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Überlebensfähig?

Aber laut Moss ist die CD nicht nur wegen der geringeren Kosten für die Musikbranche noch immer am besten: "Technisch wäre das auch mit DVDs machbar, nur ist die CD aus der Historie heraus der erste Nachfolger der Schallplatte und daher für Musik, Hörbücher usw. nach wie vor erste Wahl. Der CD-Player ist eine gelernte Hardware für Musik, der DVD-Player für Videos." Gelernte Hardware? Fakt ist aber, dass vor allem das Lernen das ist, was von der Industrie mit viel Marketingmacht unterstützt wird - sonst würden heute weit mehr Kunden als nur ein paar Sammler den Schallplattenteller rotieren lassen. Zugegeben: Der Vollumstieg auf Blu-ray beziehungsweise digitale Distribution vollzieht sich längst nicht so schnell, wie von vielen erhofft - aber trotzdem dürfte er auf Dauer unausweichlich sein.

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Wie sieht Moss die Zukunft der CD? Wie lange können OK Media & Co. noch von ihr leben? "Der Schwerpunkt unserer Produktionskapazität von 370.000 Scheiben täglich liegt eindeutig noch bei der CD, und das wird sicherlich viele Jahre so bleiben. Viele Branchenexperten schätzen, dass die benötigte Kapazität rund zehn bis 15 Prozent jährlich zurückgehen wird. Nicht kostendeckend arbeitende Presswerke bekommen schon jetzt massive Probleme und werden verdrängt, so dass anderen wiederum einige Jahre mehr bleiben, bis die CD vielleicht in 15 Jahren vollständig vom Markt verschwinden und durch digitale Distribution ersetzt wird", sagt Moss und betont, das sei nur eine vorsichtige Prognose.

Konkurrenz durch Onlinespeicher

Trotzdem glaubt Moss daran, dass physische Medien nie gänzlich verschwinden werden: "Die Wertschätzung der Endkunden für ein Onlineprodukt ist eine andere. Online ist schnell gekauft, aber auch schnell wieder gelöscht und ersetzt. Insofern glauben wir daran, dass es auch langfristig immer einen Markt für haptische Produkte wie Games oder Hörbücher in hochwertiger Verpackung geben wird. Die unteren Preisklassen werden eher verschwinden, aber Special Editions, edle Box-Produkte mit Addons usw., werden noch lange leben. Ein Jewel Case, eine Box oder Schachtel kann ich im Regal aufbewahren und zeigen, mich über meine Sammlung freuen. Auch das Verschenken macht mehr Spaß als bei Gutscheinkarten mit Downloadcode."

Stellt sich nur die Frage: Gilt das auch für die Kundengeneration, die mit iPad, Smartphone & Co. aufwächst? Besteht die Gefahr, dass Platten und CDs zusammen mit ihrer jeweiligen Kundengeneration sterben? Überleben werden beide Medien so lange, wie es Liebhaber und Sammler gibt, die Anfassen und Ins-Regal-stellen über die virtuelle Verramschung stellen. Auf dem Softwaresektor sind die Tage der CD gezählt, aber in der Musikbranche wird sie sich vermutlich ähnlich hartnäckig halten wie die schon lange totgesagte Schallplatte, denn die Etablierung eines neuen physischen Musikmediums ist in den Tagen der MP3-Player mehr als unwahrscheinlich.

Die CD war nur so lange etwas Besonderes, wie sie die damals noch stärker verbreitete Schallplatte durch ihre vermeintliche Überlegenheit ausbooten konnte. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. In die Geschichte eingehen wird sie als das Speichermedium, das die Ära magnetisierter Bänder beendete und das Zeitalter der 12-cm-Discs einläutete. [von Robert Bannert. Dieser Artikel erschien in Ausgabe 6/2011 unseres Partnermagazins IGM (International Games Magazine)]

 Kein Presswerk lebt mehr von CDs allein
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spanther 24. Mai 2011

Und eben genau das ist es NICHT was ich habe :(

redwolf 06. Mai 2011

Schaut euch den Wikipediaartikel zu CD-ROM an. Die haben den CD-Standard definitiv...

AndyGER 06. Mai 2011

Okay, das leuchtet soweit ein. Allerdings trifft das dann doch auch nur auf die Künstler...

alexs77 06. Mai 2011

Hi! Im grossen und ganzen sehe ich es sehr ähnlich wie Du. CD's - wofür? Ich kann nicht...

Baron Münchhausen. 05. Mai 2011

Hey, das mit Jäger und Sammler habe ich vor kurzem in einem anderen Beitrag geschrieben...


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