Maria Martin-Prat

EU macht Musikindustrievertreterin zur Urheberrechtschefin

Maria Martin-Prat soll künftig das Referat Urheberrecht der EU-Kommission leiten. Sie war jahrelang für die IFPI tätig und ist entschiedene Gegnerin des Rechts auf Privatkopie.

Artikel veröffentlicht am ,
Maria Martin-Prat (Bild: Europäische Union)
Maria Martin-Prat (Bild: Europäische Union)

Die EU-Kommission will die frühere hochrangige Mitarbeiterin des Musikindustrieverbandes IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) zur neuen Referatsleiterin der Urheberrechtsabteilung machen. Maria Martin-Prat soll die Nachfolge von Tilman Lüder antreten, der Leiter des Referats Urheberrecht und wissensbestimmte Branchen bei der EU-Kommission ist. Die aus Spanien stammende Anwältin wurde im Jahr 2004 zur stellvertretenden Chefjustiziarin der IFPI ernannt.

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Christian Engström, der für die schwedische Piratenpartei im Europaparlament sitzt, fragt die EU in seinem Blog, ob die Ernennung von Martin-Prat nicht einen Interessenkonflikt bedeute. "Ist es für die EU-Kommission kein Problem, wenn Top-Beamte aus Interessenverbänden rekrutiert werden, vor allem, wenn es um Aufgaben geht, die direkt die Interessen ihrer ehemaligen Arbeitgeber berühren? Wenn nein, warum nicht? Ist die EU-Kommission der Meinung, dass eine solche Ernennung dazu beiträgt, das Vertrauen in das Europäische Parlament in der Öffentlichkeit zu stärken, so dass erwartet werden kann, dass Urheberrechtsfragen in fairer und ausgewogenen Art und Weise behandelt werden?" In der Europäischen Union würden die Lobby-Organisationen gegenüber der EU-Kommission meist den Ton angeben, während die Interessen der Bürger nur als störend empfunden und ignoriert würden, erklärte Engström.

Laut einem Bericht von Ars Technica tritt Martin-Prat ihre neue EU-Funktion nicht vor Mitte April 2011 an. Martin-Prat war in der Vergangenheit bereits für die EU tätig, wechselte zur IFPI und kehrte wieder zur EU zurück. Gegenwärtig ist Martin-Prat Referatsleiterin der Generaldirektion Binnenmarkt und Dienstleistungen (GD Markt) der EU.

Bei einer Diskussionsrunde im Jahr 2003 (PDF), auf der Martin-Prat für die IFPI sprach, vertrat sie die Auffassung, dass ein Recht auf Privatkopie keine Existenzberechtigung habe und weiter eingeschränkt werden sollte.

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Freepascal 08. Apr 2011

Das ist so ein Fehlschluss den viele im Kopf haben: "Wenn es mehr Demokratie gibt, läuft...

lottikarotti 08. Apr 2011

Ich melde mich freiwillig! :-)

morecomp 07. Apr 2011

Unterschätz mal nicht die Dummheit der Deutschen. Ich kenne genügend die jedesmal das...

Johnny Cache 07. Apr 2011

Was will man schon von jemand erwarten der sich absichtlich Prat nennt?! ;)



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