Abo
  • Services:

Verknüpfung generiert immer neue Informationen

Im November 2010 hatte Twitter einen ersten Deal mit einem Datenauswerter gemacht. Das Unternehmen namens Gnip bekommt Zugriff auf die Datenbank und kann diesen weiterverkaufen. Wer beispielsweise die Hälfte aller getwitterten Botschaften sehen und auswerten will, muss dafür pro Jahr 360.000 US-Dollar an Gnip zahlen. Diesen Zugang nennt Twitter Gardenhose, Gartenschlauch. Ein Zugriff auf nur fünf Prozent des Datenstroms kostet 60.000 US-Dollar pro Jahr und heißt Spritzer. Der Käufer kann die Daten sehen und durchsuchen, nicht aber anderen zur Verfügung stellen. Auch die Ergebnisse der Auswertung dürfen nicht unbegrenzt veräußert werden.

Stellenmarkt
  1. Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH, Leichlingen
  2. Bosch Gruppe, Leonberg

Soeben hat Twitter ein weiteres Arrangement verkündet. Das Unternehmen Mediasift will seinen Kunden Zugriff auf alle Daten verkaufen - dieser Zugang heißt dann Firehose, Feuerwehrschlauch. Allerdings darf der Interessent die Daten nicht selbst auswerten, sondern bekommt sie sortiert nach einer von ihm formulierten Anfrage. Der Preis richtet sich nach den Suchkriterien. Wer den Strom nur nach bestimmten Schlagworten erforschen wolle, zahle vergleichsweise wenig, sagte Mediasift-Chef Nick Halstead laut ReadWriteWeb. Wer zusätzlich wissen wolle, welche der gefundenen Tweets aus einem bestimmten Land kamen, müsse mehr bezahlen.

Twitter und die Auswerter wissen, warum sie den Zugang so streng begrenzen, denn sie sitzen auf einem Schatz.

Marktforschung, Werbung, Softwareentwicklung - für all diese und noch viel mehr Bereiche ist die Twitter-Datenbank eine Fundgrube für Informationen, die sonst nicht zu erhalten sind. Welche Menschen interessieren sich für Turnschuhe, welche mittelständischen Unternehmen haben guten Kontakt zu ihren Kunden, welche Themen sorgten wo, wann und warum für Gesprächsstoff? Es gibt viele Fragen, die Twitter inzwischen beantworten kann.

Und es gibt offensichtlich viele, die bereit sind, dafür Geld zu bezahlen. Die Nutzer allerdings haben nichts davon. Sie wurden auch nicht gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Wer Twitter nutzt, so sieht es Twitter, will sich öffentlich machen. In den Geschäftsbedingungen steht sinngemäß, jeder, der Twitter nutze, bitte geradezu darum, die zur Verfügung gestellten Informationen zu veröffentlichen.

Selbstverständlich ist Veröffentlichung das primäre Ziel des Dienstes. Vielen Nutzern ist aber wohl nicht klar, was die Vernetzung vermag. Aus vielen Einzelinformationen lassen sich völlig neue Erkenntnisse ableiten - im Zweifel auch solche, die mehr über die Nutzer verraten, als ihnen lieb ist. Damit ist auch erklärt, warum der Dienst ebenso wie Google oder Facebook kostenlos ist und bleiben wird: Viele sollen kommen. Umsonst aber ist das nicht. Die Nutzer zahlen mit ihren Daten - und die sind Geld wert. [von Kai Biermann / Zeit Online]

 Gnip und Mediasift: Daten sind Twitters Geschäftsmodell
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. RT-AC5300 + Black Ops 4 für 255,20€ + Versand)
  2. (Neuware für kurze Zeit zum Sonderpreis bei Mindfactory)
  3. mit Gutschein: HARDWARE50 (nur für Neukunden, Warenwert 104 - 1.000 Euro)

tomatende2001 09. Apr 2011

Na spätestens als sich die Geheimdienste bei Facebook, Google und Twitter die Klinke in...


Folgen Sie uns
       


Fazit zu Shadow of the Tomb Raider

Wir tauchen mit Lara in der Apokalypse ab und verfassen unser Fazit.

Fazit zu Shadow of the Tomb Raider Video aufrufen
Gesetzesentwurf: So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen
Gesetzesentwurf
So will die Regierung den Abmahnmissbrauch eindämmen

Obwohl nach Inkrafttreten der DSGVO eine Abmahnwelle ausgeblieben ist, will Justizministerin Barley nun gesetzlich gegen missbräuchliche Abmahnungen vorgehen. Damit soll auch der "fliegende Gerichtsstand" im Wettbewerbsrecht abgeschafft werden.
Von Friedhelm Greis


    Fifa 19 und PES 2019 im Test: Knapper Punktsieg für EA Sports
    Fifa 19 und PES 2019 im Test
    Knapper Punktsieg für EA Sports

    Es ist eher eine Glaubens- als eine echte Qualitätsfrage: Fifa 19 oder PES 2019? Golem.de zieht anhand der Versionen für Playstation 4 den Vergleich - und kommt zu einem schwierigen, aber eindeutigen Urteil.
    Ein Test von Olaf Bleich und Benedikt Plass-Fleßenkämper

    1. Fifa 19 angespielt Präzisionsschüsse, Zweikämpfe und mehr Taktik
    2. EA Sports Fifa 18 bekommt kostenloses WM-Update
    3. Bestseller Fifa 18 schlägt Call of Duty in Europa

    Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
    Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
    Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

    In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
    Ein Test von Tobias Költzsch

    1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
    2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

      •  /