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Hyperbraille geht in die Serienfertigung

Hyperbraille ist ein von deutschen Universitäten und Unternehmen entwickeltes taktiles Display. Anders als Screen Reader, die nur Text ausgeben, kann es auch Grafiken darstellen.

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Hyperbraille
Hyperbraille (Bild: Hyperbraille)

Hyberbraille, ein für Blinde und Sehbehinderte entwickeltes Display, wird künftig in Serie gefertigt. Das hat Uwe Grotz, Chef des Herstellers Metec, auf der Messe Sightcity bekanntgegeben, die derzeit in Frankfurt/Main stattfindet.

Taktiler Bildschirm

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Hyperbraille ist ein taktiler Bildschirm für blinde oder sehbehinderte Nutzer. Er besteht aus einer Matrix aus 120 x 60 Stiften. Sogenannte Piezo-Biegewandler heben die Stifte um jeweils 0,7 Millimeter an. So stellen die Stifte Braille-Buchstaben, aber auch Grafiken oder Tabellen dar. Dadurch ist das Hyperbraille-Display Sprachausgabesystemen, sogenannten Screen Readern, überlegen: Diese lesen Texte vor, sind aber nicht grafikfähig.

  • Hyperbraille ist ein taktiles Display (Foto: Hyperbraille)
  • Es besteht aus kleinen Stiften, ... (Foto: Hyperbraille)
  • ... die Buchstaben und Grafiken darstellen. (Foto: Hyperbraille)
  • Ende 2011 soll die Serienfertigung anlaufen. (Foto: Hyperbraille)
Hyperbraille ist ein taktiles Display (Foto: Hyperbraille)

Das System ist modular aufgebaut. Es besteht aus Elementen mit je zehn Stiften. In dem 15 x 30 Zentimeter große Tastfeld etwa sind 720 solcher Modulen verbaut. Es ist aber auch möglich, Hyperbraille-Displays in anderen Größen herzustellen.

Sechs Fenster

Gesteuert wird das Display durch eine eigens entwickelte Software, den Braille-Fenstermanager. Er teilt den Bildschirm in mehrere Bereiche: Den größten nimmt das Hauptfenster ein, in das der Nutzer ein Dokument, etwa einen Text oder eine Website, lädt. Bei Bedarf kann er diesen Bereich auch teilen und zwei Dokumente gleichzeitig öffnen. Darüber befindet sich eine Kopfzeile, in der dem Nutzer der Titel des Dokumentes oder der Dateipfad angezeigt wird. Eine Strukturleiste am linken Rand gibt Hinweise auf die Struktur eines Dokuments, indem sie Zeilen mit gliedernden Elementen wie Überschriften markiert.

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Unter dem Hauptfenster gibt es einen Detailbereich, in dem sich der Nutzer Zusatzinformationen zu bestimmten Elementen eines Dokumentes anzeigen lassen kann. Am rechten Rand schließlich gibt es eine Liste mit einer Übersicht über alle geöffneten Dokumente - vergleichbar mit der Taskleiste bei Windows - sowie ein Schaltfeld, über das der Nutzer zwischen verschiedenen Ansichtsarten eines Dokuments umschalten kann.

Taktile Scrollleiste

Der Nutzer nutzt das Display mit beiden Händen. Es stellt allerdings nicht nur Inhalte dar, sondern ermöglicht auch eine Interaktion. Neben Detailansichten, die der Nutzer aufrufen kann, gibt es beispielsweise eine taktile Scrollleiste, mit der der Nutzer auf einer Seite navigieren kann. Schaltflächen oder Links können angeklickt werden. Mit diesem System lassen sich nach Angaben der Entwickler alle gängigen Office-Programme sowie die gängigen Browser bedienen.

"Sehbehinderte Computernutzer sind heute praktisch von grafischen oder strukturierten Informationen am Bildschirm ausgeschlossen. Eine einfache Braillezeile reicht nicht aus, um den Betroffenen die gleichen Chancen in Bildung und Beruf zu ermöglichen", erklärt Metec-Chef Uwe Grotz. Mit Hyperbraille ändere sich das. Ende des Jahres will das Unternehmen mit der Serienproduktion anfangen. Die ersten Displays sollen Schulen und Institutionen bekommen.

An der Entwicklung, die 2007 begann, waren neben Metec zwei weitere Unternehmen sowie die Universitäten in Dresden und Potsdam beteiligt. Die Projektleitung lag beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Auf der Sightcity 2009 wurde ein Hyperbraille-Prototyp vorgestellt.

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