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Hitler, Gaddafi, die Stasi - und Sony

Die Anhänger der Gruppe Anonymous und ihrer jüngsten DoS-Attacken auf Sony gerieren sich auch im Forum von Golem.de als Retter der Demokratie - an die sie offenbar selbst nicht recht glauben.

Artikel veröffentlicht am ,
Foto: Wikipedia/James Harrison
Foto: Wikipedia/James Harrison

Hitler, Stasi, Gaddafi: Alle möglichen Vergleiche mit Diktaturen werden im Forum von Golem.de von den Anhängern der Anonymous-Gruppe für den Konzern Sony bemüht. Die Aktivisten, die derzeit offenbar einige Webseiten von Sony mit DoS-Angriffen lahmlegen, werden als Helden gefeiert, als Freiheitskämpfer, als modernes Äquivalent zu den Hitler-Attentätern um Stauffenberg. Für ihre illegalen Angriffe auf den Konzern wird ihnen "Mut" bescheinigt. "Nicht nur die Geschichte lehrt uns, dass totale Hörigkeit zum Ende jeder Zivilisation führt", schreibt ein Nutzer bei Golem.de.

Inhalt:
  1. IMHO: Hitler, Gaddafi, die Stasi - und Sony
  2. Anonymous-Anhänger halten die Mehrheit für blöd

Tatsächlich ist es verständlich, dass Käufer sich ärgern, wenn sie für ein Produkt Geld ausgeben, dessen Funktionen im Nachhinein eingeschränkt werden, wenn sie mit dem Gerät also nicht tun dürfen, was ihnen beim Kauf versprochen wurde, wie es bei der Playstation 3 der Fall war. Und die Frage ist legitim, ob die von Sony gegen die Hacker George "Geohot" Hotz und Graf_Chokolo eingesetzten Mittel verhältnismäßig sind oder ob der Konzern seine zweifellos große Macht missbraucht. Sony klagt unter anderem gegen Hotz, weil er mit seinem PS3-Hack gegen den Digital Millennium Copyright Act und andere Gesetze verstoßen haben soll.

Dennoch kann man einwenden, dass Sony keine diktatorische politische Staatsgewalt ausübt. Es ist niemandem verboten, öffentlich unzufrieden mit Entscheidungen des Konzerns zu sein. Dass Sony nicht einverstanden damit ist, dass zwei junge Hacker die Sicherheitssysteme seiner Playstation 3 nicht nur knacken, sondern die Informationen dazu im Internet frei verfügbar machen, muss niemand gut finden, ebenso wenig das Vorgehen des Konzerns gegen die beiden jungen Männer.

Ob Sony oder die Hacker laut Gesetz im Recht oder Unrecht sind, werden Gerichte entscheiden, doch moralisch darf jeder das nach Gutdünken beurteilen und seine Meinung darüber verbreiten, ohne um sein Wohlergehen oder sogar sein Leben fürchten zu müssen. Er muss das nicht einmal befürchten, wenn er - der Gerichtsbarkeit misstrauend - zu illegalen Mitteln greift. Weniger ungefährlich dürfte es sein, sich als Libyer gegen Gaddafi zu stellen. Der Vergleich mit Anonymous ist eine Herabwürdigung derer, die im Kampf gegen Gaddafi ihr Leben riskieren.

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Man kann auch darauf hinweisen, dass Sony vielleicht Nutzerdaten sammelt, sie aber anders als der Staatssicherheitsdienst der DDR nicht dafür verwendet, das Leben derjenigen völlig zu zerstören, die den Konzern kritisieren. Zweifel an der Verhältnismäßigkeit, einem Konzern den Krieg zu erklären, weil er den Zugang zu einer Spielekonsole einschränkt und versucht, das mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen, kann man anmelden. Und schließlich mag man anführen, dass Sony-Kunden dieser Gruppe nicht qua Geburt angehören, sondern sich anders als Libyer, die sich nicht aktiv dagegen entscheiden können, Libyer zu sein, ganz einfach ihre Zugehörigkeit beenden können, indem sie keine Sony-Produkte kaufen und benutzen.

Anonymous-Anhänger halten die Mehrheit für blöd 
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bugmenot 26. Jul 2011

anonymous wird sich hoffentlich irgendwann selber sabotieren und aufhören wie eine...

Neonblack 19. Apr 2011

Okay quetzal, mein letztes Post zu dem Thema: Ich habe schon verstanden, dass Du Deine...

gna 09. Apr 2011

Seit der Flut von Phihing Mails, Trojaner-Files und DOS-Attacken finde ich an der...

Tonala2 09. Apr 2011

Mensch, auch hier kann ich dir zustimmen: Die Daddel-Kiddies sollen mit ihren Puppen...

spanther 08. Apr 2011

Joar für Trolle kommt es darauf an, um damit ihre Argumentation zu untermauern und Sony...


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