungen auf Mängel und Schwachstellen zu viele Ressourcen und seien auf Dauer zu personalintensiv und deshalb nicht wirtschaftlich.

Uneinheitliches offenes Format

Auch Details zur Kritik an der Verwendung des ODF-Formats wurden jetzt bekannt: So soll es deshalb zu Schwierigkeiten beim Dokumentenaustausch kommen, weil neben Microsoft Office auch die Anwendungen Koffice, Libreoffice, Openoffice, Staroffice und Neooffice verschiedene ODF-Formate hätten.

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) kritisierte die Aussagen der Bundesregierung scharf: "Viele der Antworten zeigen, dass die Bundesregierung entweder wichtige Aspekte freier Software nicht verstanden hat, oder dass die Regierung hier bewusst freie Software im Allgemeinen und Freie-Software-Unternehmen attackiert", sagte Matthias Kirschner, Deutschlandkoordinator der FSFE.

Wo ist die Bundesdistribution?

Der Vorsitzende des Linux-Verbands Elmar Geese kritisierte: "Die Behauptungen, dass freie Software schlechter benutzbar sei, höhere Hardwarekosten verursache und es an Gewährleistung mangele, gehören wohl eher ins Reich der Fantasie als in eine Antwort der Bundesregierung."

Zudem fragt Kirschner, was aus der quelloffenen Bundesdistribution geworden ist, für deren Entwicklung bereits 4,3 Millionen Euro ausgegeben wurden. Das Projekt sei in aller Stille eingestellt worden.

In der Antwort auf die Kleine Anfrage der Grünen bekräftigt die Bundesregierung auf Empfehlung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik weiterhin den Einsatz von freier Software, um Monokulturen zu vermeiden und die Sicherheit zu erhöhen.

Mit der Rückmigration auf Windows im Auswärtigen Amt rückt dieses Vorhaben wohl in weite Ferne.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


matbhm 12. Mai 2011

@ Ho Lee Shitt: Tja, der Kommentar kommentiert sich selber! Da kann man nur feststellen...

ChristophGünsch... 12. Mai 2011

Man kann von Windows oder Linux halten, was man möchte - aber man sollte "sauber...

hope_74 12. Mai 2011

Vielleicht kennt Ihr die Seite schon?! Bringt es recht schön auf den Punkt... http://www...

hope_74 12. Mai 2011

Vielleicht kennt Ihr die Seite schon?! Bringt es recht schön auf den Punkt... http://www...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Entwickler
ChatGPT könnte Google-Job mit 183.000 Dollar Gehalt kriegen

Google hat ChatGPT mit Fragen aus seinem Entwickler-Bewerbungsgespräch gefüttert. Die KI könne demnach eine Einsteigerposition erhalten.

Entwickler: ChatGPT könnte Google-Job mit 183.000 Dollar Gehalt kriegen
Artikel
  1. Politische Ansichten auf Google Drive: Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU
    Politische Ansichten auf Google Drive
    Letzte Generation mit Datenschutz-Super-GAU

    Die Aktivisten der Letzten Generation haben Daten von Unterstützern mitsamt politischer Meinung und Gefängnisbereitschaft ungeschützt auf Google Drive gelagert.

  2. Windkraft-Ausbauplan: Scholz will vier bis fünf neue Windräder pro Tag
    Windkraft-Ausbauplan
    Scholz will vier bis fünf neue Windräder pro Tag

    Die Energiewende in Deutschland soll durch einen massiven Ausbau der Windkraft-Anlagen vorangetrieben werden. Bundeskanzler Scholz will Tempo machen.

  3. Telekom-Internet-Booster: Hybridzugang der Telekom mit 5G ist verfügbar
    Telekom-Internet-Booster
    Hybridzugang der Telekom mit 5G ist verfügbar

    Die 5G-Antenne der Telekom hängt an einem zehn Meter langen Flachbandkabel. Die zugesagte Datenrate reicht bis 300 MBit/s im Download.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Logitech G915 Lightspeed 219,89€ • ASUS ROG Strix Scope Deluxe 107,89€ • Gigabyte B650 Gaming X AX 185,99€ • Alternate Weekend Sale • MindStar: be quiet! Dark Rock 4 49€, Fastro MS200 2TB 95€ • Mindfactory DAMN-Deals: Grakas & CPUS u. a. AMD Ryzen 7 5700X 175€ • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /