Atom-CPU: Netbook-Markt bricht laut Microsoft um 40 Prozent ein
Der Absatz von Netbooks ist laut Microsoft im letzten Quartal "um 40 Prozent zurückgegangen". Das hat Bill Koefoed, Microsoft General Manager für Investor Relations, am 28. April 2011 in einer Telefonkonferenz mit Analysten(öffnet im neuen Fenster) gesagt. Der Markt für Endkunden-PCs ging laut Microsoft um acht Prozent zurück.
Netbooks finden seit rund drei Jahren eine wachsende Verbreitung. Zuerst hatten die meisten Geräte kein Microsoft-Betriebssystem, sondern kamen mit einem angepassten Linux auf den Markt. Microsoft reagierte darauf laut Gerüchten zufolge mit Angeboten von Windows-XP-Lizenzen an Netbook-Hersteller zu einem Preis deutlich unter 10 US-Dollar. Diese Lizenzen galten jedoch nur für Geräte mit den netbooktypischen Hardwareeinschränkungen. Microsoft hatte die besonders billige ULCPC-Lizenz von Windows XP nur an PC-Hersteller verkauft, wenn diese sich an ein niedriges Ausstattungsniveau hielten. Nachfolger ist die Windows-7-Starter-Edition, die sich an Netbook-Hersteller richtet. Gegenwärtig soll Windows wieder auf 90 Prozent aller neu verkauften Netbooks laufen.
Koefoed erklärte, es "gab in dem Quartal bei PCs für Geschäftskunden einen Zuwachs um neun Prozent. Der Erneuerungszyklus der Geschäftskunden-PCs hält an und steht weiterhin erst am Anfang. Weiter tragen die aufstrebenden Märkte viel zum weltweiten PC-Absatz bei. Dahin gehen beinahe die Hälfte aller verkauften PCs." Auf dem Endkundenmarkt habe der Konkurrenzdruck zugenommen. Der gesamte PC-Markt habe in Microsofts letztem Berichtszeitraum um ein bis drei Prozent eingebüßt, erklärte Koefoed.
Während laut Microsoft der Absatz von Netbooks um 40 Prozent zurückgegangen ist, sieht Intel kaum einen Rückgang bei Netbooks. Intel-Finanzchef Stacy Smith sagte am 19. April 2011 zu Cnet(öffnet im neuen Fenster): "Das Volumen der ausgelieferten Atom-Prozessoren für Netbooks stagniert im Jahresvergleich. Wenn es eine Kannibalisierung mit Tablets gibt, dann passiert es mit Sicherheit in dem Bereich. Aber trotzdem ist es immer noch ein Geschäft mit einem Volumen von 400 Millionen US-Dollar für uns."
Microsoft-Finanzchef Peter Klein erklärte in der Telefonkonferenz, dass die Abweichung nicht nur daher käme, dass die Berichtszeiträume der Firmen um eine Woche auseinanderliegen. "Sie haben außerdem Netbooks aus ihrer PC-Mikroprozessorsparte herausgerechnet", sagte Klein über Intel. Außerdem gebe es möglicherweise hohe Lagerbestände für die CPU.
Intel-Deutschland-Sprecher Martin Strobel sagte Golem.de zum Netbookmarkt und Atom: "Wir weisen in unserer Bilanz keine Stückzahlen aus und wir veröffentlichen auch nur den Umsatz. Der Umsatz mit Atom-Prozessoren für Netbooks und Tablets fließt in der Bilanz in den Posten 'Other Intel Architecture Group' ein." Zudem habe Intel den gemeinsamen Umsatz von Atom und Chipsätzen zuletzt mit 370 Millionen US-Dollar ausgewiesen, ein leichter Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Für Netbooks habe Intel keine Absatzzahlen, sagte Strobel. Intels Aussagen bezögen sich auf Angaben der Marktanalysten.
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