Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest Darkspore: Hunderte Helden auf der Suche nach Spielspaß

Zahllose Helden, riesige Schlachten, fantasievolle Kreaturen: Electronic Arts und Maxis starten mit dem Actionrollenspiel Darkspore einen neuen Versuch, eine große Spielereihe neben den erfolgreichen Die Sims zu etablieren. Genre, Spielinhalt und Szenario wurden überarbeitet – der Spielspaß aber nicht vergrößert.
/ Peter Steinlechner
26 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt und wenig einfallsreich: Die bösen, von unachtsamen Wissenschaftlern genetisch veränderten Darkspores dominieren die Galaxis, und der Spieler muss in einem aussichtslosen Kampf versuchen, ihre Vorherrschaft zu brechen. Dafür rekrutiert er nicht einen oder eine Handvoll, sondern gleich unzählige Helden, baut deren Fähigkeiten mit DNA-Mutationen aus und stürzt sich danach mit ihnen in große Massenschlachten, in denen er Tonnen von Extras und Energie einsammelt.

Darkspore – Trailer (4-Spieler-Koop)
Darkspore – Trailer (4-Spieler-Koop) (01:34)

Zu Beginn ist die Zahl der eigenen Kämpfer noch überschaubar. In kleinen Trupps werden sie zusammengestellt, per einfachem Mausklick wird zwischen den Helden gewechselt. Der aus Spore bekannte Editor ist in ähnlicher Form auch wieder dabei und ermöglicht es, die Charaktere nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. Das ist sicherlich auch eines der Highlights des Spiels – Kreaturen ersinnen, sie mit Waffen, neuen Körperteilen und Rüstungen ausstatten, optisch zu variieren und vieles mehr macht durchaus Spaß. Im Spielverlauf kommen dann immer mehr Helden, aber auch immer mehr Extras und Ausrüstungsgegenstände dazu, mit denen sich die Eigenschaften der Truppe ausbauen lassen.

Die spielerischen Möglichkeiten in den sehr linearen Leveln sind eingeschränkt – im Grunde geht es immer nur darum, in Diablo-Manier durch unterschiedliche Landschaften und Umgebungen zu marschieren und Darkspores per einfachem Klick mit Standard- und Spezialangriffen zu attackieren. Dabei ist es zunächst durchaus motivierend, in den einzelnen Missionen herumzuexperimentieren, welche der eigenen Kreaturen mit ihren jeweiligen Bewegungen und Attacken am besten mit welchen Kontrahenten fertig wird. Tiefgang fehlt der Kampagne jedoch – im Grunde geht es immer nur von Schlacht zu Schlacht, von einem schlauchartigen Level zum nächsten, von einer einfallslosen Aufgabe zur folgenden. Nach jeder Mission gibt es zumindest eine Belohnung; wer auf eine Rückkehr zum eigenen Schiff verzichtet und so Upgrademöglichkeiten sammelt, hat zudem bessere Chancen auf größere und wichtigere Verbesserungen.

Abwechslung fehlt Der Einzelspielermodus leidet vor allem unter der mangelnden Abwechslung – die Story ist kaum der Rede wert, spannende Missionsziele selten, überraschende Ereignisse praktisch nicht vorhanden. Für den Koop-Modus gilt das zwar in gleichem Maße, trotzdem gefällt er insgesamt etwas besser – weil es durchaus Spaß machen kann, die etwas schwereren Gegner durch koordinierte Aktionen zu erlegen. Die Multiplayer-PVP-Schlachten verkommen hingegen schnell in recht lieblose Arena-Klickorgien.

Darkspore – Trailer (Launch)
Darkspore – Trailer (Launch) (01:35)

Auch optisch bietet Darkspore nur durchschnittliche Szenerien, nur einzelne Level gefallen wegen ihrer kreativen Gestaltung. Die deutsche Sprachausgabe ist immerhin solide, ganz im Gegensatz zur Patchroutine des Spiels: Beim ersten Start nach der Installation unserer Testversion meldete sich das Programm mit dem Starbildschirm "Darkspore is currently not available for play" – ohne weitere Optionen. Erst wenn dieser Bildschirm nicht weggeklickt, sondern einen Moment gewartet wird, startet das Spiel automatisch mit dem Herunterladen des aktuellen Patches, ohne den der Spielstart nicht möglich ist. Zudem ist eine ständige Onlineverbindung Voraussetzung zum Spielen.

Darkspore ist für Windows-PC bereits im Handel erhältlich und kostet etwa 40 Euro in der Standard-, 50 Euro in der Limited-Edition-Variante. Letztere bietet zusätzlich eine frühzeitige Charakterfreischaltung sowie ein exklusives Rüstungspack.

Fazit

Eine grundsätzlich einfach gehaltene Spielmechanik muss nichts Schlechtes sein – wenn schön gestaltete Level, eine gute Story oder spannende Missionen für anhaltende Motivation sorgen. Darkspore hat allerdings nichts davon zu bieten, sondern schickt den Spieler auf einfallslose Klickkampagnen – da kann die durchaus vielseitige Charaktererstellung alleine auch nichts retten. Auch das zweite Spore-Spiel wird so trotz Genrewechsel kaum Freunde finden.


Relevante Themen