Smart Bird: Festo entwickelt Roboter nach dem Vorbild einer Möwe
Das Esslinger Unternehmen Festo stellt auf der Hannover Messe Anfang April einen künstlichen Vogel vor. Smart Bird(öffnet im neuen Fenster) heißt der Roboter , der einer Silbermöwe nachempfunden ist. Der Roboter fliegt nicht nur, er kann auch selbstständig starten und landen.
Größer als eine Silbermöwe
Die robotische Möwe wiegt etwas weniger als ein Pfund, ist knapp 1,10 Meter lang und hat eine Flügelspannweite von zwei Metern. Sie ist damit ein Stück größer als ihr natürliches Vorbild(öffnet im neuen Fenster) . Wie das natürliche Vorbild fliegt auch der Smart Bird durch Schlagen mit den Flügeln. Diese bewegen sich dabei nicht nur auf und ab, sondern ändern auch den Anstellwinkel. Die Torsion wird dabei aktiv gesteuert. Wie ein echter Vogel kann auch der robotische Vogel Kopf und Schwanz bewegen. Letzterer erzeugt zum einen Auftrieb, zum anderen dient er der Lenkung.

Jeder Flügel besteht aus zwei Teilen, einem Arm- und einem Handflügel. Sie werden von einem Motor im Rumpf angetrieben, dessen Bewegungen über eine Kurbelmechanik auf die Flügel übertragen werden. In jedem Handflügel sitzt ein Servomotor, der für die Torsion des ganzen Flügels zuständig ist. Zwei weitere Servomotoren bewegen Kopf und Schwanz.

Die Steuerung des Robotervogels übernimmt ein 32-Bit-Mikrocontroller mit einer Taktrate von 50 MHz. Als Arbeitsspeicher stehen 8 KByte zur Verfügung, als Datenspeicher 64 KByte. Im Flug versorgt ein Lithium-Polymer-Akku den Smart Bird mit Strom. Damit der Roboter möglichst leicht ist, besteht die Struktur aus Kohlefaser, die Verkleidung aus einem Polyurethanschaum.
Technik nach dem Vorbild der Natur
Um den Robotervogel zu bauen, haben die Festo-Entwickler zunächst genau den Vogelflug studiert und nach eigenen Angaben entschlüsselt. Bei der Arbeit am Smart Bird konnten sie auf Erfahrungen zurückgreifen, die sie bei der Entwicklung früherer bionischer Roboter gesammelt haben. Dazu zählen der 2009 vorgestellte Air Penguin(öffnet im neuen Fenster) , ein autonom fliegender Roboterpinguin, und der Air Ray(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 2007. Das ist ein ferngesteuertes Fluggerät, das die Form und die Fortbewegung eines Mantarochens simuliert, nur dass er eben fliegt und nicht schwimmt.
Smart Bird ist im Rahmen des Bionic Learning Network(öffnet im neuen Fenster) entstanden, an dem neben Festo noch mehrere weitere Unternehmen und verschiedene deutsche und internationale Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Ziel ist die Entwicklung effizienter, technischer Systeme nach dem Beispiel der Natur.
Robotino mit bionischem Arm
Festo präsentiert jedes Jahr auf der Hannover Messe eine Entwicklung aus diesem Programm. Im vergangenen Jahr war es der Bionische Handling-Assistent , der dem Rüssel eines Elefanten nachgebildet war. Dieses Jahr wird der Arm, für den das Unternehmen den Zukunftspreis des Bundespräsidenten bekommen hat, auch wieder in Hannover sein – als Greifer des Robotino XT(öffnet im neuen Fenster) .

Robotino ist eine Lernplattform, anhand derer an Hoch- und Berufsschulen der Umgang mit Robotern vermittelt(öffnet im neuen Fenster) werden soll.