Elcomsoft

Nikons Foto-Validierungssystem geknackt

Nikons Echtheitsprüfung für Digitalkamerafotos ist nach Angaben des russischen Softwarehauses Elcomsoft geknackt worden. Nun können beliebige Bilder mit dem Echtheitszertifikat manipuliert werden und es ist nicht mehr sicher, dass sie ohne Änderungen direkt aus den Nikon-Kameras stammen.

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Elcomsoft: Nikons Foto-Validierungssystem geknackt

Nikons Image Authentication System stellt sicher, dass es sich bei einem Foto um ein unbearbeitetes Original aus einer Kamera des japanischen Herstellers handelt. Herzstück sind ein Verschlüsselungssystem in der Kamera und eine Software zum Überprüfen der Signatur. Elcomsoft hat nun mehrere Fotos veröffentlicht, die definitiv nicht aus einer Nikon-Digitalkamera stammen, aber vom Image Authentication System dennoch als echt eingestuft werden.

Elcomsoft hat nach eigenen Angaben eine Schwachstelle in der Kameratechnik gefunden, die es ermöglicht, den privaten Schlüssel zu extrahieren. Die Sicherheitslücke ermöglicht es, gefälschte Bilder zu erzeugen, die von Nikons Image Authentication System als authentisch identifiziert werden. Auch Canon hat ein solches System entwickelt, das von Elcomsoft schon Ende 2010 geknackt wurde.

Höherwertige Nikon-Spiegelreflexkameras fügen beim Speichern der Fotos eine digitale Signatur ein. Technische Details hat Nikon dazu nicht veröffentlicht. Elcomsoft fand heraus, dass die Bild-Metadaten und die eigentlichen Bilddaten unabhängig voneinander mit einer SHA-1-Hashfunktion behandelt werden. Daraus entstehen zwei 160 Bit große Hashwerte, die später mit einem geheimen, privaten Schlüssel mit dem Algorithmus RSA 1024 verschlüsselt werden. Daraus entsteht eine digitale Signatur. Die beiden 1.024-Bit-Signaturen speichert Nikon im Exif-Feld Makernote 0x0097 (Color Balance).

Bei der Validierung errechnet die Nikon-Image-Authentication-Software von den Bildern ebenfalls zwei SHA-1-Hashwerte und verwendet den öffentlichen Schlüssel, um die Signaturen zu überprüfen. Nach Angaben von Elcomsoft ist der private Schlüssel aber nicht gut geschützt. Er kann von der Kamera ausgelesen werden - und danach eine valide digitale Signatur von jedem beliebigen Bild erzeugen.

Elcomsoft hat Nikon und das CERT über die Sicherheitslücke informiert und einige Bilder erstellt, die vom Image Authentication System als echt bezeichnet werden. Nikon hat sich bislang dazu gegenüber Elcomsoft nicht geäußert. Auch Canon hat nach Angaben des Softwarehauses seine Sicherheitslücke in seiner eigenen Validierungssoftware nicht behoben. Nikon nutzt die Sicherheitsfunktion in den Modellen D3X, D3, D700, D300S, D300, D2Xs, D2X, D2Hs und D200.

Einige der von Elcomsoft erstellten Bildmanipulationen, die als valide erkannt werden, hat das Unternehmen online gestellt. Dazu ist Nikons Image-Authentication-Software erforderlich. Sie kostet rund 500 Euro.

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