Acer Iconia Tab A500 im Test: Kein Tablet für unterwegs

Acer will sein Iconia Tab A500(öffnet im neuen Fenster) mit 10-Zoll-Display als Multimediagerät etablieren. Das zeigt sich vor allem bei der Ausstattung der Anschlüsse: HDMI-Ausgang und zwei USB-Ports sollen die unkomplizierte Aus- und Eingabe von Multimediadaten ermöglichen. Stereolautsprecher und Equalizer sorgen für einen ausgereiften Klang, der qualitativ sogar den des iPad 2 übertrifft. Und das Gerät spielt dank üppiger Hardwareausstattung auch 1080p-Videos größtenteils ohne Ruckler ab. Ideale Voraussetzungen für ein perfektes Gerät - wären da nicht das Display und die geringe Akkulaufzeit.

Als Betriebssystem setzt Acer Android 3.0 alias Honeycomb ein. An der Benutzeroberfläche hat der Hardwarehersteller nichts geändert, sondern sie lediglich mit einem eigenem Theme versehen.








Acer hat in das Tablet einen Nvidia Tegra 250 SoC integriert, der über zwei ARM-Cortex-A9-Kerne und Geforce ULP (Ultra Low Power) genannten GPU verfügt. Die ARM-Kerne sind mit jeweils 1 GHz getaktet. Das sorgt für ausreichend Tempo, um auch 1080p-Videos ruckelfrei darzustellen oder spezielle, für Tegra entwickelte Spiele zu spielen, etwa von Gameloft . Diese werden beispielsweise über das Spieleportal Tegrazone angeboten.
Verwaschene Darstellung
Das 10,1 Zoll große kapazitive Touchscreendisplay bietet mit seinen 1.280 x 800 Pixeln (16:10) zwar ausreichend Platz und ist blickwinkelstabil. Die Farben wirken gegenüber dem iPad2 oder dem Samsung Galaxy Tab aber kontrastarm. Selbst bei voller Bildschirmhelligkeit sehen Farben verwaschen aus. Je geringer die Helligkeit, desto negativer fällt dieser Effekt auf. Im Detail wirkt die Darstellung von Homescreen-Elementen sogar pixelig. Das trübt den Eindruck deutlich.
Das Tablet ist in erster Linie für die Handhabung im Querformat gedacht. Darauf deutet nicht nur der offizielle Aufkleber hin, sondern auch die Schalter. Sie befinden sich an den Seiten und an der oberen Längsfläche in Reichweite des Zeigefingers. Neben dem seitlich platzierten An- und Aus-Schalter befindet sich oben ein Wippschalter für die Lautstärkeregelung, der mangels ausreichendem Druckpunkt aber fummelig zu bedienen ist. Praktischerweise gibt es oben noch einen Schalter, mit dem die Umschaltung des Bildschirms ins Querformat gesperrt werden kann.
Üppige Anschlüsse
Für Verbindungen nach außen sorgen zahlreiche Anschlüsse: Ein MicroHDMI-Port, der einen 3,5-mm-Stecker aufnimmt, ermöglicht den Anschluss an einen externen Monitor oder ein Fernsehgerät. Ein Kabel für den noch etwas unüblichen Anschluss liegt dem Gerät allerdings nicht bei. Ferner besitzt das Acer-Tablet einen USB-Port im Micro-Format, so dass es über ein beigelegtes Kabel an den PC angeschlossen werden kann. Dort wird es standardmäßig als Massenspeicher erkannt und kann beispielsweise über den Windows-Explorer mit Daten bestückt werden, anders als bei Motorolas Xoom, das das MT-Protokoll (Media Transfer Protokoll) verwendet, oder das iPad 2 von Apple. Zudem hat das Iconia A500 auch einen Standard-USB-Port, in dem es USB-Sticks aufnehmen kann.
Ein Versuch, die Kamera Ixus 95 IS von Canon anzuschließen, scheiterte. Während das Tablet von dem USB-Stick gelesene Daten den jeweiligen Anwendungen zuordnete, etwa Fotos und Musik, tauchten die Bilder von der Minikamera nicht auf. Das liegt allerdings an der Android-Version. Google hat bereits angekündigt, mit Android 3.1 den USB-Host-Modus und damit auch an das System angeschlossene Kameras zu unterstützen.
Kamera mit Fotoleuchte und Blitz
Auf der Rückseite hat das Acer-Tablet eine 5-Megapixel-Kamera, die mit einem Blitz und einer Fotoleuchte ausgestattet ist. Eine 1,3-Megapixel-Kamera wurde in der Vorderseite des Geräts integriert. Sie ist für die Videotelefonie gedacht.
Eingeschränkte Konnektivität
Indes hat Acer bei diesem Gerät auf ein 3G-Modul verzichtet. Für die Anbindung ans Netzwerk steht lediglich Single-Band-WLAN nach IEEE 802.11b/g/n zur Verfügung. Das 5-GHz-Band wird nicht unterstützt. Ferner steht ein Bluetooth-Modul zur Verfügung. Das schränkt die Mobilität des Geräts deutlich ein. Das Tablet ist allerdings mit einem DLNA-Server ausgestattet und kann Multimediadaten im Netz anbieten und auch empfangen - ideal für den mobilen Empfang zu Hause. Die auf dem Tablet abgelegten Fotos, Musikdateien und Videos sind nach der Freigabe mit der bereitgestellten Medienserver-App über DLNA-fähige Clients, etwa XBMC, problemlos abrufbar.
Üppiger Sound und schnelles Internet
Die im Gehäuse verbauten Lautsprecher liefern einen satten Klang, der über die Equalizer-App deutlich verändert werden kann. Damit lässt sich der voreingestellte, etwas höhenlastige Sound mit Basstönen verbessern.
Der Browser lief flüssig ohne nennenswerte Ruckler, dank der verbauten leistungsfähigen Hardware. Das fehlende Flash-Plugin lässt sich leicht über den Android-Market nachinstallieren. Eine Verknüpfung dazu liegt ab Werk auf dem Homescreen bereit. Nach der Installation des Plugins war das Scrollen auf Webseiten mit Flashinhalten aber deutlich hakeliger. Videos auf Youtube spielt das Tablet auch ohne Plugin ab.
Wenig Akku
Die Akkukapazität gibt Acer mit 3.260 mAh an, das laut Datenblatt für eine fünfstündige Videowiedergabe reichen soll. Tatsächlich entleerte sich der Akku bei Volllast schneller: Insgesamt hielt der Akku bei intensiver Nutzung etwa drei Stunden. Ärgerlicherweise muss das Iconia Tab über ein eigenes Ladegerät aufgeladen werden. Über den USB-Port lässt sich der Akku nicht regenerieren, was die Mobilität zusätzlich einschränkt.
Fazit
Der Preis des Acer Iconia Tab A500 ist mit 499 Euro deutlich niedriger als der des Tablets von Motorola, was dem fehlenden UMTS-Modul, dem kleineren Akku und dem qualitativ etwas schlechteren Display zu verdanken ist.
Trotz der Schwächen beim Display ist das Tablet ordentlich und solide verbaut. Acer hat hier eindeutig den Fokus auf Multimedia gesetzt, das zeigen die hochwertigen Lautsprecher und die einwandfreie HD-Video-Wiedergabe. Durch die eingeschränkte Mobilität wegen des fehlenden UMTS-Moduls und der geringen Akkulaufzeit eignet sich das Gerät allerdings eher für zu Hause als für unterwegs.
Da das Display im Vergleich deutliche Schwächen bei der Farbdarstellung und im Kontrast zeigt und darüber hinaus auch pixelig wirkt, ist der von Acer verlangte Preis allerdings deutlich zu hoch.



