Abo
  • IT-Karriere:

Erdbeben in Japan

Roboter erkunden Atomkraftwerk in Fukushima

Erstmals haben Roboter mehrere Reaktorblöcke des bei einem Erdbeben beschädigten Atomkraftwerks im japanischen Fukushima erkundet. Sie lieferten Videobilder aus den Gebäuden und nahmen Strahlen- und andere Messungen vor.

Artikel veröffentlicht am ,
Packbot (Foto: iRobot)
Packbot (Foto: iRobot)

Der japanische Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco) hat erstmals Roboter des US-Unternehmens iRobot im Atomkraftwerk Fukushima eingesetzt. Ein Roboter vom Typ Packbot hat mehrere Reaktorblöcke des Kraftwerks erkundet. IRobot hatte Ende März Tepco vier Roboter zur Verfügung gestellt. Das Atomkraftwerk wurde infolge eines Erdbebens stark beschädigt.

Roboter im Reaktor

Stellenmarkt
  1. Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main
  2. operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg

Ein Packbot sei zunächst in den Reaktorblock 3 hineingefahren und habe dort Strahlung und Temperaturen gemessen, teilte Tepco mit. Außerdem habe er Videobilder aus dem Reaktorgebäude geliefert. Die Verantwortlichen wollten vor allem wissen, ob noch Wasser in dem Gebäude steht. Ziel war, herauszufinden, ob Arbeiter sicher in den Gebäuden arbeiten können.

  • Roboter Packbot im Atomkraftwerk Fukushima (Foto: Tepco)
  • Die Roboter erkundeten drei Blöcke in der beschädigten Anlage. (Foto: Tepco)
  • Sie nahmen unter anderem Strahlenmessungen vor. (Foto: Tepco)
Roboter Packbot im Atomkraftwerk Fukushima (Foto: Tepco)

Der Packbot erkundete am Sonntagmittag 2,5 Stunden lang den Block 3. Am Nachmittag folgte ein vergleichbarer, anderthalbstündiger Einsatz im Block 1 des von einem Tsunami und mehreren Explosionen schwer beschädigten Atomkraftwerks. Am heutigen Montag sei ein Packbot in den Block 2 gefahren, erklärte die japanische Atomsicherheitsbehörde Nisa.

Hohe Strahlung

Die von den Robotern gemessenen Strahlungswerte sind jedoch noch zu hoch, als dass Menschen sich gefahrlos in dem Gebäuden aufhalten könnten: Im Block 1 maßen sie bis zu 47 Millisievert, in Block 3 bis zu 57 Millisievert pro Stunde. Das ist den Angaben zufolge etwa eine 1.000-mal höhere Strahlung als im Normalzustand. Ab einem Wert von 100 Millisievert steigt das Krebsrisiko erheblich. 1.000 Millisievert lösen die Strahlenkrankheit aus.

Der Packbot 510 ist eine knapp 90 Zentimeter lange und einen halben Meter breite robotische Lafette, die rund 24 Kilogramm wiegt. Der Roboter fährt auf zwei Ketten. Er verfügt zusätzlich über zwei weitere Ketten, die beweglich angebracht sind, was es ihm erleichtert, Hindernisse zu überwinden. Der Packbot kann mit verschiedenen Aufbauten ausgerüstet werden. Für den Einsatz in Fukushima ist er unter anderem mit Kameras, einem Roboterarm sowie einer Reihe von Sensoren ausgestattet.

Unbemannte Räumfahrzeuge

In der vergangenen Woche setzte Tepco erstmals Roboter in Fukushima ein: Ein unbemannter Bagger räumte Trümmer zusammen und lud sie auf einen unbemannten Transporter. Dieser brachte die Teile zu einem anderen Platz auf dem Gelände des Kraftwerks. Außerdem hatte eine Drohne vom Typ T-Hawk des US-Unternehmens Honeywell Luftaufnahmen des Atomkraftwerks aufgenommen.

Neben iRobot hatte auch Qinetiq Roboter nach Japan geschickt: Das britisch-amerikanische Unternehmen hat unter anderem Bausätze vom Appliqué Robotic Kit (ARK) geliefert, mit deren Hilfe Bobcat-Kompaktlader zu Roboterfahrzeugen umgebaut werden können. Daneben hat das Unternehmen je zwei Roboter vom Typ Talon und Dragon Runner zur Verfügung gestellt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 14,97€
  2. 107,00€ (Bestpreis!)
  3. 419,00€
  4. 79,00€

smoe 19. Apr 2011

Ich will's selbst sehen. Wahrscheinlich hat der Kern schon seinen Weg durch das Erdinnere...

Charles Marlow 19. Apr 2011

Das wird schon offensichtlich, wie das japanische Fernsehen diese Maschinen zelebriert...

ali baba 19. Apr 2011

oder wie lässt sich bild 3 erklären?


Folgen Sie uns
       


Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test

Der Mercedes GLC F-Cell ist eines der wenigen Serienfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Wir haben das Auto getestet.

Wasserstoff-Mercedes GLC F-Cell im Test Video aufrufen
Raumfahrt: Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen
Raumfahrt
Galileo-Satellitennavigation ist vollständig ausgefallen

Seit Donnerstag senden die Satelliten des Galileo-Systems keine Daten mehr an die Navigationssysteme. SAR-Notfallbenachrichtigungen sollen aber noch funktionieren. Offenbar ist ein Systemfehler in einer Bodenstation die Ursache. Nach fünf Tagen wurde die Störung behoben.


    Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
    Mobilfunktarife fürs IoT
    Die Dinge ins Internet bringen

    Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
    Von Jan Raehm

    1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
    2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
    3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

    Ricoh GR III im Test: Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom
    Ricoh GR III im Test
    Kompaktkamera mit Riesensensor, aber ohne Zoom

    Kann das gutgehen? Ricoh hat mit der GR III eine Kompaktkamera im Sortiment, die mit einem APS-C-Sensor ausgerüstet ist, rund 900 Euro kostet und keinen Zoom bietet. Wir haben die Kamera ausprobiert.
    Ein Test von Andreas Donath

    1. Theta Z1 Ricoh stellt 360-Grad-Panoramakamera mit Profifunktionen vor
    2. Ricoh GR III Eine halbe Sekunde Belichtungszeit ohne Stativ

      •  /