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Softwarelizenzen: Ententanz bei Lizenzverstoß

Die Open Source Initiative hat die Aufnahme der Chicken Dance License in ihren Kanon verworfen. Die neue Lizenz für quelloffene Software sieht unter anderem das Aufführen des Ententanzes bei Nichtverbreitung des Quellcodes vor.
/ Sebastian Grüner
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Die Idee geistigen Eigentums möchte Andrew Harris, Autor der Ententanz-Lizenz CDL (Chicken Dance License), ad absurdum führen. Harris wollte die von ihm geschriebene Lizenz von der Open Source Initiative (OSI) als Lizenz für quelloffene Software anerkannt wissen(öffnet im neuen Fenster) . Die CDL sieht unter anderem vor, dass bei Lizenzverstößen die Schuldigen den Ententanz(öffnet im neuen Fenster) aufführen müssen. Die Mitglieder der OSI-Mailingliste nahmen den Vorschlag erwartungsgemäß nicht ernst. So wurde Harris gefragt, ob er Dadaist sei oder irgendeine Art von Performancekunst betreibe. Harris selbst meint seinen Vorschlag wohl ernst. Immerhin hat er zwei Jahre an der Lizenz gearbeitet.

Simon Phipps, der Direktor der OSI, setzte sich mit dem Vorschlag auch nur deshalb auseinander, weil die Mail nicht am 1. April einging. Phipps lehnte die CDL dann aus rein formalen Gründen ab(öffnet im neuen Fenster) . Die CDL verstoße gegen die Open-Source-Definition, denn Menschen mit Behinderung seien unter Umständen nicht in der Lage, den Ententanz zu tanzen. Auch religiöse Minderheiten, die Enten und Hühner nicht darstellen dürften, verstießen zwangsläufig gegen CDL.

Die CDL(öffnet im neuen Fenster) ist eine Erweiterung der BSD-Lizenz. Sie sieht das Tanzen des Ententanzes als Alternative zur Bereitstellung des Quellcodes vor. So sollen bei je 1.000 verteilten Einheiten der Software die Entwickler dem Ententanz des Schweizer Komponisten Werner Thomas lauschen. Bei 20.000 verteilten Einheiten der Software soll einer der Entwickler den Ententanz aufführen. Eine detaillierte Tanzanleitung liegt der Lizenz bei. Ein Videomitschnitt der Aufführung soll dann im freien OGG-Theora-Format veröffentlicht werden. Zudem sollen die Entwickler das Wort Plinth (englisch für Säulensockel) nicht öffentlich aussprechen dürfen.

Trotz der Ablehnung wird die Ausarbeitung der CDL zielstrebig auf Github(öffnet im neuen Fenster) weiterbetrieben, um die OSI doch noch von der Lizenz zu überzeugen. So schlägt Harris als Änderung vor, statt des Wortes "Plinth" das Wort "gazorninplat" zu verbieten, um die Sockelindustrie nicht auszugrenzen. Auf Github bezeichnet sich Harris selbst als "Superthunfischmann" und gibt an, mit der Lizenz "mehr Humor in die Albernheit geistigen Eigentums" bringen zu wollen. Harris wünscht sich, dass der Ententanz bei Lizenzverstößen auch von Gerichten als Strafe verhängt wird. [von Sebastian Grüner]


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