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Erdbeben in Japan: Netzaktivisten planen unabhängige Strahlungsmessungen

Täglich gibt es teils widersprüchliche Meldungen zur Strahlenbelastung durch die Atomruine in Fukushima - auch, weil es keine öffentlich einsehbaren Daten der japanischen Regierung gibt. Einige Onlineprojekte wollen das ändern.
/ Nico Ernst
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Werte aus Japan laut RTDN
Werte aus Japan laut RTDN

Das Projekt geigercrowd(öffnet im neuen Fenster) ist eines der ambitioniertesten Vorhaben für unabhängige Strahlungsmessungen in Japan. Das Ziel soll eine Karte wie die(öffnet im neuen Fenster) des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sein, wie Technology Review(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Dazu sucht der Berliner IT-Experte Michael 'Nibbler' Horn(öffnet im neuen Fenster) noch Mitstreiter.

Zahlreiche Kontakte nach Japan sind bereits geknüpft, und auch Code gibt es(öffnet im neuen Fenster) schon. Die Webseite des Projekts ist zudem in Englisch wie Japanisch gestaltet. Am Donnerstag, dem 31. März 2011, will Horn die geigercrowd auch in der Sendung Chaosradio(öffnet im neuen Fenster) des Chaos Computer Clubs vorstellen.

Einen anderen Ansatz verfolgt RTDN(öffnet im neuen Fenster) . Die Webseite fasst die Daten anderer Quellen aus Japan zusammen und stellt sie mit Google Maps dar. Gleich für die ganze Welt macht das Radiocial(öffnet im neuen Fenster) - die Werte des BfS fehlen dort jedoch. Auch dieses Projekt setzt auf von Privatpersonen übermittelte Daten, die meist aus sehr günstigen tragbaren Geigerzählern stammen.

Markus Bleher, der die Messstation des BfS in Oberschleißheim bei München leitet, sagte Technology Review jedoch, dass solche Messwerte problematisch sein können. Für belastbare Daten sei eine Messung mit einem empfindlichen Gerät über zehn Minuten nötig, um einen Wert von 0,1 Mikrosievert pro Stunde festzustellen. Diese Dosisleistung, die auch durch natürliche Strahlung erreicht werden kann, gilt als unbedenklich.

Dennoch, so Bleher, seien private Messungen nicht nutzlos: "Damit kann man grob schauen, ob jemand wirklich nicht mit offenen Karten spielt" , sagte der BfS-Mitarbeiter.


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