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Spieletest Need For Speed Shift 2: Mit gesenktem Kopf in die Kurve

Need For Speed erhöht die Taktzahl: Hot Pursuit ist nicht mal ein halbes Jahr alt, trotzdem legt Electronic Arts mit Shift 2 Unleashed schon den nächsten Titel in der Rennspielreihe vor. Der setzt wie das erste Shift auf Realismus - und eine ganz besondere Perspektive.
/ Thorsten Wiesner
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Nicht auf Verfolgungsjagden und knallige Action, sondern auf ein glaubwürdiges Fahrgefühl und viel Rennatmosphäre hat EA im Ende 2009 veröffentlichten Need for Speed Shift gesetzt. Jetzt fährt Shift 2 mit dem Untertitel Unleashed an die Startlinie: Erneut ist es Ziel des britischen Entwicklerstudios Slightly Mad, den Rennalltag und die Intensität von Wettbewerben wie der GT1-Weltmeisterschaft und der GT3-Europameisterschaft auf berühmten, aber auch auf einigen unbekannten Kursen so authentisch wie möglich auf Windows-PC und Konsole zu reproduzieren. Dem Spieler verlangt das einiges an Einsatz ab - wo Ende 2010 in Hot Pursuit noch schnelle Reaktionen am wichtigsten waren, sind jetzt wieder fahrerisches Können und Feingefühl gefragt.

Shift 2 Unleashed - Trailer (Launch)
Shift 2 Unleashed - Trailer (Launch) (01:32)

Die größte Neuerung wird offensichtlich, sobald der Spieler zwischen den Perspektiven hin- und herschaltet. Zusätzlich zu bekannten Modi wie der Verfolgeransicht oder dem Blick über die Motorhaube gibt es nun auch eine Helmkamera. Die minimiert alle Bildschirmanzeigen und schränkt das Sichtfeld so ein, als hätte der Spieler tatsächlich ein Helmvisier vor sich. Gleichzeitig wird die Rennperspektive noch etwas realistischer, weil sich der simulierte Fahrerkopf mitbewegt. So nimmt er das Renngeschehen etwa in engen Kurven aus zur jeweiligen Seite verschobener Sicht wahr - eben genau so, wie sich beim echten Rennfahrer die Perspektive ändert.

Ähnliche Auswirkungen auf die Kopfhaltungen haben Brems- oder Beschleunigungsvorgänge, bei denen der virtuelle Pilot wild durch sein Cockpit geschleudert wird. Mehr Übersicht bringt die zusätzliche Sichtvariante nicht, deshalb dürften sich viele Spieler nur schwer mit dem wackligeren Bild anfreunden können und nach kurzem Ausprobieren wohl doch lieber in der konservativeren und ruhigeren Perspektive über die 75 Strecken brettern.

Schadensmodell und Karrieremodus

Shift 2 bietet in vielen weiteren Bereichen dezente, aber spürbare Neuerungen. Beispielweise ist das Schadensmodell der rund 120 Vehikel von fast 40 Herstellern wie BMW, McLaren oder Porsche komplexer und hinterlässt nach Karambolagen sichtlich Spuren und Karosserieteile auf der Fahrbahn; echte Auswirkungen auf das Fahrverhalten haben Unfälle allerdings nicht. Der Karrieremodus wurde weiter ausgebaut und durch zusätzliche Events wie Langstreckenrennen und Disziplinen etwa in Autoklassikern oder Muscle Cars aufgewertet, die Tuning-Möglichkeiten ausgebaut - an den Detailgrad der Premiumfahrzeuge von Gran Turismo 5 reichen die Autos aber nicht heran.

Auch das aus Hot Pursuit schon bekannte Autolog-Feature ist integraler Bestandteil von Shift 2: Das Spiel zeichnet automatisch Leistungen und Karrierefortschritte auf und vergleicht sie online mit denen von Freunden. Aus den Ergebnissen erstellt es nicht nur ein ständig verändertes virtuelles Menü mit Bestenlisten, sondern es schlägt auch immer wieder neue Multiplayer-Herausforderungen vor.

Zahlreiche Fahrhilfen und Schwierigkeitsgrade machen Shift 2 Unleashed auch für Einsteiger spielbar, für kurze Arcade-Fahrten eignet es sich aber nicht gut. Die Entwickler wollen durchaus, dass sich der Spieler mit Fahrphysik und dem realistischen Fahrverhalten auseinandersetzt. Dafür ist das Renngeschehen noch glaubwürdiger geworden: Es gibt nun auch Tag- und Nachtwechsel, so dass der Spieler in der Dämmerung Gas geben oder ein Nachtrennen fahren kann.

Shift 2 Unleashed ist ab dem 31. März 2011 für Playstation 3, Xbox 360 und Windows-PC im Handel erhältlich und kostet etwa 60 (Konsolen) beziehungsweise 50 Euro. Die USK hat eine Altersfreigabe ab sechs Jahren erteilt.

Fazit

Mehr, besser, schöner: Shift 2 ist dem Vorgänger sehr ähnlich, setzt aber an vielen Stellen frische Akzente. Die Fahrphysik ist besser, die Grafik schöner, Fahrzeug- und Streckenvielfalt größer. Dank Autolog-Funktion ist das Programm auch in den Punkten Multiplayer und Langzeitmotivation gelungener - wer sich am realistischen Anspruch nicht stört und schon den Vorgänger mochte, kann mit Unleashed nichts falsch machen.


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