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AMDs Bulldozer: Vage Benchmarks von Prototypen, konkrete Preise für Boards

AMDs kommende CPUs mit Bulldozer-Architekturen sind bei Entwicklern angekommen. Noch soll es einige Probleme mit BIOS-Versionen geben, zudem sind dem Vernehmen nach neue Steppings geplant. Auch recht günstige Preise für die ersten Mainboards werden bereits gelistet.
/ Nico Ernst
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Asus M5A99X Evo mit Sockel AM3+
Asus M5A99X Evo mit Sockel AM3+

AMDs nächste CPU-Generation für Server und Desktops, Bulldozer, wird mit großer Spannung erwartet. Immerhin ist es die erste vollständig neue Architektur seit dem Ende 2007 erschienenen K10-Design. Wegen der großen Erwartungshaltung können nun auch Hardwareentwickler und Händler kaum an sich halten.

Im Forum von Anandtech(öffnet im neuen Fenster) postet seit einigen Tagen ein Nutzer mit dem Pseudonym "purefun1965" vage Angaben zu seinen Erfahrungen mit Bulldozer-Prototypen auf einem Servermainboard von Tyan. Konkrete Messwerte von Benchmarks werden dort aber nicht genannt, Cinebench soll aber "nett" ausgefallen sein und problemlos gearbeitet haben. Insgesamt sei Bulldozer aber "kein Intel-Desktop-Killer".

Überprüfen lässt sich das freilich nicht, auch, weil der Poster von ständig neuen BIOS-Versionen schreibt, die teilweise deutliche Verbesserungen mit sich brächten, beispielsweise bei der Speicherbandbreite. Seine Bulldozer sollen zudem das Stepping "B0" tragen. Mit diesen Nummern, beginnend bei A0, bezeichnen Chiphersteller die Versionen eines Bausteins auf dem Weg bis zum Serienprodukt.

Üblich ist bei Prozessoren ein Stepping B1 oder B2 als erste verkaufte Version – hier hat AMD also offenbar noch etwas Spielraum eingeplant. Die Prozessoren könnten damit dann deutlich schneller werden, weil bei BIOS-Versionen für solche Prototypen oft noch einige wichtige Funktionen eines Prozessors abgeschaltet sind oder nicht richtig funktionieren.

Die Taktfrequenzen – eines der noch ungelösten Rätsel der Bulldozers – sollen ja nach verwendetem Programm bei 2,6 oder 3,8 GHz liegen, schreibt purefun1965. Das ist eine kaum verwertbare Angabe, die auf Programmen (CPU-Z nennt der Poster ausdrücklich) basiert, welche die neue Prozessoren offenbar noch nicht kennen.

Ausgehend von AMDs offiziellen Angaben zur Architektur darf über die Takte fröhlich spekuliert werden, denn: AMD sprach dabei von 80 bis 90 Prozent der Rechenleistung eines Bulldozer-Kerns im Vergleich zu einem K10-Kern bei gleichem Takt. Deutlich höhere Takte als die aktuell 3,7 GHz des schnellsten Phenom II wird AMD also aller Wahrscheinlichkeit nach verwenden müssen, um insgesamt mehr Rechenleistung zu erzielen.

Bulldozer-Mainboards könnten günstig werden

Dem Serienzustand schon nahe scheinen die Mainboards zu sein, deren Bilder nun im Netz zu finden sind. Eines davon ist das hier abgebildete M5A99X Evo von Asus, das auf den Produktseiten des Herstellers noch nicht zu finden ist. Es soll auf dem Bulldozer-Chipsatz der Mittelklasse, 990X, basieren. Dessen 16 PCI-Express-Lanes der Northbridge können auf zwei Grafikslots verteilt werden, was auch mit Nvidias Segen per SLI klappen wird. Nvidia hatte die Produktnamen der Chipsätze bereits bestätigt. Der dritte x16-Slot des Asus-Boards ist offenbar, wie bei früheren AMD-Chipsätzen, über vier PCIe-Lanes der Southbridge angebunden.

Mainboards mit dem größeren Chipsatz 990FX, der zwei x16-Slots voll beschalten kann, sind in Preisvergleichen schon für rund 130 Euro gelistet(öffnet im neuen Fenster), konkrete Angaben zum Preis des 990X-Boards von Asus gibt es noch nicht. Der kleinste Bulldozer-Chipsatz, 970 für einen x16-Slot, ist mit manchen Mainboards schon für unter 80 Euro gelistet. Generell sind solche Angaben, die vor Erscheinen neuer Hardware gemacht werden, aber kritisch zu betrachten: Manche Händler verlangen für die schnelle Verfügbarkeit einen kräftigen Aufpreis.

Der Betrieb der neuen CPUs soll nach Angaben von Mainboardherstellern auch auf älteren Boards möglich sein, ob es dabei Einschränkungen bei den Stromsparfunktionen gibt, steht noch nicht fest. Solche Effekte zeigten zuletzt AM2-Mainboards, in die ein Prozessor für den Sockel AM2+ gesteckt wurde. Um Verwechslungen der mechanisch kompatiblen Sockel zu vermeiden, sind die neuen Prozessorfassungen AM3+ wie auf dem Asus-Board schwarz statt bisher weiß.

AMD hat sich bislang noch nicht zu einem konkreten Starttermin für die Bulldozer-Produkte geäußert. Als wahrscheinlich gilt aber die Computex Anfang Juni 2011.


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