Novell vs. Microsoft: Im Streit um Wordperfect entscheiden Geschworene

Ein US-Bundesgericht der USA (Fourth Circuit Court of Appeals) hat einer von Novell eingelegten Berufung im Rechtsstreit mit Microsoft um Wordperfect und Quattro Pro stattgegeben. Damit erreicht die Auseinandersetzung nach mehreren Instanzen die Hauptverhandlung vor einem Geschworenengericht.
Die Auseinandersetzung begann im November 2004 . Novell wirft Microsoft wettbewerbsverletzendes Verhalten vor und fordert Schadensersatz. Nach Meinung Novells hat Microsoft technische Informationen zurückgehalten, die nötig gewesen wären, um Wordperfect und Quattro Pro auf Windows 95 lauffähig zu machen. Dies sei geschehen, um Microsofts eigenes Office-Paket mit Word und Excel stärker im Markt zu platzieren, so Novell.
Novell besaß die Rechte an den zwei Softwareprodukten nur für knapp zwei Jahre von 1994 bis 1996. Wordperfect, der damalige Marktführer, wurde für 885 Millionen US-Dollar von Novell gekauft. Zusammen mit Quattro Pro soll der Marktwert bei über einer Milliarde US-Dollar gelegen haben. Wegen der an Microsoft Office verlorenen Marktanteile verkaufte Novell die Softwarerechte schließlich an Corel für 186 Millionen US-Dollar.
Microsoft führt dagegen an, dass Novell die Lage selbst verschuldet habe. Außerdem sei ein derartiges Verfahren nicht zulässig, da Novell in den genannten zwei Jahren kein Betriebssystem angeboten habe und deshalb kein Wettbewerber gewesen sei.
Die US-Webseite Groklaw stellt die Entscheidung des Gerichts(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung, ebenso einen Audiomitschnitt der Anhörung der beiden Anwälte vor dem Berufungsgericht, die in die getroffene Entscheidung mündete. Eine sehr ausführliche Berichterstattung(öffnet im neuen Fenster) der Ereignisse seit 2004 ist ebenfalls bei Groklaw abrufbar.



