Minicomputer: Raspberry Pi im USB-Stick-Format

Braben beschreibt seinen Raspberry Pi(öffnet im neuen Fenster) als "Computer auf einem USB-Stick" , der zum Surfen im Internet ausreiche, aber besonders zum Experimentieren einladen soll. Mit dem über einen HDMI-Port an einen Fernseher oder Monitor anschließbaren Gerät sollen beispielsweise Schüler die Möglichkeit bekommen, hinter die Applikationen zu blicken, die sie derzeit lediglich konsumieren.



Der Prototyp verwendet eine ARM11-CPU mit 700 MHz, der Arbeitsspeicher umfasst 128 MByte SDRAM. Die Grafikeinheit unterstützt OpenGL ES 2.0 sowie HD-Video mit 1080p. Daten können auf einer SD-Karte gespeichert werden, für die ein Slot verbaut ist. Auf dieser Konfiguration läuft gegenwärtig die Linux-Distribution Ubuntu 9.04. Das Gerät soll in der Herstellung laut Barben rund 15 britische Pfund (etwa 17 Euro) pro Gerät kosten.
Der Leiter des unter anderem für Rollercoaster Tycoon bekannten Studios Frontier Developments hofft, dass Regierungen, Lehrer und Entwickler das Gerät kostenlos an Schüler verteilen, die sonst keinen Zugang zu Computern haben. Er ist der Überzeugung, dass seit einigen Jahren der Schwerpunkt im Informatikunterricht von der Programmierung auf die Vermittlung von Grundlagenkenntnissen über die Bedienung von Computern verlagert wurde, etwa dem Erstellen von Präsentationen. Schüler bräuchten einfache Lösungen, um die grundlegende Technik hinter Hardware und Software zu erlernen. Erst dadurch könnten sie wieder kreativ werden.
Hierzu wurde die gemeinnützige Raspberry Pi Foundation(öffnet im neuen Fenster) im Mai 2009 ins Leben gerufen. Sie soll den Computer künftig vertreiben und für Informatikunterricht in Schulen werben. Braben will die ersten Raspberry Pi in zwölf Monaten veröffentlichen. [von Matthias Thömmes und Jörg Thoma]