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Microsoft: Kartellbeschwerde bei der EU gegen Google

Microsoft schaltet sich in die laufende Kartelluntersuchung der EU gegen Google ein. Das Unternehmen führt dafür nicht nur Googles Vormachtstellung bei Suchfunktionen an – auch in anderen Bereichen soll Google den Wettbewerb behindern.
/ Nico Ernst
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In einem ausführlichen Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) versucht Microsoft-Justiziar Brad Smith zu begründen, warum Microsoft sich bei der Europäischen Union über Google beschwert. Auf PCs, so Smith, sei es noch einfach, einen Suchanbieter auszuwählen. Das sei auch der Punkt, den Google immer bei Kartellvorwürfen anführe. Aber es gebe zahlreiche andere Dienste des Unternehmens, bei denen Google die Konkurrenz aussperren würde.

Smith führt dafür mehrere Beispiele an. So habe Google den Zugang zu Youtube für andere Suchmaschinen seit der Übernahme im Jahr 2006 ständig erschwert. Es sei aber für Suchanbieter essenziell, auch die Videos, deren Bewertungen und andere Daten von Youtube indizieren zu können.

Streitpunkt Youtube

Auch der Zugang zu Youtube selbst soll für andere Geräte, insbesondere Smartphones, von Google erschwert worden sein. Geräte mit Microsofts Windows Phone 7 sollen ausgesperrt worden sein, um Android-Smartphones zu bevorzugen. Auf iPhones – wo Google als Suchanbieter vorinstalliert ist – soll das nicht passiert sein.

Auch in anderen Bereichen, nämlich bei Google Books und den Werbesystemen des Anbieters, soll der Microsoft-Konkurrent den Wettbewerb verzerren. Die Daten, die Google dafür erhebt – auch die von Anzeigenkunden bereitgestellten – sollen durch Vertragsbedingungen seitens Google nicht für andere System zugänglich gemacht werden dürfen. Vor allem für den Werbemarkt, so Brad Smith, sei das sehr problematisch: Wenn Kampagnen zweimal erstellt werden müssten, geschehe das eher nicht, weil es zu teuer sei.

Für all diese Vorwürfe will Microsoft der EU ausführliche Dokumentationen vorlegen, die unter anderem aufdecken sollen, wie die Algorithmen von Suchmaschinen funktionieren. Auch die Wichtigkeit der Platzierung von Suchergebnissen und Anzeigen will Microsoft so verdeutlichen.

In der New York Times kommentiert(öffnet im neuen Fenster) der Management-Professor Michael Cusumano(öffnet im neuen Fenster) vom MIT Microsofts Beschwerde: "Das Unternehmen, das einmal der 800-Pfund-Gorilla war, beruft sich nun auf das Kartellrecht, und das ist immer dann der Fall, wenn die unter "ferner liefen" gelandeten Teilnehmer die Gewinner verklagen."

Die Europäische Kommission ermittelt seit über einem Jahr gegen Google. Zahlreiche Unternehmen hatten sich wegen angeblicher Benachteiligung bei Suchergebnissen beschwert. Wegen vieler anderer Angebote von Google, insbesondere auch Google News, hatten sich seitdem etliche andere Firmen den Beschwerden angeschlossen, Ende 2010 auch deutsche Verlagsverbände.


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