BKA

Skimming nimmt in Deutschland dramatisch zu

In Deutschland gibt es immer mehr Skimmingangriffe auf Geldautomaten. Für eine Gesetzinitiative für mehr Sicherheit in dem Bereich sieht die Bundesregierung aber keinen Anlass.

Artikel veröffentlicht am ,
Magnetstreifen einer EC-Karte
Magnetstreifen einer EC-Karte (Bild: Golem.de)

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im vergangenen Jahr mit 3.183 erheblich mehr Skimmingangriffe registriert als 2009. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (PDF) auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor. Im Jahr 2009 lag die Zahl der Fälle des Ausspähens von Kredit- oder Bankkarten den Angaben zufolge noch bei 2.058, nach 2.397 im Jahr 2008 und 1.349 im Jahr 2007. Die durch Betrüger vom Magnetstreifen ausgelesenen Daten werden auf Blankokarten gespielt, um damit Geld abzuheben.

Stellenmarkt
  1. Business Process Engineer (w/m/d)
    ZDF Studios GmbH, Mainz
  2. IT-Systemadministrator (m/w/d) mit dem Schwerpunkt Linux
    Staatsanzeiger für Baden-Württemberg GmbH & Co. KG, Stuttgart
Detailsuche

Die meisten Vorfälle spielten sich in Nordrhein-Westfalen ab, wo sich 2010 die Zahl der Skimmingangriffe auf Geldautomaten von 661 auf 1.144 fast verdoppelte. In Berlin, dem Bundesland mit den zweithöchsten Fallzahlen, stieg die Zahl der Man-in-the-Middle-Angriffe von 363 auf 441.

Nach Kenntnisstand der Bundesregierung haben die Finanzinstitute Skimmingopfer bisher immer entschädigt. "Der Bundesregierung sind keine Fälle bekannt, in denen Kunden, deren Kartendaten durch Skimming erlangt wurden, den Schaden selbst tragen mussten", heißt es in der Antwort. "Da der Bankkunde bei erfolgreichen Skimmingtaten keinen Zahlungsvorgang autorisiert hat, besteht gegen ihn in aller Regel kein Anspruch auf Erstattung des Schadens." Vielmehr müsse der Zahlungsdienstleister dem Kunden den Betrag unverzüglich erstatten.

Den Schadenspool des Kreditgewerbes verwaltet die Firma EKS. Die EKS hatte dem Bundeskriminalamt mitgeteilt, dass die Schadenssummen von 7 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 11 Millionen Euro im Jahr 2006 und 21 Millionen Euro im Folgejahr 2007 gestiegen waren. "Im Jahr 2008 hatte der Zentrale Kreditausschuss beschlossen, für die Zukunft keine Zahlen zur Schadensentwicklung mehr zur Verfügung zu stellen", erklärte die Bundesregierung. Laut Schätzungen des BKA stieg der Schaden 2008 und 2009 auf jährlich 40 Millionen Euro. Für 2010 legte die Bundesregierung keine Schätzungen des BKA mehr vor.

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
  2. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    29./30.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Geldinstitute werden erst in den nächsten fünf Jahren damit beginnen, EC-Karten ohne Magnetstreifen auszugeben. Das hatte Golem.de im Januar 2011 aus Finanzkreisen erfahren. Das Bundeskriminalamt forderte, den unsicheren Magnetstreifen ganz aus EC-Karten zu verbannen, um Skimming einzudämmen. Der Bundesverband der Sachverständigen (BVS) forderte die deutschen Banken schon im April 2010 auf, "ihre Geldautomaten zügig und flächendeckend mit Anti-Skimming-Modulen aufzurüsten sowie die Versorgung ihrer Kunden mit modernen Chipkarten sicherzustellen". Der Gesetzgeber sieht jedoch keinen Handlungsbedarf in dem Bereich: "Die Bundesregierung beabsichtigt derzeit keine gesetzgeberischen Maßnahmen", heißt es in der Antwort.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Führung in der IT
Über das Unentbehrlichsein

Wie ich als Chef zum wandelnden Lexikon wurde und dabei meinen Spaß an der Arbeit verlor - und wie ich versuche, es besser zu machen.
Ein Erfahrungsbericht von @SoFuckingAgile

Führung in der IT: Über das Unentbehrlichsein
Artikel
  1. FTTC: Nachfrage für Vectoring der Telekom steigt um 60 Prozent
    FTTC
    Nachfrage für Vectoring der Telekom steigt um 60 Prozent

    Die Telekom sieht sich mit dem kupferbasierten Anschluss erfolgreich. Im Jahresvergleich hat sich der Kundenbestand um 1,3 Millionen auf 5,4 Millionen erhöht.

  2. Sensorfehler: Spinne legt Rendsburger Schwebefähre lahm
    Sensorfehler
    Spinne legt Rendsburger Schwebefähre lahm

    Ein Krabbeltier hat ein wichtiges Verkehrsmittel zur Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals gestoppt - indem es ein Netz über einem Sensor gesponnen hat.

  3. Financial Modeling World Cup: Excel-E-Sport im Fernsehen
    Financial Modeling World Cup
    Excel-E-Sport im Fernsehen

    Ein TV-Sender in den USA übertrug erstmals die Ausscheidung der Excel-Weltmeisterschaft.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • Neuer MM-Flyer • MindStar (Gigabyte RTX 3070 Ti 699€, XFX RX 6950 XT 999€) • eBay Re-Store -50% • AVM Fritz-Box günstig wie nie • Top-SSDs 1TB/2TB (PS5) zu Hammerpreisen • MSI-Sale: Gaming-Laptops/PCs -30% • Der beste Gaming-PC für 2.000€ [Werbung]
    •  /