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Raumfahrzeuge in Gefahr: Sicherheitslücken in den Computersystemen der Nasa

Eine Sicherheitsüberprüfung der Computer der US-Weltraumbehörde Nasa hat schwere Mängel zutage gefördert: Angreifer hätten über das Internet sogar die Kontrolle über Raumfahrzeuge der Nasa übernehmen können.
/ Werner Pluta
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Siegel des Nasa-Generalinspekteurs
Siegel des Nasa-Generalinspekteurs

Die Computersysteme der US-Weltraumbehörde Nasa verfügen nur über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und sind nur unzureichend gegen Angriffe über das Internet geschützt. Es ist sogar möglich, Raumfahrtmissionen von außen zu unterbrechen. Zu dem Ergebnis kommt Paul Martin, Generalinspekteur der Nasa(öffnet im neuen Fenster) .

Sicherheitsprüfung

Das Büro des Generalinspekteurs (Office of Inspector General, OIG) hatte die Computersysteme der Nasa auf ihre Sicherheit hin überprüft. Besonderes Augenmerk sei dabei auf den Schutz vor Angriffen über das Internet gelegt worden, erklärt Martin in seinem 24-seitigen Bericht(öffnet im neuen Fenster) .

"Wir haben herausgefunden, dass die Server des Nasa-Missionsnetzes schwere Sicherheitslücken aufweisen, die über das Internet ausgenutzt werden können" , schreibt Martin. Hätten Angreifer sich Zugang zum Nasa-Netz verschafft, hätten sie den Betrieb der Behörde "ernstlich einschränken oder lähmen" können.

Kontrolle über Raumfahrzeuge

Auf einem Rechner etwa fanden die Prüfer Schlüssel für Kryptographieverfahren, verschlüsselte Passwörter sowie Informationen über Nutzerkonten. Schwere Sicherheitslücken wiesen auch sechs Computer auf, die mit den Steuersystemen für Raumfahrzeuge verbunden sind. Angreifer hätten diese ausnutzen und die Kontrolle über die Raumfahrzeuge übernehmen können, heißt es in dem Bericht.

Die Situation habe entstehen können, weil die Nasa Risiken für ihre Computersystem nicht vollständig bewertet habe und weil sie nicht konsequent einen Verantwortlichen für die Computersicherheit benannt habe. Im Mai vergangenen Jahres habe das OIG schon einmal auf Sicherheitsmängel hingewiesen und empfohlen, dass ein Programm zur Überwachung der Computersicherheit eingerichtet werde. Bis Februar 2011 sei das jedoch nicht passiert, bemängelte Martin.

22 GByte Daten gestohlen

Die Sicherheitslücken wurden durchaus auch schon von Angreifern ausgenutzt: Im Januar 2009 wurden 22 GByte Daten von Nasa-Computern entwendet. Die Daten des Jet Propulsion Laboratory unterlagen Exportbeschränkungen. Im Mai desselben Jahres wurde ein Computersystem der Nasa mit einem Schadcode infiziert, der das System dazu brachte, nichtautorisierte Verbindungen zu Computern in den USA, China, Estland, den Niederlanden und Saudi-Arabien aufzubauen.


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