PSN-Hack: Hinweise auf Anonymous auf Sonys Servern gefunden

Das US-Repräsentantenhaus hat Sony um eine Stellungnahme zu den Einbrüchen in die Onlinedienste des Unternehmens gebeten; dieser Bitte ist Playstation-Chef Kaz Hirai mit einer acht Seiten langen Erklärung ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) nachgekommen. Eine Zusammenfassung hat Sony auch in seinem Blog veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) .
Dort gibt der Konzern an, er habe auf den Servern von Sony Online Entertainment eine Datei mit dem Namen "Anonymous" gefunden, deren Inhalt der Text " We are Legion" gewesen sei. Das ist eine typische Formulierung der losen Organisation, die sich jedoch von den Angriffen auf das PSN distanziert hat. Ob es sich bei den Attacken auf das PSN und Sony Online Entertainment um getrennte Aktionen handelte, ist noch nicht bekannt.

Erste personelle Konsequenzen kündigt Sony in seinem Blog auch an, so soll demnächst ein neuer Chief Information Officer (CIO) seine Arbeit aufnehmen. Die Rechenzentren sollen an einen geheimen Ort ziehen, die Verschlüsselung und Netzwerkstruktur verbessert werden. Von Kreditkartenunternehmen hat Sony noch keine Berichte über Missbrauch von Daten erhalten, die sich auf die Einbrüche zurückführen lassen. Das ist beruhigend, weil die Kreditunternehmen in der Regel vom Verursacher schnell Schadenersatz fordern.
Neben dem CIO könnte nach Ansicht mehrerer Analysten auch Sonys Konzernchef Howard Stringer bald seinen Posten verlieren. Stringer hatte sich in der Affäre um den Diebstahl von rund 100 Millionen Datensätzen auffallend zurückgehalten, als höchstrangiger Manager hatte Kaz Hirai die Entschuldigungspressekonferenz am vergangenen Sonntag geleitet.
Hirai, der auch als Begründer der gesamten Playstation-Linie gilt, wird unter anderem vom Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) als möglicher Nachfolger von Stringer gehandelt. "Wenn er das vermasselt, schwächt er seine Position als möglicher CEO. Wenn er es gut macht, hat er sich als fähiger Nachfolger bewiesen" , zitiert das Journal einen Analysten. Sonys Krisen-PR steht auch in Deutschland in der Kritik. Eine dpa-Analyse, unter anderem bei der Süddeutschen Zeitung zu finden, trägt die Überschrift " Verbeugt und trotzdem verzockt(öffnet im neuen Fenster) " .



