Spieletest Die Sims Mittelalter: Schlafen, essen, Bestien töten
Die Sims Mittelalter ist kein Addon zu Die Sims 3, sondern ein eigenes Hauptprogramm und somit alleine lauffähig. Die Nähe zu Die Sims 3 kann der Titel trotzdem nie verbergen: Zwar ist das Szenario diesmal ein Königreich mit angrenzenden Wäldern, Höhlen und Friedhöfen. Auch die Berufe sind ans Szenario angepasst und reichen von König über Ritter bis zu Barde und Hufschmied – jeder natürlich inklusive passender Gewänder, Fähigkeiten und Schwächen. Im Grunde sind das alles aber nur optische Veränderungen für die bekannte Spielmechanik.

Auffälliger ist hingegen, dass die Entwickler diesmal die Möglichkeiten stark eingeschränkt haben. Das beginnt bei den reduzierten Bedürfnissen der Sims: Im Grunde muss der Spieler nur sicherstellen, dass die virtuellen Wesen ausreichend Essen und Schlaf bekommen. Aber auch die Spielaufgaben sind einfacher gestaltet – was vor allem am neuen, rollenspielartigen Questsystem liegt. Zwar gab es ähnliches Aufgabenabarbeiten schon in der Vergangenheit, etwa beim Addon "Die Sims 3 – Reiseabenteuer". Mittelalter geht aber einen Schritt weiter und gibt dem Spieler in praktisch jeder Situation vor, was als Nächstes zu tun ist.
Das beginnt beim ausführlichen Tutorial, ändert sich aber auch nicht in den Missionen. Egal ob Gespräche mit dem Schloss-Innenausstatter, das Sammeln von Kräutern, ein Kampf mit einer Bestie oder das Schmieden eines Schwertes: Immer ist offensichtlich, was zu tun ist. nämlich das Besuchen des jeweiligen Ortes, das Anklicken von Personen oder Gegenständen, das Auswählen der Aktion – und dann meist eine gewisse Wartezeit, bis die Aufgabe gelöst ist.
Viel Warterei im Mittelalter
Die häufigen Wartezeiten sorgen bald dafür, dass man immer wieder zum schnellen Vorlauf greift – weil zwischen den einzelnen Aufgaben nur wenig zu tun ist. Natürlich kann der Spieler neue Freunde gewinnen und Sympathie- oder Erfahrungspunkte sammeln. Er muss Stimmung des eigenen Sims im Blick behalten, zudem unterscheiden sich die Lösungsmöglichkeiten je nachdem, mit welcher Art Held der Spieler unterwegs ist. Ein paar Minispiele strecken zusätzlich die Spielzeit. Das ändert allerdings nichts daran, dass sich schnell Wiederholungen einschleichen – und mit zunehmendem Spielverlauf immer mehr Monotonie einstellt.
Immerhin haben die Entwickler Humor bewiesen: Die Quests sind oft sehr amüsant formuliert, die Interaktionen und Animationen putzig, die Charaktere sympathisch überzeichnet – hier nimmt sich niemand zu ernst, das Mittelalter der Sims ist eher heiter als düster.
Die Sims Mittelalter ist für Mac und Windows-PC erhältlich, hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten und kostet etwa 40 Euro.
Fazit
Viel Humor und ein stimmungsvolles Szenario machen alleine noch kein gutes Spiel aus: Die Sims Mittelalter bieten inhaltlich zu wenig, um längerfristig zu motivieren. Das Questsystem vereinfacht die Spielmechanik so sehr, dass meist einfach nur mehrfach geklickt und dann gewartet werden muss. Die Faszination einiger anderer Sims-Titel stellt sich hier wegen der mangelnden Aktionsmöglichkeiten nur sehr selten ein.
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