• IT-Karriere:
  • Services:

Vergütung für Kreative

CCC stellt Kulturwertmark vor

Mit der Kulturwertmark präsentiert der Chaos Computer Club ein Modell für ein "zeitgemäßes Vergütungsmodell für Kreative". Das System kombiniert ein Micropaymentsystem nach dem Vorbild von Flattr mit einer Verkürzung von Schutzfristen, um Werke frei nutzbar zu machen.

Artikel veröffentlicht am ,
Vergütung für Kreative: CCC stellt Kulturwertmark vor

Der Chaos Computer Club (CCC) meldet sich in der Debatte um die Finanzierung von Kunst und Kultur im digitalen Zeitalter zu Wort und stellt mit der Kulturwertmark ein Konzept vor, das schöpferische Tätigkeit materiell gerecht entlohnen und Werke dennoch allgemein zugänglich halten soll, so dass sie kreativ weiterverwendet werden können und ihre Verwendung und Archivierung nicht durch DRM (Digital Rights Management) behindert wird.

Stellenmarkt
  1. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  2. akf bank GmbH & Co KG, Wuppertal

Das System Kulturwertmark sei in zweijähriger Diskussion mit Schriftstellern, Filmemachern, Malern, Podcastern, Galeristen und Journalisten entstanden und darauf ausgelegt, eine möglichst breite Vielfalt schöpferischer Tätigkeit zu belohnen, heißt es in der Ankündigung des CCC. Im Kern geht es dabei um ein Micropaymentsystem, das mit einigen wesentlichen Veränderungen des Urheberrechts kombiniert wird.

Ähnlich wie bei Flattr sollen Nutzer bei der Kulturwertmark direkt bestimmen können, welche Kreativen wie viel Geld von ihnen bekommen. Dabei zahlt jeder Teilnehmer einen festen monatlichen Betrag ins System ein, den er dann in Form der kryptographisch gesicherten Micropayment-Währung "Kulturwertmark" an die gewählten Künstler verteilt.

Im Gegenzug stehen die mit Kulturwertmark vergüteten Werke nach einigen Jahren oder nach Erreichen einer bestimmten Kulturwertmark-Auszahlsumme jedem zur nichtkommerziellen Nutzung zur Verfügung. Damit ein Werk unter diese Regelung fällt, muss es vom Künstler explizit für die Teilnahme an dem System angemeldet werden. Beträge, die die Teilnehmer nicht ausgeben, werden automatisch entsprechend aller vergebenen Beträge verteilt.

Auf diese Weise will der CCC einen neuen Markt für digitale Werke entstehen lassen, der eine direkte Bezahlung für Urheber vorsieht, und zugleich eine wachsende digitale Allmende von frei nutzbaren Werken schaffen.

Damit ausreichend Nutzer mitmachen, könne die Abgabe im ersten Schritt durch einen Zuschlag zum Internet-Breitbandanschluss erhoben werden, schlägt der CCC vor. In der radikalsten Variante sei aber denkbar, den Betrag von allen Steuerpflichtigen zu erheben.

Mit der Kulturwertmark erwerben Nutzer keine persönlichen Rechte an einem Werk, sondern drücken ihre Wertschätzung aus, so die Idee. Dabei stehe es dem Künstler frei, für den Download eines Werkes von seiner Seite einen bestimmten Betrag der Kulturwertmark festzusetzen. Alternativ könne die Möglichkeit zum Ausgeben der Kulturwertmark in Werke integriert werden, die dann völlig außerhalb der Kontrolle des Künstlers getauscht oder per Filesharing weitergegeben werden können, so der CCC.

"Wir wollen raus aus den Grabenkriegen, in denen die Diskussionen bisher feststecken, hin zu einem zeitgemäßen, praktikablen Interessenausgleich", erläutert CCC-Sprecher Frank Rieger die Motivation hinter dem System. Damit dieses aber funktionieren kann, seien grundlegende Änderungen an den bestehenden Urheberrechtsmodellen notwendig: So müssten die Schutzfristen deutlich verkürzt und die straf- und zivilrechtliche Verfolgung von Filesharing und privaten Kopien auf kommerzielle - also auf profitorientierte Gewinnerzielung zielende - Verstöße beschränkt werden, fordert der CCC.

Die Vorschläge des CCC zielen darauf ab, einen angemessenen Ausgleich zwischen Autoren- und Rezipientenrechten zu schaffen. Die Interessen von Rechteverwertern wie Plattenfirmen, Verlagen oder Filmverleihern spielen keine Rolle.

Mit dem Namen "Kulturwertmark" ist der CCC allerdings noch nicht ganz glücklich: "Ernstgemeinte Vorschläge für einen griffigeren Namen als 'Kulturwertmark' nimmt der CCC selbstverständlich gern entgegen", heißt es dazu in der Ankündigung.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Acer Nitro VG270Ubmiipx 27-Zoll-IPS WQHD 75Hz für 199€, Acer Predator Cestus 330 Gaming...
  2. (u. a. BenQ GL2780E 27-Zoll-LED FHD für 127,84€, Lenovo IdeaPad Flex 5 15,6-Zoll-FHD-IPS-Touch...
  3. 333€ (Vergleichspreis 388€)
  4. 49,99€ (Bestpreis!)

flaep 27. Apr 2011

Man könnte eine Art Anmeldegebühr erheben. Also erst 10-20€ Guthaben aufladen. Quasi als...

Charles Marlow 26. Apr 2011

Kostenlose Werbung! Jetzt auch für Ihren Verein oder Organisation!

Jonah Ltd. 26. Apr 2011

Der CCC betätigt sich mal wieder als Lobbyist einer bestimmten politischen Richtung und...

Jonah Ltd. 26. Apr 2011

Nö, die GEZ hat mit dem Themenkomplex nix zu tun.

rangnar 26. Apr 2011

Das interessante und brauchbare an der Kulturwertmarke ist und wird sein, die Micropay...


Folgen Sie uns
       


ANC-Kopfhörer im Vergleich

Wir haben Sonys neuen WH-1000XM4 bei der ANC-Leistung gegen Sonys alten WH-1000XM3 und Boses Noise Cancelling Headphones 700 antreten lassen.

ANC-Kopfhörer im Vergleich Video aufrufen
Vivo X51 im Test: Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera
Vivo X51 im Test
Vivos gelungener Deutschland-Start hat eine Gimbal-Kamera

Das Vivo X51 hat eine gute Kamera mit starker Bildstabilisierung und eine vorbildlich zurückhaltende Android-Oberfläche. Der Startpreis in Deutschland könnte aber eine Herausforderung für den Hersteller sein.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Software-Entwicklung Google veröffentlicht Android Studio 4.1
  2. Jetpack Compose Android bekommt neues UI-Framework
  3. Google Android bekommt lokale Sharing-Funktion

5G: Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung
5G
Nokias und Ericssons enge Bindungen zu Chinas Führung

Nokia und Ericsson betreiben viel Forschung und Entwicklung zu 5G in China. Ein enger Partner Ericssons liefert an das chinesische Militär.
Eine Recherche von Achim Sawall

  1. Quartalsbericht Ericsson mit Topergebnis durch 5G in China
  2. Cradlepoint Ericsson gibt 1,1 Milliarden Dollar für Routerhersteller aus
  3. Neben Huawei Telekom wählt Ericsson als zweiten 5G-Ausrüster

CalyxOS im Test: Ein komfortables Android mit einer Extraportion Privacy
CalyxOS im Test
Ein komfortables Android mit einer Extraportion Privacy

Ein mobiles System, das sich für Einsteiger und Profis gleichermaßen eignet und zudem Privatsphäre und Komfort verbindet? Ja, das geht - und zwar mit CalyxOS.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Alternatives Android im Test /e/ will Google ersetzen

    •  /