Linux: Mergefenster für Kernel 2.6.39 geschlossen
Linus Torvalds hat das Mergefenster für Kernel 2.6.39 geschlossen(öffnet im neuen Fenster) und als ersten Release Candidate veröffentlicht. Damit stehen die neuen Funktionen fest, die der Hauptentwickler für die nächste Version des Linux-Kernels zulassen will. Dazu gehörten zu fast 65 Prozent neue und aktualisierte Treiber, schreibt Torvalds in seiner Ankündigung. Ein Großteil der Änderungen an den diversen Dateisystemen betrifft die ARM-Plattform.
Unter dem etwas esoterisch anmutenden Namen " Transcendent Memory(öffnet im neuen Fenster) " soll der nächste Kernel eine weitere Funktion zur effizienten Speicherverwaltung mitbringen. Die transzendente Speicherverwaltung kann nicht mehr benötigte Speicherseiten, die der Page-Cache löschen wird, in einem Speicherpool abgelegen. Dort kann die Speicherseite bei Bedarf schnell nachgeladen werden. Die Funktion soll vor allem bei der Virtualisierung Vorteile bringen.
Torvalds hebt die Unterstützung für die an der Universität von Peking entwickelte Unicore32-Plattform(öffnet im neuen Fenster) hervor. Zudem können Blockgeräte per Thread eingebunden werden. Dadurch werden weniger Sperren benötigt und häufig wiederkehrende Zugriffe beschleunigt. Zusätzlich arbeitet der neue Kernel mit sogenannten Datei-Handles, über die Userspace-Dateisysteme mit dem eigentlich darunter liegenden Dateisystem kommunizieren können. Einen ähnlichen Mechanismus verwendet bereits das XFS-Dateisystem für Backup- und Wiederherstellungsfunktionen.
Ein neuer Algorithmus soll den Paketfluss in Routern besser steuern. CHOKe ist eine Erweiterung(öffnet im neuen Fenster) des RED-Algorithmus(öffnet im neuen Fenster) und berechnet, wann Pakete verworfen werden sollen, wenn der Platz in der Warteschleife knapp wird. Er berücksichtigt dabei unter anderem die Anzahl der Pakete, die aus einer bestimmten Quelle kommen und berechnet im Voraus, wann Pakete auf Grund knapper werdenden Speichers fallengelassen werden müssen. Mit Ipset können im Kernel künftig IP-Adressen gruppiert werden, beispielsweise, um sie dann per Iptables mit Regeln zu versehen.
Weitere Änderungen hat das V4L-Subsystem erfahren, in dem unter anderem die Priorisierung überarbeitet wurde. Die Zeitverwaltung ist um die Funktion CLOCK_BOOTTIME(öffnet im neuen Fenster) erweitert worden. Der neue Posix-Zeitmesser unterbricht auch im Schlafmodus die Zählung nicht. Er soll vor allem auf Android-Geräten zum Einsatz kommen.
Der Quellcode von Linux 2.6.39-rc1 liegt unter kernel.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit. Dort sind auch die etwa 9.000 Änderungen in einem Changelog zusammengefasst oder über Gitweb einsehbar. Die durchschnittliche Entwicklungszeit der jeweiligen Kernel-Versionen beträgt inzwischen etwa sechs Wochen. Danach erscheint Linux 2.6.39 Mitte Mai 2011.
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