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Spieletest WWE All Stars: Kurz, aber stark

Simpel, überzogen und nicht allzu umfangreich ist WWE All Stars. Mit seinem einfachen Kampfsystem und vielen Legenden des Wrestlings weckt es dennoch Interesse.
/ Michael Wieczorek
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Was NBA Jam für den Basketball ist, will WWE All Stars für Wrestling sein: eine kompromisslose Arcade-Adaption. Passenderweise steht der klassische Exhibition-Kampf im Menü an erster Stelle. Hier können Spieler mit WWF- und WWE-Legenden der vergangenen 30 Jahre gegeneinander antreten. So können auch interessante generationenübergreifende Kämpfe von Andre the Giant gegen Triple H stattfinden.

WWE All Stars – Gameplay (Macho Man Randy Savage gegen Mr. Perfect)
WWE All Stars – Gameplay (Macho Man Randy Savage gegen Mr. Perfect) (04:32)

Spieler müssen keine langen Tutorials durchlaufen, um die Steuerung zu erlernen. Der Titel erklärt sich während der ersten Kämpfe durch eingeblendete Fenster quasi von alleine. Jeweils zwei Knöpfe für Schläge und Würfe sind das Grundrepertoire eines jeden Kämpfers. Zusätzlich werden durch aufgeladene Balken Signature-Moves und Finisher ausgeführt. Regeln spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Es gibt noch nicht einmal den Countdown, wenn Spieler den Ring verlassen. Es geht nur darum, die Lebensanzeige so weit wie möglich nach unten zu ziehen und dann im richtigen Moment die Spezialmanöver zu starten. Mit dem richtigen Timing können Spieler jeden normalen Move kontern. Das sieht spätestens nach dem dritten erfolgreichen Versuch in Folge sehr spektakulär aus, da die Animationen sehr geschmeidig aneinander anknüpfen.

Für Solowrestler bietet WWE All Stars zwei Kampagnenmodi. In Path of Champions treten Spieler in zehn Kämpfen nacheinander an, um am Ende den Undertaker, Randy Orton oder als Tag Team D-Generation-X herauszufordern. Die Kämpfe unterscheiden sich nicht von den normalen Kämpfen, allerdings werden nach drei gewonnenen Fights kurze Einspieler in der Grafikengine gebracht, die etwas Atmosphäre aufkommen lassen. Wie in seinen Anfangszeiten wird der Undertaker beispielsweise von Paul Bearer begleitet, der mit seiner unnachahmlichen hohen Stimme die Schlussworte "Rest in Peace" des Undertakers einläutet. Für die Tonaufnahmen wurden die Wrestler höchstpersönlich von THQ ins Aufnahmestudio geholt – sofern sie noch am Leben sind.

Zum Leben erweckte Actionfiguren und Fazit

Der zweite Kampagnenmodus Fantasy Warfare besteht aus fiktiven Fehden der Wrestler. So treten zum Beispiel Jake "The Snake" Roberts und "The Viper" Randy Orton gegeneinander an, um zu sehen, wer von beiden die giftigere Schlange ist. Die 15 Kämpfe werden mit längeren Zusammenschnitten aus echten Videoaufnahmen von früher und heute vorgestellt, die sehr gelungen sind.

Einen Onlinemodus, der grundlegende Kämpfe für bis zu vier Spieler möglich macht, bietet WWE All Stars ebenfalls. Von der guten Spielbalance im Offlinemodus bleibt online nur noch wenig übrig und die meisten Spieler versuchen es mit wildem Knöpfchendrücken. Das liegt in erster Linie daran, dass das Zeitfenster beim Kontern nahezu unmöglich zu treffen ist. Online und offline können Spieler auch mit selbst erstellten Wrestlern antreten. Allerdings werden die eigenen Figuren nur aus den Attributen der vorhandenen Legenden gemixt.

Die übertriebene Darstellung der Wrestlingmoves mit meterhohen Sprüngen und Slow-Motion-Effekten nimmt dem Showsport den letzten Funken Realismus, passt aber wundervoll in das Gesamtpaket. Auch die Wrestler sind bis aufs Äußerste karikierte Nachbildungen ihrer Stereotypen. Nicht nur sind alle mit Steroiden vollgepumpt, auch die Mimik ist auf wenige Ausdrücke eingeschränkt. Bei den meisten Wrestlern im Aufgebot passt das sehr gut. Mr. Perfect oder der Undertaker sind erstklassig getroffen. Anderen, wie Triple H oder Shawn Michaels, steht der WWE-All-Stars-Look nicht so gut.

WWE All Stars – Trailer (Launch)
WWE All Stars – Trailer (Launch) (01:43)

WWE All Stars ist ab dem 1. April für Xbox 360 und Playstation 3 für knapp 60 Euro und für die Wii, Playstation 2 und Playstation Portable für knapp 30 Euro erhältlich. Unser Test beruht auf der Xbox-360-Fassung, aus der auch die Screenshots stammen. WWE All Stars hat von der USK eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit

WWE All Stars sieht aus, als wären Wrestling-Actionfiguren zum Leben erweckt worden. Der Titel geht flott von der Hand und die Spielbalance ist ordentlich. Leider gibt es nach den motivierenden Kampagnenmodi nichts mehr zu entdecken. Selbst erstellte Wrestler können nicht mehr als die schon vorhandenen und online funktioniert das timingbasierte Kontersystem nicht. Für Spieler, die oft mit bis zu drei Wrestlingfreunden vor dem TV sitzen, lohnt sich der Titel aber auf jeden Fall.


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