Facebook: Unterstellungen reichen für eine Profilsperre
Ars Technica(öffnet im neuen Fenster) hat sein Facebook-Profil mittlerweile wieder, allerdings musste die Technikredaktion des IT-Portals einen Tag lang darum kämpfen(öffnet im neuen Fenster). Erst nach vielen Kontaktversuchen und Presseberichten gab es überhaupt eine Reaktion seitens des sozialen Netzwerks. Dafür gab es aber Berichte anderer Betroffener, denen ohne Nachfrage die Accounts und die Fanseiten oder Gruppen gesperrt wurden – darunter das Redmond-Pie-Blog(öffnet im neuen Fenster), ein Fotograf, eine Sexaktivistin und verschiedene andere Nutzer. Die Neowin-Redaktion(öffnet im neuen Fenster) hat es gleich mehrfach getroffen.
Facebook(öffnet im neuen Fenster) reagierte den Berichten zufolge – wenn überhaupt – nur sehr spät auf die per E-Mail erbetenen Einsprüche(öffnet im neuen Fenster). Kritik erhält Facebook aber vor allem deshalb, weil das Melden eines Urheberrechtsverstoßes problemlos auch böswillig und mit falschen Kontaktdaten möglich ist. Damit wird es dann für die Betroffenen schwierig, den jeweiligen Beschwerdeführer dazu zu bringen, die Beschwerde zurückzuziehen – genau das verlangt Facebook aber. Im Falle der Sexaktivistin freuten sich die Schuldigen öffentlich auf ihrem Webblog über den gelungenen Streich.
Das Ars-Technica-Team fragt deshalb: "Wenn es so einfach ist, eine böswillige Anschuldigung zu machen und die ganze Seite einer Marke zu entfernen, warum hat Facebook dann noch nichts dagegen unternommen?" Die Antwort und die Reaktivierung der Ars-Technica-Facebook-Seite ließ zwar noch einige Stunden auf sich warten, aber immerhin gab es dann auch eine Stellungnahme seitens des sozialen Netzwerks.
"Wir haben mehrere Fälle [...] überprüft und als Ergebnis vier Seiten wiederhergestellt. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. Der Missbrauch des DMCA und anderer Meldeprozeduren für Urheberrechtsverletzungen sind eine Herausforderung für jeden Internetdienst und wir nehmen es sehr ernst", so Facebook gegenüber Ars Technica. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun bei der Verbesserung der aktuellen Systeme und Prozeduren berücksichtigt werden.
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